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Weil ich ein Dicker bin

Szenen eines Lebensgefühls

(2)
Was das Dicksein mit der Seele macht
»Bike collapses under German fat man!« Das ein solches Youtube-Video 1,2 Millionen Aufrufe finden könnte, ist nur einer der Albträume von Bertram Eisenhauer. Denn er ist nicht dick. Er ist 6XL-dick. Und so ist sein Vorsatz abzunehmen kein banaler Diätplan. Es ist der kühne Entschluss, nach Jahrzehnten als »Fetter« ins Leben mit den anderen zurückzukehren. Denn Fettsein ist viel mehr als Übergewicht, es ist ein Verlust an fast allem, was man Leben nennt – von Zungenküssen über Sonnenuntergänge bis zu eigenen Kindern. Und deshalb ist Abnehmen auch viel mehr als Ernährungsumstellung und Sport. Es fordert die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. Unverblümt geht Eisenhauer seiner Langzeitfettleibigkeit auf den Grund. Er begegnet dem Dicken im Kopf, der schon als Kind lernt: Wer dich liebt, der gibt dir zu essen. Und er erkennt, dass Hunger für ein Gefühl steht, für eine Sehnsucht und einen Schmerz, und dass Essen nur ein Sanitäter in der Not ist.
Rezension
„Geständnisse eines Schwergewichts – Bertram Eisenhauer bricht ein Tabu: Der Journalist schreibt über das Fettsein und schildert die seelischen Folgen des Übergewichts.“
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Wasserzeichen
Seitenzahl 336, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 25.01.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783641156510
Verlag C. Bertelsmann Verlag
eBook
Fr. 18.90
inkl. gesetzl. MwSt.
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Übergewicht – (m)ein ewiges Thema
von peedee am 12.07.2016

Bertram Eisenhauer, geb. 1964, ist stark übergewichtig, und das seit Jahren. Er will nun seiner Langzeitfettleibigkeit auf den Grund gehen bzw. diese erfolgreich bekämpfen. Dazu meldet er sich zu einem Jahres-Abnehmprogramm in einem Adipositas-Zentrum an. Als Journalist hat er dazu Kolumnen geschrieben und diese zu einem Buch verarbeitet. Er... Bertram Eisenhauer, geb. 1964, ist stark übergewichtig, und das seit Jahren. Er will nun seiner Langzeitfettleibigkeit auf den Grund gehen bzw. diese erfolgreich bekämpfen. Dazu meldet er sich zu einem Jahres-Abnehmprogramm in einem Adipositas-Zentrum an. Als Journalist hat er dazu Kolumnen geschrieben und diese zu einem Buch verarbeitet. Er will aufzeigen, „was es kostet, ein Mensch zu sein, der zu viel wiegt, und zwar erheblich zu viel. Was es nicht nur körperlich kostet, sondern emotional.“ Erster Eindruck: Mir gefällt das Cover mit dem auf einer Bank sitzenden Elefanten sehr gut. Da ich Elefanten mag – ja, sie sind mir figurmässig sehr symphatisch –, habe ich zu diesem Buch gegriffen. „Mein Übergewicht prägt und definiert mich, so weit ich zurückdenken kann.“ (Kap. „zu Beginn“) Ich habe mich gefragt, wer ein solches Buch liest. Sind es nur Übergewichtige, die – auf der Suche nach der einzig wahren Abnehmmethode – zu diesem Buch greifen? Oder gibt es auch Schlanke, die nie ein Problem mit Essen und Gewicht hatten? Aber können die überhaupt nachvollziehen, wie es ist, dick zu sein? Wie auch immer die Antwort darauf ist, ich habe es auf jeden Fall gelesen; leider gehöre ich zu denen, für die das eigene Gewicht seit Jahren ein Problem ist. Der Autor hat sich also zu einem Ein-Jahres-Abnehmprogramm angemeldet. Als ich gelesen habe, wie sich die ersten 12 Wochen gestalten, nämlich ausschliesslich Trinken von Shakes, hätte ich schon in der ersten Woche das Handtuch (bzw. den Shake-Beutel) in die Ecke geworfen. 12 Wochen nur Shakes? Das ist definitiv nichts für mich. Ich habe – selbstverständlich – auch schon solche Shakes ausprobiert, aber ich habe jeweils nur das Mittagessen dadurch ersetzt. Nach ein paar Tagen konnte ich diese Shakes schon nicht mehr sehen (egal, welche Geschmacksrichtung). Hochachtung, wer nur schon diese 12 Wochen durchhält! Bei Flüssig-Nahrung fehlt mir einfach der Biss und auch der Genuss. Ein Übergewichtiger gilt häufig „als Verkörperung geringer Selbstkontrolle und Leistungsbereitschaft“. (Kap. „Woche 11“) Machen wir uns nichts vor, genau dieses Bild herrscht in der Öffentlichkeit häufig vor. „Ich kann das Dick-Sein selbst kaum ertragen; wie soll ich es da jemand anderem zumuten?“ (Kap. „Woche 34“) Der Autor beschreibt viele Situationen aus dem Leben von Übergewichtigen, die ich selbst auch kenne. Dabei zitiert er Studien und Literatur, führt Interviews auf oder beschreibt seine Zeiten in den USA, die für mich das Ganze zum Teil sehr in die Länge zogen. Für das Lesen dieses Buches habe ich tatsächlich 14 Tage gebraucht – immer wieder musste ich es unterbrechen, denn es ging mir wie bei einer Diät: Am Anfang sehr euphorisch, die ersten Seiten flogen nur so dahin, dann im Mittelteil einen langen Durchhänger und gegen Schluss noch mal etwas besser. Für mich hätte das Buch kompakter sein müssen (oder vielleicht hätte ich das Buch über 52 Wochen lesen sollen?), denn ich habe mehrfach überlegt, das Buch abzubrechen. Somit 2,5 Sterne, aufgerundet auf 3 Sterne.

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Kein "lustiges Abnehmbuch", aber dennoch amüsant und lesenswert
von einer Kundin/einem Kunden aus Weeze am 13.10.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

„Es ist einfach so: Wer ums Abnehmen kämpft, wird auf sich selbst zurückgeworfen. Es geht ständig um den eigenen Körper, den man belauert, als sei man sein eigener Stalker, um die Regungen der eigenen Seele. Und auch wenn Kollegen, Partner, Kinder dich ermuntern: Letztlich machst du die Sache mit... „Es ist einfach so: Wer ums Abnehmen kämpft, wird auf sich selbst zurückgeworfen. Es geht ständig um den eigenen Körper, den man belauert, als sei man sein eigener Stalker, um die Regungen der eigenen Seele. Und auch wenn Kollegen, Partner, Kinder dich ermuntern: Letztlich machst du die Sache mit dir selbst aus, allein.“ (S. 26) Gleichzeitig scannt man seine Umwelt nach diesem Thema ab und so stieß ich auch auf „Weil ich ein Dicker bin“, das im vergangenen Jahr erschienen ist und sich seitdem auf meiner Bücherwunschliste befand. Er war ein pummeliger Teenager, er war ein dicker Student, heute ist er ein adipöser Erwachsener. Übergewicht hat ihn definiert, so lange er zurückdenken kann. Jetzt schreibt er darüber, was es bedeutet, ein Mensch zu sein, der zu viel wiegt. Was es nicht nur körperlich kostet, sondern emotional. Was das Fettsein mit der Seele macht und welche Lebenschancen es einem stiehlt. In diesem Buch schildert Bertram Eisenhauer seine Zeit in der einjährigen Therapie in einer medizinisch betreuten Abnehmgruppe und setzt sich mit dem auseinander, was sein Dasein ausmacht: Warum man Dicker ist, so wie man Alkoholiker ist. Das Sexshop-Feeling beim Kleiderkauf. Seine dunkle Liebesgeschichte mit dem Fastfood und die schnuckelige Ernährungsberaterin, die ihn an vegetarische Kost heranführen will. Heimliche Fressanfälle und öffentliche Beschämungen. Entstanden ist dieses Buch zum Teil aus Kolumnen, die in zumeist stark veränderter Form bereits im Ressort „Leben“ der F.A.S. erschienen sind. Jedem der 52 Kapitel, die jeweils einer Woche entsprechen, ist ein Statusreport vorangestellt, in dem das Gewicht beim letzten Wiegen, das aktuelle Gewicht und die Veränderung verzeichnet sind – oder auch nicht. Nachfolgend ist dann über die Lebensumstände, Erfolge und Hürden bei den Abnehmversuchen des Autors zu lesen. Bertram Eisenhauer verliert niemals seinen trockenen Humor, der für so manches Schmunzeln sorgt. Als dicke Leserin kann ich seine Schilderungen nachvollziehen und fühle mich gleichzeitig selbst dabei verstanden. Dem folgen Informationen, Studien, Interviews und Gedanken rund um das Thema Gewichtsverlust und Ernährung, die ich mit großem Interesse gelesen habe. Wer jedoch eine genaue Anleitung oder einen detaillierten Abnahmebericht erwartet, der dürfte enttäuscht sein. Hier geht es vorrangig um Hinweise, Anregungen und Informationen, die sich mit der Problematik des Abnehmens beschäftigen und einen an den Erfahrungen eines Menschen teilhaben lassen, der nicht plötzlich zum Superhelden der Gewichtsabnahme avanciert ist, sondern bei dem es gemächlich vorwärts geht und bei dem es auch Rückschläge gibt. „Aber Dicker, das zumindest ist meine Erfahrung, bist du, wie du Alkoholiker bist: Dein Verhältnis zu dem Stoff wird niemals normal. Auch wenn du abnimmst, du musst immer aufpassen. Das Essen werde ‚Lebensthema‘ bleiben für mich, sagte die Psychologin meiner Abnehmgruppe beim Eingangsgespräch.“ (S. 43) „Weil ich ein Dicker bin“ ist kein lustiges Abnehmbuch, sondern ein Buch, in dem sich Bertram Eisenhauer auf ruhige ernsthafte Art mit trockenem Humor gespickt mit dem Dicksein und dem Dünner werden auseinander setzt. Lesenswert!

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