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Wie ein fernes Lied

Roman

(13)
Hamburg,1939: Verzweifelt sieht Marga dem Zug hinterher, mit dem ihr Jugendfreund Michael in die Ferne reist. Seit sie denken kann, ist sie in den jüdischen Klarinettisten verliebt, zahllose Stunden verbrachte sie mit ihm in den Tanzlokalen der Hamburger Swingjugend. Obwohl seine Herkunft ihn zur Emigration nach Paris zwingt, ist Marga fest entschlossen, ihn wiederzusehen. Denn ihre Liebe ist wie ein Lied, das niemals verklingt. Doch in dessen süsse Melodie mischen sich schon bald die kalten Klänge des Krieges ...
Rezension
"Micaela Jary verwebt ihre Lieblingsthemen Musik und Zeitgeschichte auf beste Pageturner-Weise.", Berliner Zeitung am Sonntag, 17.01.2016
Portrait
Micaela Jary stammt aus Hamburg und wuchs im Tessin auf. Nach einem Sprachenstudium absolvierte sie ein Zeitungsvolontariat und arbeitete viele Jahre als Redakteurin, bevor sie sich ganz der Schriftstellerei widmete. Geschichte und Geografie sind ihre liebsten Themen, ihre Faszination gilt dabei vor allem Süd- und Ostafrika. Sie hat eine erwachsene Tochter und lebt nach einem langjährigen Aufenthalt in Paris heute mit Mann und Hund in München und Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 544
Erscheinungsdatum 10.08.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-30613-3
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 186/135/35 mm
Gewicht 383
Verkaufsrang 29.344
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen


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Großartiges Kopfkino mit Soundtrack
von Zabou1964 aus Krefeld am 02.06.2016

Ich mag die Bücher von Micaela Jary sehr, ihre bildhafte Sprache, die mich jedes Mal in die Handlung zieht und einen Film vor meinem inneren Auge entstehen lässt. In diesem Werk hat sie es geschafft, dass ich auch die Musik gehört, ja förmlich gespürt habe. Sie ist unverkennbar die... Ich mag die Bücher von Micaela Jary sehr, ihre bildhafte Sprache, die mich jedes Mal in die Handlung zieht und einen Film vor meinem inneren Auge entstehen lässt. In diesem Werk hat sie es geschafft, dass ich auch die Musik gehört, ja förmlich gespürt habe. Sie ist unverkennbar die Tochter eines Musikers, genau wie ich. Schon aus diesem Grund war dieser Roman für mich Pflichtlektüre, eine Pflicht, der ich ausgesprochen gerne nachgekommen bin. Der Roman besteht aus zwei Handlungssträngen, wobei mich die Geschichte Margas, die zu Beginn des zweiten Weltkrieges spielt, mehr gepackt hat. Aber auch der zweite Strang, der in der Gegenwart spielt und von einer Begegnung der jungen deutschen Pianistin Andrea mit einem alten Herrn erzählt, konnte mich begeistern. Die Geschichte beginnt mit einem Abschied. Marga muss sich von ihrem Jugendfreund und ihrer Liebe, den Halbjuden Michael, verabschieden. Es ist 1939, die Juden werden in Deutschland verfolgt. Michael gelingt es, als Klarinettist ein Engagement in der Schweiz zu bekommen. Marga bleibt allein in Hamburg zurück, kann Michael aber nicht vergessen. Als sie erfährt, dass er in Paris unter dem Namen Jules Delabord lebt, setzt sie alles daran, die Liebe ihres Lebens wiederzusehen. Im Jahr 1999 begegnet die junge Pianistin Andrea, die sich ihren Lebensunterhalt als Pianistin in einer Hotellobby verdient, einem alten Herrn, der ihr als einziger zuhört. Als sie ihn ansprechen will, läuft er förmlich vor ihr weg – direkt vor ein Auto. Sie kann den geheimnisvollen Mann nicht vergessen und begibt sich auf Spurensuche. Die Geschichte klingt zunächst recht vorhersehbar, was sie aber nicht ist. Durch einige überraschende Wendungen ist es der Autorin gelungen, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Dabei habe ich besonders mit Marga gelitten, geweint und getanzt. Aber auch Andreas Schicksal hat mich immer mehr gepackt. Nach 544 Seiten konnte ich das Buch mit einem glücklichen Seufzen schließen, obwohl es mir sehr schwer fiel, von den liebgewonnenen Figuren Abschied zu nehmen. Fazit Ganz großes (Kopf)-Kino mit einem mitreißenden Soundtrack!

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Swing-Jugend und ganz viel Paris
von einer Kundin/einem Kunden am 11.11.2015

Ich bewundere Autoren und Autorinnen, die es tatsächlich schaffen jedes Jahr wieder ein Buch auf den Markt zu bringen. Natürlich besonders dann, wenn diese Bücher auch noch gut sind! Micaela Jary ist so eine Autorin. Letztes Jahr um diese Zeit habe ich Ihnen hier an dieser Stelle „Das Haus... Ich bewundere Autoren und Autorinnen, die es tatsächlich schaffen jedes Jahr wieder ein Buch auf den Markt zu bringen. Natürlich besonders dann, wenn diese Bücher auch noch gut sind! Micaela Jary ist so eine Autorin. Letztes Jahr um diese Zeit habe ich Ihnen hier an dieser Stelle „Das Haus am Alsterufer“ vorgestellt. Und jetzt kommt ihr neuestes „Baby“ bei einem anderen Verlag auf den Markt. Optisch passt es sich hervorragend dem anderen Buch an und macht deshalb auch gleich Lust darauf, es aufzuschlagen und loszulesen! Dieses Mal erzählt Micaela Jary wieder eine zweigeteilte Geschichte wie in „Das Bild der Erinnerung“. Ein Teil der Geschichte spielt in der Zeit von 1939 bis 1944 in Deutschland, Dänemark und Frankreich. Der zweite Teil spielt fast ausschließlich in Paris im Jahr 1999. Das Buch beginnt in der Vergangenheit. Marga, eine junge Hamburger Abiturientin und angehende Swing-Sängerin muss Abschied nehmen von ihrem besten Freund und ihrer heimlichen Liebe. Der ein wenig ältere Michael Friedländer, Halbjude, erhält die Gelegenheit als Klarinettist mit Bobby Schwan und den Original Bobbys in die Schweiz zu gehen. Für Marga bricht eine Welt zusammen, und sie versucht alles, ihre große Liebe wiederzufinden. Im zweiten Teil ist die Hauptperson Andrea, eine deutsche Musikstudentin, die in Paris studiert. Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, spielt sie in Hotels leichte Unterhaltungsmusik. Ihre große Liebe ist aber der Jazz. Im Rahmen ihrer Hotelauftritte fällt ihr ein alter Mann um die achtzig Jahre auf, der ihr immer wieder zuhört. Doch als sie ihn eines Tages fragen will, warum er immer wieder kommt und verschwindet bevor sie fertig ist, geschieht ein großes Unglück. Und so wandert die Geschichte immer abwechselnd zwischen den beiden Handlungssträngen hin und her. Recht häufig endet ein Kapitel natürlich gerade dann, wenn es extrem spannend wird. Und so verfolgen wir die Karriere Margas, die nach einigen Schwierigkeiten zu dem Tanzorchester von Harry Alsen stößt. Mit diesem Orchester begibt sie sich auf die Reise und wird von der Propagandaabteilung zuerst nach Dänemark, dann nach Paris geschickt. Und Paris ist eine gute Adresse für sie, denn dort soll inzwischen auch ihre große Liebe untergetaucht sein. Wird Marga ihren Michael wiederfinden? Und wird es ein Happy End für die beiden geben? Auch die Geschichte der Gegenwart ist ausgesprochen spannend. Wie gehören Andrea und der alte Mann zusammen? Hat er etwas mit der Vergangenheit ihrer Familie zu tun? Sie versucht es mit Hilfe des Journalisten Frank Renner, der gerade über den Swing in Frankreich während des 2. Weltkriegs recherchiert, herauszubekommen. Was für eine Geschichte verbirgt sich hinter dem alten Mann? Und wie gehören die beiden Geschichten zusammen? Micaela Jary hat ein wunderbares Buch über einen kleinen Teil der Menschen im 3. Reich geschrieben - die Musiker, die versuchten ihr Leben so weiterleben zu können, ohne dass sie einberufen wurden. Das war durchaus eine politische Gradwanderung. Ich persönlich fand das Buch grandios. Und das, obwohl ich mich mit der eigentlichen Hauptperson Marga nicht identifizieren konnte. Sie war mir etwas zu impulsiv und naiv für ihre Zeit. Aber das hat mich dann doch auch noch einmal zum Nachdenken gebracht. Die Autorin schreibt ihren Roman ja nicht aus der Sicht und mit unserem Wissen von heute. Sondern sie hat versucht, die Menschen so darzustellen, wie sie wohl während des 3. Reichs gelebt, gedacht und gefühlt haben. Und da waren nun einmal ein Großteil der Menschen unpolitisch, und sie haben versucht, über „einige Ungereimtheiten“ hinwegzusehen. Die Swing-Jugend war schon ein besonderer Menschenschlag. Für ihre Musik nahmen sie einiges in Kauf. Aber wirklich politisch waren sie nicht unbedingt. So ganz nebenbei - Ralph Giordano und Hans-Jürgen Massaquoi (Neger, Neger, Schornsteinfeger) gehörten übrigens zur Hamburger Swing-Jugend! Der Roman liest sich ausgesprochen spannend und hält diese Spannung auch wirklich bis zum Schluss. Einiges habe ich richtig erraten, aber nicht alles. Es gab doch immer noch wieder Überraschungen. Sehr gut gefallen hat mir, dass die Autorin einen grandiosen Unterhaltungsroman geschrieben hat, der sich an der deutschen Geschichte entlang hangelt, aber nie so politisch wird, dass er seine eigentlichen Leser abschreckt, die nicht mehr en detail von den Zuständen im 3. Reich lesen wollen. Allen anderen bietet er die Möglichkeit sich selbst noch weiter in das Thema zu vertiefen. Mir hat das Buch einen Riesenspaß gemacht und ich wünsche ihm ganz viele glückliche Leser und Leserinnen!

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Ein großartiger Roman mit viel Gefühl und Spannung
von Nici´s Buchecke am 18.10.2015

Dieses Buch machte mich aufgrund seines Klappentextes sehr neugierig. Ich habe bisher noch kein Buch der Autorin gelesen, lese aber sehr gerne historische Romane oder Bücher, deren Handlung zur Zeit des Nationalsozialismus spielt. Meistens handeln diese Bücher von Insassen der Konzentrationslager und dies ist durchaus wichtig, denn diese schlimmen... Dieses Buch machte mich aufgrund seines Klappentextes sehr neugierig. Ich habe bisher noch kein Buch der Autorin gelesen, lese aber sehr gerne historische Romane oder Bücher, deren Handlung zur Zeit des Nationalsozialismus spielt. Meistens handeln diese Bücher von Insassen der Konzentrationslager und dies ist durchaus wichtig, denn diese schlimmen Ereignisse sollten nicht in Vergessenheit geraten. Hier jedoch interessierte mich vor allem, dass dieser Roman diese Zeit aus einer ganz anderen Perspektive beleuchtete. Auch das das Thema Liebe eine große Rolle einnimmt sprach mich vor allem als Frau an. Die Autorin machte hier wirklich auf eine eindrucksvolle Weise darauf aufmerksam, wie sich selbst in den Bereich der Musik der Nationalsozialismus auswirkte. Ich habe daran ehrlich gesagt noch nie gedacht. Natürlich war mir bewusst, dass das Leben der Bürger in vielen Bereichen eingeschränkt war, aber das selbst bestimmte Musikrichtungen einer strengen Regelung unterworfen waren, wurde mir erst hier richtig bewusst. Die Handlung spielt auf zwei Ebenen. Einmal in der Zeit des Dritten Reiches und einmal 1999. Da sich diese regelmäßig abwechselten wurde es beim Lesen nie langweilig. Die Handlung der beiden Zeiten ist auf mehr als interessante Weise miteinander verbunden und der Leser taucht in der Handlung vollkommen ab. Ich wurde gefesselt von dem Verlangen zu erfahren, wie sich alles auflösen wird. Marga ist eine wunderbar realistische Hauptprotagonistin auch wenn sie mir in manchen Sachen etwas naiv erschien. Sie wirkte oft egoistisch auf mich und doch trägt sie soviel Liebe in sich, dass es mich wirklich berührte. Michael, ihre Jugendliebe, war mir weniger sympathisch. Natürlich ist er in einer mehr als heiklen Situation und ich verstehe durchaus, dass er an sein Überleben denken musste, aber ein wenig mehr Emotionalität hätte ihm sicher nicht geschadet. Micaela Jary hat eine wunderbar spannende Art uns das Schicksal dieser beiden Figuren näher zu bringen. Ihr Schreibstil ist angenehm zu lesen und die Handlung entblättert sich dem Leser in ihrer ganzen Pracht. Sie hat eine wunderbare Art dem Leser die Hürden und Ängste dieser Zeit eindringlich näher zu bringen. Ich habe diesen Roman verschlungen und war am Ende mehr als gerührt. Ein großartiges Buch über die schlimmste Zeit unserer Geschichte und Liebe.

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