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Wo Gacko einst das Mammut jagte

Orts- und Flurnamen erzählen die Besiedlung des Murgtals. Mit einer kleinen Sprachlehre für Hobbyforscher

Geht der Name Kuppenheim auf ein keltisches Wort für „Kopf“ zurück? Oder stand ein merowingischer Grosser namens Cuppo Pate? Oder waren die Kuppen der angrenzenden Hügel die Namengeber?
Namenkunde ist eine spannende Angelegenheit. Sie handelt nicht nur von Sprache, sondern auch von der Landschaft und deren Geschichte. Steinzeitjäger durchstreiften die Region; ihnen folgten nach Ende der Eiszeit Menschen aus dem Mittelmeerraum. Später bewohnten Kelten, Römer, Alemannen und Franken unsere Heimat. Sie hinterliessen Spuren – nicht nur im Boden, sondern auch in den Namen von Orten und Gewannen.
Nachdem zunächst nur den Mündungstrichter der Murg bis Rotenfels besiedelt worden war, wagte man sich im hohen Mittelalter weiter in die sumpfige Auenlandschaft bis Gernsbach vor. Die Pioniere gründeten Dörfer und gaben ihnen und den angrenzenden Gewannen Namen. Sie stiessen aber auch – wie die Untersuchung erstmalig feststellt – auf Namen von Bächen und Auen, die bereits seit Urzeiten der Landschaft anhafteten, aber jetzt mit Sprachelementen der fränkischen Siedler verbunden wurden. Beispiele sind Gaggenau und Ottenau, die in den meisten Chroniken und Handbüchern bisher als Auen eines „biederen Landsiedel Gacko“ und eines „Grafen Otto“ gedeutet wurden.
Schliesslich waren Siedlungsdruck, Holzbedarf und der Ehrgeiz der Ebersteiner so gross, dass man über das „Klingele“ hinaus in die enge Granitschlucht weiter vordrang. Rodungsnamen zeugen noch heute von der mühevollen Siedlungsarbeit der Pioniere, die gewiss kein hohes Alter erreichten. Einer von ihnen soll Berengar gewesen sein, der angebliche Gründer von Bermersbach, dessen Dorfname nach einer anderen Deutung jedoch die Abgelegenheit einer von Bären bewohnten Gegend widerspiegelt.
Ein interessantes Schlusskapitel stellt die Geschichte der Waldkolonien dar, die erst im 18. Jahrhundert entstanden. Flur- und Gewann-Namen wie Holländerweg, Riesenkopf, Kähnerloch und Biberach-Schwallung erzählen dem Kundigen noch heute von der harten Arbeit der Waldleute. Wie aber kam es zu Namen wie Hundsbach und Pandurenbronn?
Um solche und andere Fragen zu klären, studierte Ulrich Behne alte Sagen, Heimatbücher und wissenschaftliche Fachliteratur. Er nahm Kontakt mit Sprachwissenschaftlern, Heimatforschern und Geografen auf. Es halfen ihm aber auch interessierte Laien, so dass zahlreiche namentlich genannte Murgtäler diese Arbeit gewissermassen mitgeschrieben haben. Auf diese Weise ist ein Buch entstanden, das die Geschichte der Besiedlung des oberen Murgtals von Steinmauern bis Kirschbaumwasen anhand der Orts- und Gewann-Namen anschaulich erzählt. Besonders gekennzeichnete Kleinkapitel, die Sprachgeschichtliches und Namenkundliches behandeln, werden bei dem einen Leser auf besonderes Interesse stossen; während der andere sie überspringen kann, ohne den Zusammenhang aus dem Auge zu verlieren. Man kann das Werk aber auch mit Hilfe mehrerer Verzeichnisse als Handbuch oder Nachschlagewerk benutzen. Etwa vierzig meist farbige Fotos, Gemälde, Zeichnungen und Skizzen laden ein, das Buch in die Hand zu nehmen.
Portrait

Ulrich Behne wurde 1939 in Vechta im Oldenburger Münsterland geboren. Nach Ablegung des Abiturs in Hannover und Ableistung der Wehrpflicht studierte er Germanistik und Geschichte in Göttingen und Freiburg. Nach seinem Referendariat am Tulla-Gymnasium Rastatt war er von 1969 bis 2003 als Lehrer am Goethe-Gymnasium Gaggenau tätig.
Danach übte er sechs Jahre das Amt des ersten Vorsitzenden des Kulturrings Gaggenau aus. Seine Lieblingsbeschäftigung ist neben der Heimatgeschichte die geistliche Chormusik.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Kunststoff-Einband
Herausgeber BadnerBuch Verlag
Seitenzahl 240
Erscheinungsdatum 15.11.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-944635-03-3
Verlag BadnerBuch-Verlag
Maße (L/B/H) 216/153/20 mm
Gewicht 543
Abbildungen mit 43 Abbildungen
Auflage 1. Auflage
Illustratoren Marko Garreis
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