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Jahrhundertzeugen

Die Botschaft der letzten Helden gegen Hitler. 18 Begegnungen

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Ob Widerstandskämpfer oder Holocaust-Überlebende – die Lebenswege dieser besonderen Menschen beeindrucken gerade in unserer so unruhigen heutigen Zeit. Denn sich gegen Hitler zu stellen, seine Schreckensherrschaft zu überleben und trotzdem nicht mit dem Schicksal zu hadern, sondern immer wieder aufzustehen, dem Leben positiv und mit einem grossen Ja zu begegnen, macht Mut für den Umgang mit Terror und Krieg, Flucht und Vertreibung – Themen, die heute wieder von bedrückender Aktualität sind. Tim Pröse hat einige dieser letzten Zeugen über viele Jahre begleitet und erzählt in 18 eindrucksvollen Porträts von ihrem Leben und ihrer Botschaft: ein Plädoyer der Unangepassten für mehr Toleranz und gegen das Vergessen!




Portrait
Tim Pröse, geboren 1970 in Essen, ist Autor und Journalist in München. Er war Chefreporter der Münchner Abendzeitung und vierzehn Jahre Redakteur des Focus in den Ressorts »Menschen« und »Reportage«. Seine einfühlsamen zeitgeschichtlichen Porträts wurden mit dem »Katholischen Medienpreis« ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 31.10.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-453-20124-8
Verlag Heyne
Maße (L/B/H) 222/144/32 mm
Gewicht 525
Abbildungen 18 schwarz-weiße Abbildungen
Verkaufsrang 6.822
Buch (gebundene Ausgabe)
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Ein bewegendes Buch gegen das Vergessen
von einer Kundin/einem Kunden aus München am 23.11.2016

Tim Pröses Buch Jahrhundertzeugen berührt den Leser gerade deswegen so stark, weil es bewusst die Vogelperspektive vermeidet und sich nicht scheut, tiefes Mitgefühl für die Opfer, tiefe Verehrung für die Widerstandshelden und einen ebenso tiefen Abscheu vor dem Horror zu bezeugen, den die Untaten des Nazi-Regimes in dem Autor... Tim Pröses Buch Jahrhundertzeugen berührt den Leser gerade deswegen so stark, weil es bewusst die Vogelperspektive vermeidet und sich nicht scheut, tiefes Mitgefühl für die Opfer, tiefe Verehrung für die Widerstandshelden und einen ebenso tiefen Abscheu vor dem Horror zu bezeugen, den die Untaten des Nazi-Regimes in dem Autor ausgelöst haben. Da ist einer, der sich mitreißen lässt von den Geschichten der Menschen, die er mit ungemein sensiblem Einfühlungsvermögen porträtiert. Und trotzdem sind seine Lebensbeschreibungen keine Hagiographien. Oskar Schindler zum Beispiel war allem Anschein nach kein Heiliger. Dennoch war er ein Held, der 1200 Juden das Leben rettete. Dass er obendrein ein Säufer, ein Spieler und auch ein Frauenverehrer war, der es mit der Treue nicht so genau nahm, fällt für Pröse zwar ins Gewicht, mindert für ihn aber die Lebensleistung dieses Gerechten unter den Völkern nicht. Jahrhundertzeugen ist aber nicht nur ein Buch der Vergangenheit, sondern auch der Gegenwart. Angesichts neuer Nationalismen, populistischer Volksverhetzer, einer Ausgrenzungsrhetorik sowie einer Sprachverflachung, die glaubt, klar zwischen gut und böse unterscheiden zu können, versteht Pröse seine Lebensgeschichten auch als Mahnung an uns Heutige, uns nicht noch einmal verführen zu lassen, sondern aufzustehen und nein zu sagen, ehe es zu spät ist. Dazu gehört freilich Mut - und manchmal sogar übermenschlicher Mut, wie uns die von Pröse porträtierten Helden eindrucksvoll vor Augen geführt haben.

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Ein wertvolles Zeitdokument
von Yvonnes Lesewelt aus Dithmarschen am 19.01.2017

Jahrhundertzeugen ist ein Buch, das ich nicht einfach so mal schnell runterlesen konnte. Man muss die 18 Geschichten langsam lesen, sie auf sich wirken lassen. Das verflixte dabei ist, dass sie dann noch mehr ihr Grauen entfalten. Ich muss gestehen, dass ich an einigen Geschichten schwer zu knabbern hatte.... Jahrhundertzeugen ist ein Buch, das ich nicht einfach so mal schnell runterlesen konnte. Man muss die 18 Geschichten langsam lesen, sie auf sich wirken lassen. Das verflixte dabei ist, dass sie dann noch mehr ihr Grauen entfalten. Ich muss gestehen, dass ich an einigen Geschichten schwer zu knabbern hatte. Dennoch: Dieses Buch muss von vielen Menschen gelesen werden! Tim Pröse schreibt unheimlich sensibel über die Geschichten von Anne Frank, Kurt K. Keller, Hand Rosenthal, Sophie Scholl und vielen anderen. Ich habe den größten Respekt vor den Menschen, die in diesem Buch zu Wort kommen. Einige sind inzwischen verstorben. Sie waren wirkliche Helden, aber das interessante ist, dass sie alle, sich selbst nicht als Helden sehen und auch nicht so bezeichnet werden wollen. Berthold Beitz sagte z. B. „Die Leute wollen mich zum Helden machen. Aber ich war keiner. Ich bin ein Mensch gewesen.“ (S. 45). Also, ganz ehrlich. Wer sich mutig an den Bahnsteig stellt und der SS die jüdischen Menschen quasi entreißt, um diese bei sich in der Fabrik zu beschäftigen und ggfls. zu verstecken. Der darf durchaus als Held bezeichnet werden. Nicht viele hatten und hätten den Mut dazu. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich diesen Mut nicht aufbringen würde. Was aber auch immer wieder durchdringt ist, dass einige von ihnen Angst hatten. Angst zu versagen, Angst vor Repressalien, Angst vor dem Tod. Und genau das macht sie in meinen Augen noch mutiger. Denn, die Angst um das eigene Leben für das Leben von Tausenden zu überwinden… wenn das nicht Mut ist, dann weiß ich auch nicht. Tim Pröse schafft es immer wieder, den Bogen von einem zum nächsten Interview zu schlagen. Es kommen die Widerstandskämpfer und die Holocoust-Überlebenden selbst zu Wort, oft berichten aber auch Freunde oder Verwandte, der bereits verstorbenen Widerstandskämpfer. Sei es die Schwester von Sophie Scholl oder der Sohn und die Enkelin von Wilm Hosenfeld. Ich muss gestehen, dass mir viele der Namen bis zu diesem Buch nichts sagten, aber, jede der hier interviewten oder porträtierten Personen hat seine ganz eigene, sehr spannende Geschichte. Ich kann gar nicht so viel über dieses Buch sagen, außer, dass ihr es unbedingt lesen müsst. Hier geht es wirklich um Menschen, die sich mutig für andere Menschen eingesetzt haben, die in Zeiten absoluter Unmenschlichkeit ihre eigene Menschlichkeit nicht nur nicht vergessen, sondern ausgelebt haben. Dabei fand ich sehr spannend, dass bei Weitem nicht alle von Anfang an Widerstandskämpfer waren, sondern teilweise sogar jubelnd mit in den Krieg gezogen sind. Ihnen allen ist aber wieder gemeinsam, dass ihnen nach und nach die Augen geöffnet wurden und sie den Drehpunkt gefunden haben. Ewald-Heinricht von Kleist sagte gegenüber Tim Pröse: „Man muss immer das Richtige tun. Mehr kann man ja nicht.“ (S.142) Ich denke, dass wir alle genau wissen, wie schwierig es ist, immer das Richtige zu tun. Diesen Satz sollten wir alle uns also ganz groß einrahmen. So einfach gesagt, so schwer umzusetzen und doch so essentiell wichtig. Mich persönlich hat am meisten die Geschichte von Georg Elser beeindruckt. Ein einfacher Handwerker, der den Mut aufgebracht hat, eine Bombe zu bauen und diese in Bürgerbräukeller zu platzieren. Er zeigt, dass auch der Einzelne, der kleine Mann, den Mut aufbringen kann, die Welt zu verändern. Auch, wenn es ihm knapp nicht gelungen ist, so verdient er größten Respekt. Ich war erstaunt darüber, wie oft versucht wurde Hitler zu töten und wie oft es nur um wenige Augenblicke nicht geklappt hat und muss gestehen, dass mir das bisher gar nicht so bewusst war. Ich kann euch dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen. Gerade in der heutigen Zeit wird es wieder enorm wichtig genau diese Geschichte nicht vergessen zu lassen. Wir steuern im Moment auf Zeiten zu, die mich besorgt machen, die mir Angst machen und ich denke, dass es extrem wichtig ist, dass wir uns alle vor Augen führen, dass so etwas nie wieder passieren darf. Wir alle müssen uns ein Beispiel an diesen Menschen nehmen. Nicht wegschauen, den Mund aufmachen, dafür sorgen, dass wir auch weiter in einem demokratischen Land leben dürfen. Eine schwere Aufgabe! Von mir gibt es verdiente 5 Sterne für ein Zeitdokument, das sehr einfühlsam, aber mit genügend professionellem Abstand von Tim Pröse verfasst wurde.

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Ein wertvolles Buch für alle Freunde der Freiheit
von Herbert Mackert aus München am 12.01.2017

Einer der von Pröse befragten Jahrhundertzeugen ist der Neffe Georg Elsers, dessen 1938 gescheitertes Attentat auf Hitler vermutlich den Zweiten Weltkrieg mit seinen 50 Millionen Toten verhindert hätte. Weil Hitler wegen Nebels nicht mit seiner Führermaschine zurück nach Berlin fliegen konnte, sondern den Zug zurück nehmen musste, verließ er... Einer der von Pröse befragten Jahrhundertzeugen ist der Neffe Georg Elsers, dessen 1938 gescheitertes Attentat auf Hitler vermutlich den Zweiten Weltkrieg mit seinen 50 Millionen Toten verhindert hätte. Weil Hitler wegen Nebels nicht mit seiner Führermaschine zurück nach Berlin fliegen konnte, sondern den Zug zurück nehmen musste, verließ er 20 Minuten früher den Saal des Münchner Hofbräukellers, ehe die von Elser in einem Pfeiler deponierte Bombe explodierte. Sechs Jahre lang kerkerte ihn die Gestapo ein, ehe sie ihn hinrichtete, weil sie nicht wahrhaben konnte, dass ein einfacher schwäbischer Schreiner so eine Tat ohne Hintermänner ausführen konnte. Der Mut Elsers erhält durch die Schilderungen seines Neffen eine geradezu greifbare Nähe. Ähnlich wie Sophie Scholl, die aufrecht und voller Gottvertrauen zu ihrer Hinrichtung mit dem Fallbeil schritt, riskierte auch Elser klaren Verstandes und festen Willens sein Leben für das höhere Ziel. Der einstige Essener Krupp-Generalbevollmächtigte Berthold Beitz begründet in dem Buch die Rettung Hunderter seiner dem Tod geweihten jüdischen Arbeiter damit, dass ihm seine eigene Freiheit immer wichtig gewesen sei und ihm deshalb auch an der Freiheit der anderen gelegen gewesen sei. Pröse hat das Verdienst, noch rechtzeitig diese Zeugen aus der aussterbenden Generation der Helden und Überlebenden des Holocaust aufgesucht und ihr Handeln dokumentiert zu haben. Ein wertvolles Buch für alle Freunde der Freiheit, das gerade in dieser politisch so aufgewühlten Zeit Orientierung gibt, um standhaft zu bleiben, Haltung zu zeigen, die Würde des Menschen zu verteidigen, das Leben.

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