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Petra Sch. aus Gablitz

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Meine Bewertungen

Gelungener Auftakt der historischen Trilogie um die Hebamme Hulda Gold

Petra Sch. aus Gablitz , am 06.07.2020

Kurz zum Inhalt:
Berlin, 1922. Die beliebte Hebamme Hulda Gold, 26, kümmert sich um die werdenden Mütter der ärmlicheren Bevölkerung in Schönefeld.
Als die Nachbarin einer ihrer Wöchnerinnen tot im Landwehrkanal gefunden wird, verspricht Hulda ihr, sich umzuhören, was mit Rita Schönbrunn passiert sei.
Bei ihrem Ermittlungen lernt sie Kommissar Karl North kennen, der den Anschein macht, gar nicht richtig ermitteln zu wollen.
Hulda stellt eigene Nachforschungen an und kommt dem Täter dabei gefährlich nahe...


Meine Meinung:
"Schatten und Licht" ist der Auftakt der Trilogie um die gewitzte und willensstarke Hebamme Hulda Gold.
Die Schreibweise fand ich zwar eher etwas einfacher gehalten, aber irgendwie auch passend zur damaligen Zeit; es war permanent fesselnd und man fliegt nur so durch die Seiten.
Die Autorin hat es für meinen Geschmack perfekt geschafft, genug historische Details einfließen zu lassen, sodass man auch noch etwas über die damalige Zeit lernen konnte; der Krimi war cosy aber spannend zu verfolgen; und die Liebe kommt natürlich auch nicht zu kurz :) - ein rundum perfekt gelungener Roman!
Hulda ist eine empathische junge Frau, die sich nicht nur um die werdenden Mütter und ihre Babys kümmert, sondern für alle Menschen das Beste will. Genau das bringt sie bei ihren Ermittlungen jedoch in Gefahr.
Ich fand es toll, wie die Autorin Infos über die damalige Zeit in die Geschichte einfließen ließ; nicht nur die Politik-denn die dunkeln Wolken der NSDAP sind gut zu spüren- ebenso die Lebensgewohnheiten der Menschen. Vor allem der ärmlicheren Bevölkerung, für die Hulda hauptsächlich zuständig war. Die Atmosphäre der Nachkriegszeit und das schwere Leben der Einwohner Berlins bzw. der extreme Unterschied zwischen Arm und Reich kommt sehr gut zur Geltung. Viele kämpfen um ihr Überleben, müssen Hungern oder sich prostituieren. So wie Rita es musste.
Und man erfährt viel über die Arbeitsweise von Hebammen sowie das schwere Los, das Frauen damals oft tragen mussten. Licht und Schatten lagen oft nah beieinander.
Die Tagebuchauszüge von Rita Schönbrunn über ihre frühere Arbeit im Irrenhaus bzw. im Lazarett fand ich sehr interessant.
Und die Auflösung des Kriminalfalls, an der Hulda und Karl zuerst getrennt, später gemeinsam arbeiten, war ebenso authentisch wie überraschend.


Fazit:
Ein toller Auftakt der Fräulein Gold Trilogie. Perfekte Kombination aus historischem Roman mit Lerneffekt, Krimi und Liebesroman. Ich freue mich schon sehr auf die beiden Folgebände!

Fräulein Gold: Schatten und Licht - Anne Stern
Fräulein Gold: Schatten und Licht
von Anne Stern
(55)
Buch (Paperback)
Fr. 24.90

Extrem packender Auftakt der "von-hinten-nach-vorne" Trilogie um Hulda Hermannsdóttir

Petra Sch. aus Gablitz , am 03.07.2020

Kurz zum Inhalt:
Die Kommissarin Hulda Hermannsdóttir, die kurz vor der Pension steht und "aufs Abstellgleis abgeschoben" werden soll, um einem jüngeren Kollegen Platz zu machen, darf sich kurz vor ihrer Rente noch einen Cold Case aussuchen, in dem sie ermitteln kann.
Sie weiß auch sofort, welchen Fall sie in Angriff nehmen wird: Jenen der jungen Russin Elena, die um Asyl ansuchte und die vor einem Jahr tot in einer Bucht aufgefunden wurde und deren Tod als Selbstmord abgetan wurde. Doch Hulda glaubt nicht daran und ist entsetzt über die damaligen schlampigen Ermittlungen. Sie deckt immer mehr Geheimnisse auf-doch dabei kommt sie dem Täter gefährlich nahe...


Meine Meinung:
"Dunkel" ist der Auftakt der Trilogie um Hulda Hermannsdóttir, Kommissarin aus Reykjavík, die kurz vor ihrer Rente steht und davor schon Panik hat, denn die Arbeit war bisher alles in ihrem Leben.
Die Schreibweise ist fesselnd, und der Autor schafft es hervorragend, das dunkle melancholische Island vor den Augen des Lesers entstehen zu lassen und hat mit Hulda eine Figur geschaffen, mit der man sympathisiert.
Auch fühlt man-gerade als weibliche Leserin-mit Hulda mit, denn es ist leider auch heutzutage oft noch so, dass Frauen-gerade in so männerdominierten Berufen wie der Polizei-diskriminiert werden. Hulda wurde jedes Mal bei Beförderungen übergangen, obwohl sie immer hervorragende Polizeiarbeit geleistet hat; junge männliche Kollegen ziehen an ihr auf der Karriereleiter vorbei. Und sie muss sogar zugunsten eines neuen jungen Kollegen ihren Platz früher als geplant räumen.
Gnädigerweise darf sie sich noch einen letzten Fall-einen Cold Case-aussuchen, in den sie sich verbeißt und für den ihr nur mehr wenig Zeit bleibt. Ihre Hartnäckigkeit wird ihr leider zum Verhängnis.
Auch die Ermittlungsarbeit von Hulda fand ich authentisch, denn es geht im wahren Leben auch immer nur in kleinen Schritten vorwärts. Trotzdem waren ihre Fortschritte spannend zu verfolgen.
Das Ende hat mich dann überrascht-nicht nur, was den Täter betrifft.


Fazit:
Ein extrem fesselnder Auftakt der Trilogie um die isländische Kommissarin Hulda Hermannsdóttir, deren Geschichte vom Ende zum Anfang erzählt wird. Ich bin schon sehr gespannt auf die beiden Folgebände!

Dunkel - Ragnar Jónasson
Dunkel
von Ragnar Jónasson
(164)
Buch (Paperback)
Fr. 23.90

atmosphärischer Urlaubskrimi in der wunderschönen Provence

Petra Sch. aus Gablitz , am 23.06.2020

Kurz zum Inhalt:
Die Engländerin Penelope Kite verliebt sich bei ihrem Urlaub in die Provence und kauft daraufhin ein altes renovierungsbedürftiges Anwesen für ihre Rente.
Doch gleich in der ersten Nacht in ihrem neuen Zuhause findet sie eine Leiche in ihrem Pool. Es ist Manuel Avore, ein dorfbekannter und unbeliebter Säufer, der vor langer Zeit der Besitzer ihres Anwesens war und das Gehöft wegen Spielschulden verkaufen musste.
Nachdem die Polizei zuerst von einem Unfall ausgeht, ermittelt Penny auf eigene Faust. Doch das gefällt nicht allen und sie gerät in Gefahr...


Meine Meinung:
Bei "Tod in Saint Merlot" gefiel mir besonders gut, dass die Landschaft so anschaulich beschrieben wurde. Ich hatte die Gegend und Penelopes Anwesen "Le Chant d'Eau" genau vor Augen und habe richtig Lust bekommen, die Provence baldmöglichst zu bereisen.
Auch kam die Einstellung der Einwohner, die Atmosphäre und die französische Lebensart gut zur Geltung; ebenso wie die Verwicklungen und Verstrickungen eines kleinen Dorfes und die Geheimnisse der Bewohner. Dies hat mir sehr gut gefallen.
Auch mochte ich die - meist- starke Penelope mit ihrem eigenen Kopf, die von Anfang an wusste, dass Avores Tod kein Unfall war und sehr zum Missfallen des Polizeichefs auf eigene Faust ermittelt; und ihre dauerquatschende, alles hinterfragende Freundin Frankie.
Weniger gut gefiel mir, dass Penelope und Frankie gefühlt ständig Roséwein getrunken haben und dass Penny dadurch nicht mehr ganz klar im Kopf war und nicht intensiv genug Dinge hinterfragt hat.
Und vor allem, dass die Autorin die Leser auf einige falsche Spuren geführt hat, die nicht nur unlogisch, sondern schlicht und einfach gar nicht notwendig gewesen wären. Denn das tolle Setting, die taffe Protagonistin und die vorhandenen Spuren, die Penny verfolgt sowie die Gefahren, in die sich sich dadurch begibt, sowie die nachvollziehbare Auflösung hätten vollkommen ausgereicht.


Fazit:
Unterhaltsamer Provence-Krimi mit Lokalkolorit und Urlaubsfeeling und einer sympathischen Protagonistin.

Tod in Saint Merlot - Serena Kent
Tod in Saint Merlot
von Serena Kent
(25)
Buch (Paperback)
Fr. 17.90

sehr grausig, brutal und blutig

Petra Sch. aus Gablitz , am 31.05.2020

Kurz zum Inhalt:
In ganz Deutschland passieren grausame blutige Morde. Verübt von 13-jährigen Jugendlichen.
Und diese wissen genau, dass sie für ihre Taten nicht belangt werden können, denn in Deutschland ist man erst mit 14 Jahren strafmündig.
Angestachelt werden die Jugendlich im Darknet von einem Mann, der sich selbst Blutgott nennt. Er fordert von seinen Anhängern immer grausamere Morden, die ihn überraschen sollen.
Clara Vidalis, Kriminalkommissarin in Berlin, und ihr Mann, der von allen nur "MacDeath" genannt wird und Profiler beim LKA ist, machen sich auf die Jagd nach dem Blutgott.


Meine Meinung:
"Blutgott" ist der 7. Band der Clara-Vidalis-Reihe. Für mich der erste, aber ich hatte kein Problem, in die Geschichte hineinzufinden, denn die persönlichen Verbindungen der handelnden Personen wurde ausreichend beschrieben und es wurde auch auf vorige Fälle hingewiesen.
Die rasante Schreibweise und die barbarischen Jugendlichen, die ungestraft morden und auch wissen, dass sie dafür nicht belangt werden können, hat mich anfangs richtig gefesselt.
Doch etwa ab der Hälfte wurde es sogar mir ZU brutal und blutig - und ich habe schon viele blutige Thriller gelesen...
Auch waren die vielen Erklärungen zu vergangenen Serientätern teilweise langatmig und zäh.
Außerdem konnte ich das Motiv des Blutgotts, Kinder zum Morden anzustiften, nicht wirklich nachvollziehen und der Fall wurde nicht aufgeklärt - es muss somit einen direkt anknüpfenden Folgeband geben. So etwas hatte ich noch nie, dass der Hauptfall in einem Band einer Reihe nicht aufgeklärt wurde. Fand ich gar nicht gut.
Außerdem war der erste Teil des Schlusses klischeehaft und ich wusste hier die Auflösung sofort. Der zweite Teil am Ende hat mich dann tatsächlich überrascht.
Was mich jedoch sehr aufgewühlt hat - besonders als Mutter - ist die Gefahr, die im Internet lauert! So etwas kann man sich gar nicht vorstellen, einfach nur schrecklich! Und dass man wirklich richtig gut aufpassen muss, was seine Kinder so im Internet machen.


Fazit:
Sehr, sehr, sehr blutiger und grausiger Thriller ohne richtigen Abschluss. Ich vergebe 3 Sterne.

Blutgott - Veit Etzold
Blutgott
von Veit Etzold
(119)
Buch (Klappenbroschur)
Fr. 17.90

nach einem richtig gutem Anfang wurde es leider absurd...

Petra Sch. aus Gablitz , am 30.05.2020

Kurz zum Inhalt:
Marie-Anne Nanon, von allen nur Madame Nan genannt, lebt in einem kleinen Dorf im Elsass. Sie muss ihre vier Töchter alleine aufziehen, da ihr Mann früh gestorben ist.
Eines Tages ergibt sich eine neue Chance für die Familie: Monsieur Boberschram schenkt ihnen seinen Laden, weil der Freund ihrer ältesten Tochter ihm das Leben gerettet hat.
Die Frauen ergreifen ihre Chance und machen aus dem Laden einen beliebten Treffpunkt für die Bewohner.
Und dann haben ihre älteste Tochter Marie und deren Freund Malou eine Geschäftsidee: sie wollen Liebensbomben verkaufen, die aus dem Land von Malou's Eltern kommen; die Liebesbomben werden zum Verkaufsschlager.
Können sie auch Madame Nan in der Sache mit Monsieur Boberschram helfen?


Meine Meinung:
Die 92-jährige Madame Nan erzählt dem Leser ihre Lebensgeschichte in einem kleinen Dorf im Elsass in einer angenehmen und leichten Schreibweise. Das fand ich bezaubernd, und mal etwas anderes. Außerdem begann die Story interessant, authentisch und berührend.
Auch erfährt man viel über die Geschichte der Gegend in vergangenen Zeiten. Und damit hängt auch die Verbindung von Madame Nan und Monsieur Boberschram zusammen.
Doch etwa aber der Mitte, als die Liebesbomben ins Spiel kamen, wurde das ganze in meinen Augen absurd und alles andere als authentisch. Die Personen verhielten sich nur noch grotesk und nicht glaubwürdig. Außerdem war es ab dann auch teilweise langatmig, und es gab etliche Wiederholungen. Das fand ich echt schade, denn das Buch hatte Potential und so vielversprechend begonnen.
Der Schluss war dann wieder okay, trotzdem habe ich mich auch oft über Madame Nan ärgern müssen und hätte sie sooo gerne geschüttelt. Wieso reden die Leute nicht miteinander? Und wieso hat Madame Nan sich das Verhalten von Monsieur Boberschram gefallen lassen?
Ein sehr schönes Zitat fand ich auf S. 39: "Am Glück muss man arbeiten, damit es sich einnistet."


Fazit:
Guter berührender Anfang, absurder Mittelteil und etwas versöhnlicher Schluss. Hätte mehr Potential gehabt, daher vergebe ich 3 Sterne.

Wie uns die Liebe fand - Claire Stihlé
Wie uns die Liebe fand
von Claire Stihlé
(126)
Buch (Paperback)
Fr. 23.90

Lustiger Rätselspaß; leider nicht immer nur logische Rätsel-Auflösungen

Petra Sch. aus Gablitz , am 26.05.2020

Die Ravensburger Exit Room Rätsel Bücher gibt es in vier verschiedenen Ausführungen.
Wir hatten uns für "Gefangen im Funpark" entschieden.

Das Buch 'redet' mit den jungen Lesern und gibt Anweisungen, wie man sich aus dem Funpark, in dem man sich verirrt hat, befreien kann. Es gibt zwei Räume, wo man viele Rätsel nach einander lösen muss, um sich daraus zu befreien.
Der erste Raum ist eine Art Geisterbahn-Raum mit Skeletten und allerlei anderen gruseligen Dingen. Wenn man es daraus geschafft hat, gelangt man in Raum 2, der wie das Cockpit eines Raumschiffes gestaltet ist.

Um die Rätsel zu lösen und weiterzukommen, muss man im Buch schneiden, kleben, und hineinschreiben. Das macht richtig Spaß! Leider kann das Buch dadurch nur einmal verwendet werden.
Zu jedem Rätsel gibt es auch zwei Tipps, die man nur mit einem Spiegel lesen kann; und am Ende des Buches gibt es eine komplette Auflistung der Lösungen.

Meine Tochter und ich waren von Raum 1 total begeistert; Raum 2 hat uns dann leider nicht ganz so gut gefallen, denn hier waren nicht alle Lösungen 100% logisch - überhaupt bei einem Rätsel, wo ich sogar bei den Lösungsangaben ganz am Schluss nachsehen musste, und nicht einmal damit konnten wir die Auflösung nachvollziehen. Das fanden wir sehr schade, denn jede Lösung für ein Rätsel soll doch logisch und nachvollziehbar sein. Daher müssen wir auch einen Stern abziehen - aber ansonsten macht so ein Rätselbuch richtig viel Spaß und wir besorgen uns sicher auch noch die anderen!

Ravensburger Exit Room Rätsel: Gefangen im Funpark - Ute Löwenberg, Martine Richter
Ravensburger Exit Room Rätsel: Gefangen im Funpark
von Ute Löwenberg
(20)
Buch (gebundene Ausgabe)
Fr. 21.90

Auftakt eines aufregenden Lebens in der Beauty-Branche

Petra Sch. aus Gablitz , am 24.05.2020

Kurz zum Inhalt:
Berlin, 1926. Die 20jährige Chemiestudentin Sophia Krohn wird von ihren Eltern verstoßen, da sie von ihrem verheirateten Dozenten schwanger ist, der will, dass sie das Kind abtreibt. Doch das wird Sophia bestimmt nicht machen! Mit ihrer besten Freundin Henny reist sie nach Paris, da diese dort ein Engagement erhalten hat.
Nach einem schrecklichen Schicksalsschlag besinnt sich Sophia wieder auf ihre Chemie und stellt sich mit einer selbstgemachten Gesichtscreme bei der bekannten Königin der Schönheit, Madame Helena Rubinstein, vor.
Diese bietet ihr eine Stelle in ihrer Fabrik in New York an, woraufhin sich Sophia voller Hoffnungen auf ein neues Glück und ein besseres Leben auf den Weg nach Amerika macht.


Meine Meinung:
"Sophias Hoffnung" ist der erste Teil der Trilogie "Farben der Schönheit" über die junge Chemikerin Sophia Krohn, die viele Schicksalsschläge erleiden muss: Ihr Geliebter trennt sich doch nicht von seiner Frau; er will, dass sie das gemeinsame Kind abtreibt; ihre Eltern verstoßen sie; in Paris findet sie keine Arbeit und noch vieles mehr.
Doch Sophia ist stark, sie lässt sich nicht unterkriegen und versucht, das Beste aus ihrem Leben mit ihren Fähigkeiten zu machen - so gibt es immer wieder Hoffnung: in Berlin vermittelt ihr ihre Freundin Henny eine Arbeit als Garderobiere; sie reist mit Henny mit nach Paris, als diese dort ein Engagement als Tänzerin erhält; und dann bekommt sie die großartige Stellung als Chemikerin in der Fabrik von Helena Rubinstein in New York.

Corina Bomanns Schreibstil ist mitreißend und lebendig; durch die ich-Erzählung aus Sophias Sicht fühlt man sich mitten in ihrem Leben dabei und leidet und freut sich mit ihr mit.
Die handelnden Personen sind stark gezeichnet und man kann sich in die Charaktere hineinversetzen.
Besonders gut gefiel mir, dass man so nebenbei auch einiges über Kosmetik-Herstellung erfahren hat, über das Leben der Menschen in den 1920ern und vor allem über die Ikonen Helena Rubinstein und Elizabeth Arden und deren Konkurrenz.


Fazit:
Mitreißender Roman über eine starke Frau in den 1920ern, die es nicht leicht hat und viele Schicksalsschläge verkraften muss. Ich bin schon sehr auf die beiden anderen Bände gespannt!

Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung - Corina Bomann
Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung
von Corina Bomann
(195)
Buch (Paperback)
Fr. 15.90

Regionalkrimi mit rabenschwarzem Humor

Petra Sch. aus Gablitz , am 22.05.2020

Kurz zum Inhalt:
In Kitzbühel tauchen verschiedene Leichenteile auf. Es stellt sich heraus, dass diese zu verschiedenen Personen gehören. Wer sind diese? Und warum werden sie nicht vermisst?
Luisa, die von allen nur Leo genannt werden will, arbeitet als Zimmermädchen und bemerkt dort seltsame Hotelgäste. Ihr Freund Fröschl wird verdächtigt, denn er taucht immer dort auf, wo die Leichenteile gefunden werden. Doch der kann es nicht sein, oder?
Leo wird auch gleich von Frau Obermoser eingespannt und soll als Hausdame bei der Gangster-Witwe Irina ermitteln, denn es steht ein Treffen von einigen Gangster-Bossen an.
Und dann sind da noch fünf Hardcore-Hansi-Hinterseer-Fans. Was haben die mit allem zu tun?


Meine Meinung:
Dies war mein erstes Buch von Tatjana Kruse, und ihr Schreibstil, der Plot und vor allem die handelnden Personen polarisieren. Sie sind skurril, schräg und kurios.
Viel Slapstick und vor allem jede Menge schwarzer Humor ziehen sich durchs ganze Buch.
Die fünf Hansi Hinterseer Fans trifft man immer wieder und schließt sie sofort ins Herz. Und die "alte Omi", Frau Obermoser, will die ganzen Gangster dingfest machen, wobei ihr die mutige und furchtlose Leo helfen soll.
Ich fand die Schnappschildkröte von Frau Obermoser total ulkig. Sie war für mich sowas wie der heimliche Protagonist, denn sie taucht immer wieder auf, und trägt noch dazu den witzigen und schwer auszusprechenden Namen Vitzliputzli.
Die Spannung kommt nicht zu kurz, denn bis kurz vor Schluss rätselt man, zu wem die Leichenteile gehören, warum diese Menschen sterben mussten und wer der Mörder ist.
Leos Alleingänge in der Gangster-Villa lassen einen zittern; und zum Schluss gibt es einen fulminanten Showdown mit einem überraschenden Ende ;)
Im Epilog erklärt sich dann auch der Titel des Buches, und ich musste herzhaft lachen.
Doch trotz aller Komik haben der Fall und der Grund für die Morde eine Ernsthaftigkeit und Authentizität, die gerade für Kitzbühel sehr zutreffen.


Fazit:
Schräger Regionalkrimi mit Lokalkolorit und viel rabenschwarzem Humor.

Leichen, die auf Kühe starren - Tatjana Kruse
Leichen, die auf Kühe starren
von Tatjana Kruse
(17)
Buch (Taschenbuch)
Fr. 14.90

Die Zwölfen sind witzig, freundlich und hilfsbereit. - Ein Buch, in dem mal nicht die magischen Elfen die Stars sind!

Petra Sch. aus Gablitz , am 20.05.2020

4,5 Sterne

Kurz zum Inhalt:
Die 9-jährige Lilly zieht mit ihrer Mutter Henni zu ihrem Großvater aufs Land, wo dieser ein Ausflugslokal namens "Glückseiche" betreibt. Leider ist Lillys Großmutter schon verstorben, und Henni soll helfen, die "Glückseiche" zu retten.
Lilly geht derweil in der Welt der Elfen auf, von denen sie jede Menge Spielfiguren hat und von denen ihr ihre Großmutter immer viele Geschichten erzählt hat. Doch eines Tages lernt sie Flimm und die Zwölfen kennen, die so ganz anders als ihre eleganten Elfen sind - klein, pummelig und mit Stummelflügeln - und die mit den Elfen nix zu tun haben wollen.
Können die Zwölfen helfen, die Glückseiche zu retten?


Meine Meinung:
"Elfen Verboten" ist der Auftakt der Reihe von "Lilly und die Zwölfen".
Der Schreibstil ist kindgerecht und leicht zu verstehen; und die Zwölfen mit ihrer lauten Fröhlichkeit schließt man sofort ins Herz!
Lilly ist ein etwas molligeres Mädchen, das ihren Kummer gerne mit Süßem bewältigt, und wird deshalb von ihrer neuen Nachbarin Clara gehänselt. Mobbing ist somit ein zentrales Thema dieses Buches.
Ebenso die Existenzängste, falls das Ausflugslokal nicht gerettet werden kann. Solche Themenverarbeitung ist wichtig für Kinder, denn das kann im Alltag ebenso zutreffen - gerade jetzt in Zeiten von Corona, wo viele Unternehmen schließen müssen.
Und dann sind da noch die wichtigen Themen Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt - denn die Zwölfen tun alles, um Lilly zu helfen, dass die "Glückseiche" gerettet werden kann.
Es gibt dann natürlich das erwartete Happy-End, aber ganz anders, als man während des Lesens zuerst denkt!

Es gibt viele witzige und phantasievolle Ideen im Buch: die lustigen und rasanten Wurzelrutschen; dass die Zwölfen alles "zwölfig" finden; die "Familienzwistigkeiten" mit den Elfen; dass Lilly "den anderen Blick" hat, mit dem sie alle Wesen der anderen Welt sehen kann - auch die Elfen, die wie die Zwölfen in einem Zauberbaum leben, der sogenannten Glückseiche (genau wie das Ausflugslokal heißt; und Lilly wird bewusst, dass die Geschichten ihrer Großmutter über die Elfen mit ihrer Königin Caitlinn alle wahr sind...)

Das einzige Manko ist, dass Lillys Mutter immer nur Henni bezeichnet wird, und nie Mama, und leider die Kapitellängen. Die Kapitel sind mit ca. 20 Seiten nämlich zu lange, nicht nur fürs Selberlesen, auch fürs Vorlesen.

Viele färbige Illustrationen untermalen das Gelesene, und es gibt dabei oft viel zu entdecken.
Hilfreich sind auch die Abbildungen der meisten handelnden Personen (und Zwölfen ;) im Inneren des Buchdeckels.


Fazit:
Toller Reihenauftakt mit wichtigen Themen und witzigen magischen Zwölfen; aber leider zu langen Kapiteln. Daher 4,5 Sterne von uns!

Lilly und die Zwölfen, 1, Elfen verboten - Sibylle Wenzel
Lilly und die Zwölfen, 1, Elfen verboten
von Sibylle Wenzel
(46)
Buch (gebundene Ausgabe)
Fr. 21.90

Großartiger Abschluss der Schwestern vom Ku'damm-Trilogie

Petra Sch. aus Gablitz , am 14.05.2020

Kurz zum Inhalt:
Berlin, Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre: Florentine Thalheim muss von Paris nach Berlin zurückkehren, da sie in Paris von der Kunst nicht leben konnte.
Ihre Schwestern wollen gerne, dass sie im Familienunternehmen, dem Modekaufhaus Thalheim, mitarbeitet, doch Flori möchte sich lieber ihrer großen Liebe, der Kunst, widmen und träumt von einem Studium an der Hochschule für bildende Künste...


Meine Meinung:
"Tage der Hoffnung" schließt direkt an "Wunderbare Zeiten" an und ist der Abschluss der Thalheim-Schwestern-Trilogie. In dieser Geschichte, die von 1958 bis 1963 spielt, steht die jüngste Thalheim-Schwester, Florentine "Flori", im Mittelpunkt.
Man kann Floris Entwicklung zur erwachsenen Frau hautnah miterleben und begleitet sie bei ihrem Kampf für ihre große Liebe, die Kunst, und wie sie es schafft, doch zum Kunst-Studium zugelassen zu werden.
Sie ist eben eine andere Thalheim, die künstlerisch sehr begabt ist, und deren Mittelpunkt nicht das Modekaufhaus ist, und das setzt sie auch durch. Obwohl sie dann doch dafür tätig wird, aber anders als ihre Schwestern.
Die Autorin schafft es wieder wunderbar, historische Details in die Geschichte zu verweben, man bekommt durch die Protagonisten direkten Einblick in den Mauerbau und die schreckliche Zeit damals; die Ängste der Menschen, von ihren Liebsten getrennt zu sein; die gefährlichen Fluchtversuche; und die Hoffnung, die der Besuch Kennedys gibt. Die Atmosphäre der damaligen Zeit ist sehr gut eingefangen.
Die Schreibweise ist angenehm zu lesen, mit viel direkter Rede. Man fiebert mit den Figuren mit, über ihr Schicksal, und hofft, dass sich alle Probleme lösen lassen. Man leidet mit Flori und ihrem Herzschmerz und Liebeskummer, von dem sie leider viel erdulden muss, und möchte sie manchmal einfach nur schütteln. Dafür freut man sich umso mehr über alle positiven Ereignisse.
Flori wird zu einer starken Frau, und ihre Kunst-mehr die Fotografie als die Malerei-wird mit der Zeit ein voller Erfolg.
Es gibt aber auch wieder etliche Schicksalsschläge, die die Familie und einzelne Figuren erleiden müssen.
Gut fand ich, obwohl Flori im Mittelpunkt steht, dass man wieder viel über alle anderen Familienmitglieder liest. Rike und Silvie sind verheiratet und haben Kinder. Man trifft zB auch Onkel Carl und die beiden Cousins wieder, wo es v.a. Gregor mit seiner Liebe zu Hotte nicht leicht hatte in der damaligen Zeit. Und man trifft auf einen unliebsamen Zeitgenossen aus den vorigen Bänden.
Diesmal stehen auch Miri Sternberg und Floris Freundin Franzi, die jetzt eine berühmte Schauspielerin ist, noch mehr im Mittelpunkt, denn auch über diese gibt es ein großes Geheimnis zu erfahren.
Sehr interessant und lehrreich ist auch die ausführliche chronologische Zeittafel am Ende des Buches, in der sämtliche historischen Ereignisse aus dieser Zeit detailliert aufgezählt sind.


Fazit:
Großartig gelungener Abschluss der Familiensaga im Berlin Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre mit vielen geschichtlichen Details, die geschickt in die Handlung verwoben sind.

Die Schwestern vom Ku'damm: Tage der Hoffnung - Brigitte Riebe
Die Schwestern vom Ku'damm: Tage der Hoffnung
von Brigitte Riebe
(39)
Buch (gebundene Ausgabe)
Fr. 29.90

 
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