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Das Ministerium des äußersten Glücks

Roman

(13)
Arundhati Roy, die Autorin des Weltbestsellers 'Der Gott der kleinen Dinge', kehrt zurück! Ihr lange herbeigesehnter Roman 'Das Ministerium des äussersten Glücks' führt uns an den unwahrscheinlichsten Ort, um das Glück zu finden. Eine Reihe ausgestossener Helden ist hier mit ihrem Schicksal konfrontiert, aber sie finden eine Gemeinschaft, sie bilden eine Familie der besonderen Art.
Auf einem Friedhof in der Altstadt von Delhi wird ein handgeknüpfter Teppich ausgerollt. Auf einem Bürgersteig taucht unverhofft ein Baby auf. In einem verschneiten Tal schreibt ein Vater einen Brief an seine 5-jährige Tochter über die vielen Menschen, die zu ihrer Beerdigung kamen. In einem Zimmer im ersten Stock liest eine einsame Frau die Notizbücher ihres Geliebten. Im Jannat Guest House umarmen sich im Schlaf fest zwei Menschen, als hätten sie sich eben erst getroffen – dabei kennen sie einander schon ein Leben lang.
Voller Inspiration, Gefühl und Überraschungen beweist der Roman auf jeder Seite Arundhati Roys Kunst. Erzählt mit einem Flüstern, einem Schrei, mit Freudentränen und manchmal mit einem bitteren Lachen ist dieser Roman zugleich Liebeserklärung wie Provokation: eine Hymne auf das Leben.
Rezension
"Roy ist eine der besten Schreiberinnen auf dem Subkontinent. Eine geniale Beobachterin Indiens, ironisch im Ton, herzhaft in der Sache." (Laura Höflinger, Der Spiegel 20170722)
Portrait
Arundhati Roy wurde 1959 geboren, wuchs in Kerala auf und lebt in Neu-Delhi. Den internationalen Durchbruch schaffte sie mit ihrem Debüt »Der Gott der kleinen Dinge«, für das sie 1997 den Booker Prize erhielt. Aus der Weltliteratur der Gegenwart ist er nicht mehr wegzudenken. In den letzten zehn Jahren widmete sie sich ausser ihrem politischen und humanitären Engagement vor allem ihrem zweiten Roman »Das Ministerium des äussersten Glücks«.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 560
Erscheinungsdatum 10.08.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-10-002534-0
Verlag S. Fischer
Maße (L/B/H) 212/139/47 mm
Gewicht 665
Originaltitel The Ministry of Utmost Happiness
Auflage 1
Verkaufsrang 164
Buch (gebundene Ausgabe)
Fr. 35.90
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
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Übersicht
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Aufwühlende Story
von Gisela Simak aus Landshut am 11.08.2017

Meine Meinung Diese facettereiche Geschichte entführt uns in ein Indien, dessen Hintergrund ich so noch nicht kennengelernt habe. Die Intensität, mit der die Autorin verschiedene Themen behandelt hat, bringen einem Land und Leute ein ganzes Stück näher. Im Focus steht erst mal Aftab. Er ist als Zwitter zur Welt gekommen.... Meine Meinung Diese facettereiche Geschichte entführt uns in ein Indien, dessen Hintergrund ich so noch nicht kennengelernt habe. Die Intensität, mit der die Autorin verschiedene Themen behandelt hat, bringen einem Land und Leute ein ganzes Stück näher. Im Focus steht erst mal Aftab. Er ist als Zwitter zur Welt gekommen. Der Weg, zu seiner wahren Identität, ist weit und steinig. Eine Operation und Medikamente helfen ihm, sein Denken und Fühlen als Frau auszuleben. Nun ist sie Anjum, eine bezaubernde Person, die ich zu schätzen gelernt habe. Anjum ist eine Frau, die für jeden Menschen ein offenes Ohr hat. Ihr käme niemals der Gedanke, einen Menschen abzuweisen. Sie verlässt ihr Elternhaus und zieht in ein Kwabgah, um mit anderen Hijras zu leben. Nach ein paar Jahren merkt sie, dass sie einen neuen Weg einschlagen muss und zieht auf einen Friedhof. Die dort entstandenen Geschäfts- und Wohnideen haben mich erstaunt und zum Schmunzeln gebracht. Das wäre bei uns undenkbar. Die Passagen rund um den Friedhof haben mich erstaunt. Ich mag Friedhöfe gern; möchte jedoch auf keinem leben. Ich finde den Gedanken gruselig, mit den Verstorbenen unter einem Dach zu wohnen. Die Gemeinschaften, die dort entstanden sind, haben jedoch etwas familiäres. Ein Zufluchtsort für viele Menschen, die anders sind. Skurrile Persönlichkeiten und Kämpfer integrieren sich ab dem 2. Kapitel immer mehr in das Geschehen. Politische Konflikte kommen in Roys Werk groß zu tragen. Das Jantar Mantar in Delhi ist ein Komplex, wo Menschen für ihren Glauben- und politischen Überzeugungen, eintreten. Hier begegnet dem Leser viel Fanatismus. Dies jedoch nicht immer im negativen Sinne. Hungerstreiks und rohe Gewalt sind an der Tagesordnung. Gut durchdachte Pläne, verbessern jedoch wiederum das Leben des einen- oder anderen und lassen Freundschaften entstehen. Ich habe ja schon viel in den Medien über die Unruhen in Indien und dem Orient gehört/gelesen. In dieser Geschichte war es für mich jedoch etwas Anderes. Ich habe die Menschen persönlich kennengelernt. Habe die Ungerechtigkeiten hautnah miterlebt, welchen sie dort ausgesetzt waren. Habe mir Sorgen um ein Baby gemacht, welches mitten in diesem Trubel ausgesetzt wurde. Die verschiedenen Kasten in Indien erlauben nicht jedem Menschen ein würdiges Leben zu führen. Teilweise bedient sich die Autorin einer sehr derben Ausdrucksweise. Ich empfand das nicht als störend, da diese Fäkalien-Ausdrücke stets die momentane Situation exakt wiederspiegelten. Die Brutalität des Terrors brachte mich oft an meine Grenzen. Der Gedanke, dass dies tagtäglich im wahren Leben der Fall ist, lässt einem kalte Schauer über den Rücken laufen. Das Sterben der Krähen im Prolog wurde sehr beeindruckend geschildert. Raffiniert bringt die Autorin damit Umweltprobleme zur Sprache. Vor allem den falschen Umgang, den wir mit Tieren haben. Unser Konsumverhalten wird uns vor Augen geführt. Die Bezeichnungen vieler indischer Namen und Orte haben meinen Lesefluß oftmals erheblich gestört. Ich habe nach dem ersten Kapitel gemerkt, dass "Das Ministerium des äußersten Glücks" kein Buch zum schnell lesen ist. Die vielen Namen und Begebenheiten fordern vollste Konzentration. Mit jedem Kapitel fügen sich die Ereignisse immer mehr zu einem Ganzen zusammen. Auch für hintergründigen Humor hat die Autorin einen Platz eingeräumt. Ich musste bei einigen Szenen lachen. Mein Kopfkino war gute 500 Seiten voll aktiviert. Mein Fazit Arundhati Roy hat ein Buch geschrieben, das man nicht schnell mal weg liest. Es will Wort für Wort gelesen und verstanden werden. Es handelt sich um Geschehnisse, deren Wahrheitsgehalt einem Geschichtsbuch alle Ehre machen. Ich habe sämtliche Orte und Begebenheiten nachgeschlagen. Das Ganze hat sie mit Schicksalen verwoben, die uns hautnah Ängste, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und Gewalt miterleben lassen. Doch auch Liebe, Freundschaft und die Bereitschaft, selbst aktiv zu werden. Familientragödien und Geheimnisse verpassen der Story zusätzlich Spannung. Einen besonderen Einblick bekommen wir von den Hijras und ihren Platz in der Gesellschaft. Wunderbare Landschaften und Gebäude vermitteln einem ein Bild von Tausendundeine Nacht. Leider hinderten mich verschiedene religiöse Konflikte und politische Unruhen daran, dieses märchenhafte Bild aufrecht zu erhalten. Kaschmir steht im Mittelpunkt der Ereignisse. Arundhati holt den Leser ab und begibt sich mit ihm auf eine abenteuerliche Reise. Der Schreibstil mutet stellenweise poetisch an. Wunderbare Zitate erhöhen den Lese-Genuss. Vulgäre Ausdrücke haben ihre Berechtigung. Das wunderschöne Cover passt hervorragend zur Geschichte. Ich muss mich nun von vielen wunderbaren Menschen verabschieden. Aber, ich komme wieder. Ich werde das Buch nochmal lesen. Eine Empfehlung von mir an alle, die Indien kennen- oder kennenlernen möchten. Meine Lieblingszitate >>Er, ein Revolutionär, gefangen im Geist eines Buchhalters. Sie, eine Frau, gefangen im Körper eines Mannes.>Sie schmiegte sich an ihn an.: >>Wab! Was für ein Mann.>Nicht. Sie kosten ein Vermögen. Ich zahle immer noch die Raten ab.>Ich schwöre beim Leben meiner Kinder - sie reiten auf einem Pferd davon. Zwei Freaks mit einem Sack voller Plüschtiere, die auf einem verdammten weißen Pferd in den Nebel davonreiten.<< (Seite 264) Danke Arundhati Roy

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Indien - mitfühlend und mitmenschlich, auf der anderen Seite grausam und voller Unmenschlichkeit
von einer Kundin/einem Kunden aus Hahnenbach am 05.10.2017

Es heißt, Arundhati Roy habe an dem Buch DAS MINISTERIUM des ÄUSSERSTEN G L Ü C K S“ zehn Jahre lang geschrieben. Wer in dieses Buch eintaucht, der versteht sofort warum es so lange dauerte, dieses Werk zu vollenden. Es ist ein lebendiger Roman, voller Wärme und Großherzigkeit, als... Es heißt, Arundhati Roy habe an dem Buch DAS MINISTERIUM des ÄUSSERSTEN G L Ü C K S“ zehn Jahre lang geschrieben. Wer in dieses Buch eintaucht, der versteht sofort warum es so lange dauerte, dieses Werk zu vollenden. Es ist ein lebendiger Roman, voller Wärme und Großherzigkeit, als auch schier unerträglicher Grausamkeit. Beides will vom Leser erarbeitet werden. Mit welchen Vorstellungen verbinden wir Indien heute, 70 Jahren nach der Unabhängigkeit vom British Empire? Kinderarbeit? Armut? IT Spezialisten? Gurus und Bollywood? Im Grunde sind es zwei Roman, die erst gegen Ende des Buches zusammenlaufen. Aftab wird geboren. Ein Junge, wie seine Mutter immer wieder betont und wie sie viele Jahre versichert. Doch Aftab ist nicht eindeutig ein Junge, er hat auch die Merkmale eines Mädchens. Seite 22: „ Während der ersten Lebensjahre war Jahanara Begums Geheimnis sicher. Sie wartete darauf, dass sein Mädchenanteil heilte....“ Mädchensein als Makel. Es ist nicht mehr zu leugnen, er gehört zu den Hijras, Menschen, die nicht eindeutig des weiblichen oder männlichen Geschlechts zuzuordnen sind, da sie beide Merkmale an ihrem Körper vereinen. Doch Aftab entwickelt sich, begreift irgendwann, dass er sich fühlt wie ein Mädchen. Er - nein sie muss ihren ganz eigenen Lebensweg gehen. Es wird ihr nicht einfach gemacht. Doch sie trifft auf Menschen, die das gleiche Schicksal teilen. Jahre später lebt sie auf dem Friedhof, schläft zwischen Gräbern. Baut mit Saddam Hussein, einem anderen Menschen, der aus seinem Leben gefallen ist, ein Gästehaus neben den Friedhof, eröffnet danach ein Bestattungsinstitut, bei dem Verstorbene einen würdigen Abschied finden, die es sich ansonsten nicht leisten könnten. Aftab oder besser Anjum ist nicht mehr allein. Es gibt mehrere Gestrandete, die sie in ihrem Leben begleiten. Dieser Teil des Buches ist meist in einer blumigen Sprache verfasst wie wir sie im Westen kaum verwenden. Voller Wärme, Zuneigung und Mitmenschlichkeit, dass es den Leser anrührt. Doch nach und nach wandelt sich der Schreibstil, die Sprache wird härter, genau wie die erzählte Geschichte. Es ist von Umsiedlung der Armen die Rede. Seite 132: „Irgendjemand zahlt immer den Preis für den Fortschritt“ – wie wahr. Seite 133: „Überschüssige Mütter hockten wie Spatzen auf dem Schutt, der einst ihr Zuhause gewesen war, und sangen überschüssige Kinder in den Schlaf“. Stärker kann man Armut und das Gefühl unerwünscht zu sein nicht beschreiben. Es sind Menschen, die nicht gebraucht werden. Auch das ist Indien. Wir finden uns in der Welt der Herrschaft mit ihren Dienstboten, während sich dort gleichzeitig schmutzige Kinder mit Babys auf den Hüften amüsieren, indem sie auf Klingeln drücken und vor Vergnügen glucksen davonlaufen. (Seite 188). Welche Gegensätze. Seite 195: „Aus der Union-Carbide-Düngemittelfabrik in Bhopal trat Gas aus und tötete Tausende.“ Wer könnte je dieses Unglück vergessen. Auch hier zahlten die Armen den Preis für den Fortschritt. Es kommt die Gewalt hinzu. Soldaten. Ethnischen Gruppen. Menschen verschwinden. Werden umgebracht, indem man ihnen Steine an die Füße bindet und in Fäkaliengruben wirft. Tote mit ausgestochenen Augen. Seite 226: Einer der übelsten Männer wird beschreiben. „Eine Seuche wie er bleibt besser in Quarantäne“. Grausamkeiten, dass einem beim Lesen der Atem stockt. Ein viertel Jahrhundert Kaschmir Konflikt. (Seite 233). Wir lernen Thilo kennen. Von der Mutter im Waisenhaus abgegeben um später von ihr adoptiert zu werden. Der einzige gangbare Weg der Mutter, ihr Kind selbst großziehen zu können. Welch kranke Welt. Thilo ist die Person, die mich in diesem Roman am meisten beeindruckte. Ich sehe sie genau vor mit, mit ihrem dunklen Teint. Auch ihr wird im Leben kein roter Teppich ausgerollt. Und trotzdem. Sie und Naga heiraten. Später trennt sich Thilo von ihm. Seite 276: „Naga heiratete sie, weil er sie nicht wirklich erreichen konnte. Und weil er sie nicht erreichen konnte, konnte er sie nicht gehen lassen. (Es stellt sich natürlich eine weitere Frage: Warum heiratete Thilo Naga? Ein großzügiger Mensch würde antworten, weil sie Schutz brauchte. Ein weniger großzügiger Mensch würde behaupten, weil sie ein Versteck brauchte.)" Immer wieder ein Weg, dieser Gewalt zu entrinnen. Die Beschreibung der Gewalt, die Menschen einander antun, nur weil sie einer anderen Glaubensrichtung, anderen ethnischen Gruppen angehören, hat mich schockiert und mir manchmal den Atem geraubt. S. 282: „Das sind alles Pakistanis und Afghanen“, sagte Ashfaq Mir, ohne sich umzudrehen oder Naga Asu dem Blick zu lassen. „Ihre Haltbarkeitsdauer beträgt höchstens sechs Monate. Am Ende des Jahres werden alle eliminiert sein. Aber wir töten keine Kaschmiri-Jungen. NIE, Nie. Außer sie gehören zum harten Kern.“ Welch unmenschliche Bezeichnung für menschliches Leben - 'Haltbarkeitsdatum‘. Etwas das abläuft und dann auf dem Müll entsorgt wird, bezeichnen wir damit. Genau so werden Menschen, die es in Indien im Überfluss gibt, benannt und auch behandelt. S. 284: „Durchschnittsalter eines Milton 17-20 Jahre“. Ich muss gestehen, diese Ausdrucksweisen haben mich oftmals geschockt und ich brauchte beim Lesen einige Tage Pause zwischen bestimmten Abschnitten. Wollte ganz mit dem Lesen aufhören, da es zu arg wurde und entschied mich, nachdem ich mich wieder beruhigt hatte fürs Weiterlesen, weil ich nicht aufhören konnte. Etwas zog mich immer wieder in den Bann dieses Buches. Wenn Menschen so ein Schicksal ertragen können, dann kann auch ein Leser ertragen, darüber zu lesen. Trotzdem, mir ging das Schicksal dieser Menschen sehr nah. Zwar ist es „nur ein Roman“, doch heißt es, die Autorin habe diese Geschichte nicht aus der Luft gegriffen, sondern an der Realität festgemacht. Dann ein fast tröstliches Ende. Beide Geschichten laufen zusammen und ich als Leser atmete auf. Plötzlich erschien mir der Friedhof wie eine kleine friedliche Insel, auf der Menschen Mensch sein dürfen. Dieser Roman ist kein Schmöker, den man sich mal so nebenher zu Gemüte führt um nach der letzten Seite den Deckel zu schließen um zur Tagesordnung überzugehen. Dieses Buch wirkt nach, lässt die Gedanken des Lesers so schnell nicht mehr los. Ich bin mir sicher, dieser Roman gehört zu der Kategorie von Büchern, die auf lange Zeit Bestand haben werden.

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Indien im Wandel - Indien im Trend...
von einer Kundin/einem Kunden am 13.08.2017

Seit dem " Gott der kleinen Dinge " haben sich die Verhältnisse in Indien geändert, doch absolut nicht nur zum Besseren . Politische Konflikte, Armut , Gewalt und Verzweiflung sind an der Tagesordnung . Arundhati Roy ist aber auch hier auf der Seite der Außenseiter , der... Seit dem " Gott der kleinen Dinge " haben sich die Verhältnisse in Indien geändert, doch absolut nicht nur zum Besseren . Politische Konflikte, Armut , Gewalt und Verzweiflung sind an der Tagesordnung . Arundhati Roy ist aber auch hier auf der Seite der Außenseiter , der Verlierer und derer mit dem scheinbar unausweichlichen Schicksal. Provokant und voll spürbarer Liebe zum Leben und den Menschen erzählt sie uns meisterlich und in wunderschönen Bildern davon - ein großartiges Leseerlebnis , was den Leser komplett in eine andere Welt versetzt und alles rundherum vergessen lässt !

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