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Treue

Marco Missiroli

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Beschreibung

Alles nur ein Missverständnis? Carlo, Dozent für literarisches Schreiben, wurde mit der Studentin Sofia auf der Universitätstoilette gesehen. Ihr sei übel gewesen, er habe ihr nur geholfen, erklärt Carlo dem Rektor, seinen Kollegen und seiner Ehefrau Margherita – und die Studentin bestätigt es.
Margherita, Immobilienmaklerin mit eigener Agentur, und Carlo würden sich glücklich nennen, doch das »Missverständnis« dringt wie schleichendes Gift in die Ehe des Mailänder Paars ein: Für Carlo wird der vermeintliche Seitensprung zur Obsession, zum Inbegriff seines Versagens; für Margherita hingegen zum besten Alibi, ihren eigenen erotischen Phantasien nachzugeben …
Mit grossem Gespür für die feinen Unterschiede, für Blicke, Gesten und Berührungen erkundet Marco Missiroli das Leben seiner Protagonisten: ihre unterdrückten Sehnsüchte, ihre kleinen Fluchten, ihre uneingestandenen Ängste, ihre Versuche, den anderen treu zu bleiben – und sich selbst.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 256
Erscheinungsdatum 28.01.2021
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8031-3330-4
Reihe Quartbuch
Verlag Wagenbach, K
Maße (L/B/H) 22/14.6/3.2 cm
Gewicht 422 g
Originaltitel Fedeltà
Übersetzer Esther Hansen
Verkaufsrang 78796

Kundenbewertungen

Durchschnitt
12 Bewertungen
Übersicht
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2
1
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Philosophisch und berührend
von einer Kundin/einem Kunden aus Wuppertal am 08.03.2021

Marco Missiroli widmet sich dem Thema Treue auf eine leise und vielfältige Weise, verpackt in eine interessante Geschichte rund um die Ehe eines italienischen Paares, das eigentlich glücklich ist. Doch Misstrauen und Zweifel schleichen sich in die Ehe des Dozenten für Literatur und der selbständigen Immobilienmaklerin. Dabei bel... Marco Missiroli widmet sich dem Thema Treue auf eine leise und vielfältige Weise, verpackt in eine interessante Geschichte rund um die Ehe eines italienischen Paares, das eigentlich glücklich ist. Doch Misstrauen und Zweifel schleichen sich in die Ehe des Dozenten für Literatur und der selbständigen Immobilienmaklerin. Dabei beleuchtet der Autor die verschiedenen Sichtweisen über das, was Treue ausmacht. Was bedeutet Treue in der Ehe, was bedeutet sie gegenüber sich selbst und ist Betrug zwingend ein Treuebruch? Was, wenn der Betrug notwendig ist, um sich selbst treu zu bleiben? Oder führt er vielleicht auch dazu, dass man seinem Partner wieder treu sein kann? Ich möchte nicht zu sehr auf die komplexen Handlungen eingehen, denn vielmehr ist es die Gefühlsebene, die den Leser dieses Romans anspricht. Man erhält intime Einblicke in die Gedanken und die Gefühlswelt der Protagonisten, in ihre geheimen Phantasien. Ob sie diesen wirklich nur nachträumen oder nachgeben bleibt lange ein Geheimnis. Fest steht, dass man sich beim Lesen irgendwann selbst die Frage stellt, wie man Treue definiert und mit den eigenen Sehnsüchten umgeht. Mit „Treue“ ist Missiroli ein philosophischer Roman gelungen, der auf vielen Ebenen zum Nachdenken anregt. Durch die abrupten Wechsel der Erzählperspektive musste ich sehr konzentriert lesen, da auch andere Personen mit ihrer Biographie und ihren Erlebnissen plötzlich auftauchen. Ich persönlich mag das nicht so gerne, da ich aus dem Lesefluss komme. Allerdings passt dieser Stil sehr gut zu diesem Roman und gibt ihm dadurch ein Stück seiner Einzigartigkeit. Daher möchte ich dies nicht negativ werten. Das Buch hat mich von der ersten Seite an begeistert, ich empfand es als spannend, mehr über die psychologischen Aspekte und Biographien der Handelnden zu erfahren. Für mich war es ein wirklich schönes Buch, tiefgründig, psychologisch und herausfordernd. Die Handlung hat mich berührt und zum Nachdenken gebracht und vermutlich hat der Autor genau das mit seinem Roman erreichen wollen. Für mich ein Roman der alle Sterne verdient hat.

von einer Kundin/einem Kunden am 08.03.2021
Bewertet: anderes Format

Ein sehr persönliches und mutiges Werk: Welche Treue ist wichtig und wie weit darf man unausgesprochen gehen? Eine starke Ehe mit zwei starken Persönlichkeiten und einer verwirrten Liebe... Schön geschrieben.

Zwischen Wollust, Sehnsucht und Verzweiflung
von einer Kundin/einem Kunden aus Kissing am 08.03.2021

Von jedem noch so kleinen Italienklischee sollte man sich vor der Lektüre dieses preisgekrönten Beziehungsromans tunlichst verabschieden. Zwar spielt die Geschichte in Mailand und Rimini, zwei italienischen Städten also, die seit langem ausgewiesene Touristenmagnete sind. Doch wer sich die Leichtigkeit des von Federico Fellini a... Von jedem noch so kleinen Italienklischee sollte man sich vor der Lektüre dieses preisgekrönten Beziehungsromans tunlichst verabschieden. Zwar spielt die Geschichte in Mailand und Rimini, zwei italienischen Städten also, die seit langem ausgewiesene Touristenmagnete sind. Doch wer sich die Leichtigkeit des von Federico Fellini auf die Kinoleinwand gebannten "La Dolce Vita" erhofft, der wird schnell ernüchtert. Nein, süß ist an dieser Story nichts, von den Creme-Schnitten abgesehen, die die Schwiegermutter des Protagonisten regelmäßig verzehrt. Vielmehr hadert jede der Figuren auf ihre ganz persönliche Art mit dem Schicksal, jeder scheint auf seine Art unglücklich oder zumindest unzufrieden zu sein. Und so fühlte ich mich bei der Lektüre oftmals in einen Claude-Chabrol-Film versetzt. Wie Chabrol zeichnet auch Missiroli ein Bild der brüchigen Bourgeoisie seines Landes: Die männliche Hauptrolle spielt Carlo, ein von Selbstzweifeln zerfressener Sohn aus reichem Hause. Zwar fühlt er sich als Literat berufen, hat aber noch nie einen Roman geschrieben. Seinen Lebensunterhalt bestreitet er mehr schlecht als recht als Werbetexter und Teilzeitdozent, wobei er die Stelle an der Universität durch Beziehungen seines übermächtigen Vaters bekommen hat. Nun also versucht Carlo sein angeschlagenes Selbstwertgefühl durch Sex mit einer Studentin aufzupimpen und gibt dabei eine recht armselige Figur ab. Auch für seine Ehefrau Margherita klaffen der erträumte Lebensentwurf (Architektin) und ihr reales Berufsleben (Immobilienmaklerin) weit auseinander. Unzufrieden flüchten sich beide in träumerische Sehnsüchte und projizieren ihr Verlangen auf Dritte. Die Untreue beginnt im Kopf - wird sie umgesetzt werden? Dramaturgisch geht Missiroli sehr geschickt vor: Der Roman fließt dahin, ohne Einteilung in Kapitel, die diesen Fluss unterbrechen könnten. Das vielschichtige Beziehungsgeflecht der Figuren spiegelt sich literarisch in abrupten Szenewechseln wieder, die anfangs noch durch Absätze erkennbar sind. Je weiter sich die Lebensläufe ineinander verschlingen, je mehr die Personen umeinander mäandern, desto unkenntlicher trennt der Autor die Szenen von einander. Bald wechselt die Perspektive auch innerhalb eines Absatzes, zum Ende des Romans sogar innerhalb eines Satzes. Der Roman hat es mir nicht leicht gemacht, anfangs mochte ich die Geschichte gar nicht. Zu kaputt erschienen mir die Figuren, fast schon gewollt unglücklich und verkorkst. Aber dennoch entwickelt das Buch eine Eigendynamik, einen starken Sog. Und ich wurde daran erinnert, dass es keine Sympathieträger für einen guten Roman braucht, sondern vor allem eine gut erzählte Story. Und das kann Missiroli.


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