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Der Zopf meiner Großmutter

Roman

Meine Grossmutter, mein Grossvater, seine Geliebte und ich.
»Ich kann mich genau an den Moment erinnern, als mein Grossvater sich verliebte. Es war klar, dass die Grossmutter nichts davon mitkriegen sollte. Sie hatte schon bei geringeren Anlässen gedroht, ihn umzubringen, zum Beispiel, wenn er beim Abendessen das Brot zerkrümelte.«
Kaum jemand kann so böse, so witzig und rasant von eigenwilligen und doch so liebenswerten Charakteren erzählen wie Alina Bronsky: Max’ Grossmutter soll früher einmal eine gefeierte Tänzerin gewesen sein. Jahrzehnte später hat sie im Flüchtlingswohnheim ein hart-herzliches Terrorregime errichtet. Wenn sie nicht gerade gegen das deutsche Schulsystem, die deutschen Süssigkeiten oder ihre Mitmenschen und deren Religionen wettert, beschützt sie ihren einzigen Enkel vor dem schädlichen Einfluss der neuen Welt. So bekommt sie erst als Letzte mit, dass ihr Mann sich verliebt hat. Was für andere Familien das Ende wäre, ist für Max und seine Grosseltern jedoch erst der Anfang.
Ein Roman über eine Frau, die versucht, in einer Gesellschaft Fuss zu fassen, die ihr entgleitet. Über einen Mann, der alles kontrollieren kann ausser seine Gefühle. Über einen Jungen, der durch den Wahnsinn der Erwachsenen navigiert und zwischen den Welten vermittelt. Und darüber, wie Patchwork gelingen kann, selbst wenn die Protagonisten von so einem seltsamen Wort noch nie gehört haben.
Portrait
Alina Bronsky, geboren 1978 in Jekaterinburg/Russland, lebt seit Anfang der Neunzigerjahre in Deutschland. Ihr Debütroman 'Scherbenpark' wurde zum Bestseller, fürs Kino verfilmt und ist inzwischen beliebte Lektüre im Deutschunterricht. Es folgten die Romane 'Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche' und 'Nenn mich einfach Superheld'. 'Baba Dunjas letzte Liebe' wurde für den Deutschen Buchpreis 2015 nominiert und ein grosser Publikumserfolg. Die Rechte an Alina Bronskys Romanen wurden in zwanzig Länder verkauft. Sie lebt in Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 224
Erscheinungsdatum 09.05.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-05145-2
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 19.5/12.2/2.5 cm
Gewicht 286 g
Verkaufsrang 1797
Buch (gebundene Ausgabe)
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Übersicht
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Die Familientyrannin: Ernste Themen hinter humoristischer Fassade
von anushka am 08.08.2019

Maxim ist mit seinen Großeltern aus der ehemaligen Sowjetunion geflüchtet. Juden sind der Großmutter zwar suspekt, aber als Tarnung sind sie allemal gut. Denn die Großmutter hat die Familie als Juden ausgegeben um als Kontingentflüchtlinge angenommen zu werden, Seine Eltern kennt Maxim nicht. Die Mutter ist tot, den Vater brauch... Maxim ist mit seinen Großeltern aus der ehemaligen Sowjetunion geflüchtet. Juden sind der Großmutter zwar suspekt, aber als Tarnung sind sie allemal gut. Denn die Großmutter hat die Familie als Juden ausgegeben um als Kontingentflüchtlinge angenommen zu werden, Seine Eltern kennt Maxim nicht. Die Mutter ist tot, den Vater braucht er nicht zu kennen. Hat die Großmutter beschlossen. Überhaupt braucht Maxim nicht alles zu wissen. Schließlich ist er ein Trottel, wie die Großmutter nicht müde wird zu betonen. Ihr Schicksal ist doppelt und dreifach schwer, erzählt sie jedem, der es nicht hören will, denn sie muss sich um diesen "Trottel" kümmern. Der noch dazu alle möglichen Krankheiten hat und der deswegen nur pürierte Schonkost essen darf. Die Großmutter führt in dieser kleinen Familie ein strenges Regiment, inmitten des Flüchtlingsheims und einem fremden Land, in dem die Ärzte völlig inkompetent sind (genauso übrigens wie die Lehrer), weil sie Maxim für gesund erklären. So merkt sie schließlich als letzte, dass der Großvater sich verliebt hat. Der Humor in diesem kleinen Büchlein ist schon recht bissig und vordergründig vermittelt es den Eindruck, dass es darum geht, sich über eine "wunderliche Alte" lustig zu machen. Doch so oft man auch den Kopf über diese tyrannische Frau schütteln will, deren Markenzeichen der hennagefärbte lange Zopf ist, hat das Buch auch seine nachdenklichen Töne. Die Großmutter ist gefangen in ihrer Weltsicht, die nicht selten alle anderen, deren Religionen und Lebensweisen abwertet. Doch man merkt auch immer wieder, dass sie in diesem Land, dessen Sprache sie nicht versteht, die Maxim in Eltern-Lehrer-Gesprächen großzügig frei interpretiert übersetzt, ziemlich verloren ist. Damit diese Familie nicht auseinander bricht, geht sie schließlich eine ungewöhnliche Konstellation ein. Was die Großmutter allerdings nicht weniger herrisch macht. Letztlich zeigt sich aber, dass die Großmutter die Menschen in ihrem Umfeld liebt, dies aber oft auf ihre ziemlich eigene Art zeigt. Die Autorin hat die Figuren interessant gezeichnet, wenn auch viele davon überspitzt dargestellt sind, vor allem die Großmutter, die mir zwischenzeitlich ordentlich auf die Nerven ging. Manchmal ging es meiner Meinung nach auch zu oft darum, die Großmutter unmöglich zu machen, während mitunter eigentlich ernstere Themen wie Verlustängste oder Angst vor dem Unbekannten dahinter standen. Stilistisch hat mir das Buch sehr gut gefallen. Die Autorin hat einen tollen Stil und arbeitet die Figuren sehr ausführlich aus. Die Geschichte wird aus Maxims Sicht erzählt, sodass man auch immer eine Gegenperspektive zur Wahrnehmung der Großmutter bekommt und daher nicht selten den Kopf über ihre Ansichten schüttelt. Inhaltlich war mir die tiefere Bedeutung oft zu versteckt und der humoristische Anteil zu vordergründig, sodass die Geschichte manchmal trivial und wenig substanziell wirkte, obwohl sie es gar nicht war. Für meinen Geschmack ist es einfach ein Augenzwinkern zu viel, aber das ist reine Geschmackssache.

Beeindruckende Familiengeschichte
von Lesemama am 08.08.2019

Zum Buch: Die Großmutter von Max soll früher eine gefeierte Tänzerin gewesen sein, heute führt sie mit eiserner Hand und vielen Urteilen das Flüchtlingswohmheim und ihre Familie. Vor allem Max Großvater hat nichts zu lachen. Meine Meinung: Bisher las ich von Alina Bronsky nur ein Jugendbuch, fand dieses aber seh... Zum Buch: Die Großmutter von Max soll früher eine gefeierte Tänzerin gewesen sein, heute führt sie mit eiserner Hand und vielen Urteilen das Flüchtlingswohmheim und ihre Familie. Vor allem Max Großvater hat nichts zu lachen. Meine Meinung: Bisher las ich von Alina Bronsky nur ein Jugendbuch, fand dieses aber sehr gut geschrieben, ich mag vor allem, dass sie ihre Wurzeln mit einfließen lässt. So kam auch dieses Buch in meinen Lesebeutel und wurde mit großem Interesse gelesen. Ich mag den Schreibstil sehr gern, aber vor allem mag ich wie die Autorin die Figuren darstellt. Man ist mittendrin in der "Familientragödie", spürt die Lebendigkeit und die Nöte der Menschen. In diesem Buch geht es in erster Linie um Max, dann aber auch wieder nicht und man muss auch mal um die Ecke denken. Ein sehr gutes Buch, welches mich unterhalten könnte, auch wenn ich das Jugendbuch einen Dicken lieber mochte, wird es nicht mein letztes Buch der Autorin gewesen sein.

von einer Kundin/einem Kunden am 04.08.2019
Bewertet: anderes Format

Wunderbar humorvolle und tragikkomische Geschichte über eine russische Patchworkfamilie, die versucht im Westen Fuß zu fassen und deren skurriler Großmutter. Lesegenuss pur!