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Sommernachtsreigen

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Eine sitzengelassene Frau, nennen wir sie Hannerl, fliegt nach Istanbul und schreibt die Geschichte einer schicksalhaften Begegnung auf: die Geschichte einer Nacht an der Haltestelle am Wiener Brunnenmarkt, mit Jägermeister im Flachmann, einem langen Gespräch, vielen verpassten Bussen - und einer grossen Überraschung. Die Geschichte von zwei Männern, die am Ende weit mehr teilen, als wir uns anfangs auszumalen wagten. Es ist die Geschichte von Bertl und Pawel. Und Hannerl. Voller Empathie für ihre liebenswerten Protagonisten und mit ausgeprägtem Sinn für Situationskomik erzählt Anna Herzig von einer Nacht, die das Leben dreier Menschen plötzlich auf Null setzt.
Portrait
Anna Herzig wurde 1987 als Tochter eines Ägypters und einer Kanadierin in Wien geboren, wo sie auch heute lebt. Nach mehreren Veröffentlichungen im Digitalen erscheint mit "Sommernachtsreigen" nun Herzigs erster gedruckter Roman.
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Beschreibung

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 176 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 15.03.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783863912123
Verlag Voland & Quist
Dateigröße 1146 KB
Verkaufsrang 8106
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Charmanter Platztauschreigen
von einer Kundin/einem Kunden aus Viersen am 07.08.2019
Bewertet: gebundene Ausgabe

Im „Sommernachtsreigen“ von Anna Herzig bahnt sich das Wienerische und sein Sound den Weg – bei mir während des Lesens kurioserweise direkt ins Ohr. Immer, wenn der Bertl zum Pawel sprach, hatte ich Gregor Seberg alias Oberstleutnant Helmuth Nowak von der SOKO Donau im Ohr. Für diesen vergnüglichen Clou, beim Lesen gleichzeitig ... Im „Sommernachtsreigen“ von Anna Herzig bahnt sich das Wienerische und sein Sound den Weg – bei mir während des Lesens kurioserweise direkt ins Ohr. Immer, wenn der Bertl zum Pawel sprach, hatte ich Gregor Seberg alias Oberstleutnant Helmuth Nowak von der SOKO Donau im Ohr. Für diesen vergnüglichen Clou, beim Lesen gleichzeitig das Hörbuch mit der Stimme der Wahl zu hören, meinen verbindlichsten Dank. Hier der Plot: Hannerl hat den Bertl weggeschickt, dabei kam der gerade erst von einer Schulung nach Hause. Einen Strauß Rosen hatte er dabei. Er lässt den Rollkoffer stehen, besäuft sich. Sperrstunde, Fluchtachterl. Der Bertl trottet zur Bushaltestelle am Brunnenmarkt. Ob er die Erzählerin der Geschichte, die sich in die Szene gesetzt hat, bemerkt hat, ist unerheblich. Denn er trifft den Pawel, den er nicht kennt, aber im Lauf der Nacht kennenlernt, weil die beiden ins Gespräch kommen. Über alles, vor allem das Leben, das eigene Leben. Und sie erzählen sich ihre Geschichte nicht "rundgelutscht", sondern ohne schmückendes Beiwerk und ohne Auslassung von Peinlichkeiten. Offen und ehrlich also, so dass jeder in des Anderen Abgründe schauen kann. Bertl kriegt spitz, dass Pawel mit seinem Hannerl geschnackselt hat, weshalb er weggeschickt wurde. Er haut dem Bazi keine in die Goschn, sondern sie reden weiter. Manchmal arg derb. Der Typ, der gerade den 45. Präsidenten der USA mimt, tät sagen „locker room talk". Die Annäherung der Männer wird sehr schön beschrieben. Man findet sehr witzige, prägnante Formulierungen z.B. "die Tonlage, die Art, wie der Bertl redet, das ist, als würde man sich langsam in ein Schaumbad sinken lassen" (S. 53). Bertl und Pawel bringen die Themen, die zwischen beiden verhandelt werden, recht zügig und knapp auf den Punkt, z.B. "Willst nicht gehen?" "Wohin?" "Nach Hause. Zu deiner Frau." "Einsam sein kann ich auch hier." (S. 78) Der Subtext, der immer mitläuft, ist das Spannende an den Dialogen, die nur anreißen, während man sich den Rest denken kann. Man erfährt viel: Die langjährige Ehe von Bertl und Johanna hängt windschief wie der Haussegen und der Pawel hat eine Vergangenheit, die möcht‘ man nicht haben. Seine Biografie könnte den Titel tragen: „Das Ekel, das ein Opfer war, auf dem Weg zur Menschwerdung“. Und für die Vollendung dieser Werdung könnte der Bertl eine große Rolle spielen. Denn am Ende sind die Dinge auf den Kopf gestellt und das Hannerl wird dumm aus der Wäsche schauen, sich dann entschließen, an ihren Sehnsuchtsort Istanbul zu reisen, um die Geschichte aufzuschreiben. Und dann kann man den schmalen Roman / die Erzählung „Sommernachtsreigen“ von vorne lesen, in dem / der man auch einiges über Hannerl erfährt und warum ein „schirches“ Verlieben sich manchmal als große Liebe ausgibt. Man glaubt, den anderen als seinen Lebensmenschen gefunden zu haben. Und dann wacht man in einem Irrtum auf, der durch den Alltag sichtbar wird, bis die Konturen so scharf sind, dass man sich zum Weglaufen heftig daran schneidet. Und wenn man beim Weglaufen dann zufällig in einen anderen Menschen hineinkachelt, der einen erkennt, obwohl man ihm noch nie begegnet ist, dann nennen die einen das unwahrscheinlichen Zufall, die anderen glückliche Fügung. Anna Herzig hat sympathische Protagonisten in eine ungewöhnliche Szene mit noch ungewöhnlicherem Ende geschickt. Trotz der zuweilen grenzwertig rohen Sprache sind die Charaktere feinsinnig, entwickeln Tiefgang und werden von der Autorin mit der Gabe ausgestattet, in witzige Aphorismen oder philosophische Weisheiten geronnene Lebenserfahrung zu vermitteln. Und trotz seiner gerade mal 167 Seiten, verhandelt „Sommernachtsreigen“ die großen Themen: Glück, Liebe und Sehnsucht. Immer geteilt durch zwei, damit zwei eins werden und bleiben. Das ist nicht schnulzig, das ist komprimiert in guten, klugen Dialogen und erzählenden Einschüben formuliert. Die Dialoglastigkeit sei betont. Darauf muss man sich einlassen, sonst sitzt man unversehens in Linie N46 und fährt schnurstracks raus aus der Geschichte. Alles in allem ein ganz charmanter Text – einziger Kritikpunkt: Hält insbesondere Bertl die Ausnüchterung aus, die kommen wird, wenn der Restalkohol abgebaut ist? Diese Rauschmittel können hier als Katalysator des Glücks missverstanden werden. Und was ist mit Pawel, der nun in einer Konstellation sein Glück gefunden zu haben glaubt (älterer Mann/junger Mann/***ACHTUNG: Spoiler***/Coming Out), die eine Wiederholung seines Unglücks ist (Vater/Sohn ***ACHTUNG: Spoiler***/Missbrauch) Da hakt es für mich in der psychologischen Konzeption der Figuren. Was soll‘s?! Eine Geschichte ist eine Geschichte. Und nun schleich ich mich. Habe die Ehre. Baba.

Das Unausweichliche akzeptieren
von einer Kundin/einem Kunden aus Igensdorf am 26.07.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ein gelungener Schreibstil. Die teils kurzen aber prägnanten Sätze (oft in wienerischer Sprachfärbung - für mich das absolute Highlight) vermitteln schnell einen Eindruck von Bertl, seiner Johanna und der Zufallsbekanntschaft Pawel. Dass die Drei mehr verbindet als eine Tschick wird - nach vielen verpassten Bussen - schnell klar... Ein gelungener Schreibstil. Die teils kurzen aber prägnanten Sätze (oft in wienerischer Sprachfärbung - für mich das absolute Highlight) vermitteln schnell einen Eindruck von Bertl, seiner Johanna und der Zufallsbekanntschaft Pawel. Dass die Drei mehr verbindet als eine Tschick wird - nach vielen verpassten Bussen - schnell klar. Dazu kommen Beziehungsgedanken, von Johanna der bedingungslose Kinderwunsch, vom Bertl der nicht deutlich ausgesprochene Gedanke zum kinderfreien Leben und Pawels harte Lebensgeschichte. Halt wie im richtigen Leben. Schöne interessante Beschreibungen von und um Wien herum runden die Geschichte geschickt ab. Fazit: Ein gelungener Sommernachtsreigen mit drei am Ende zufriedenen Menschen.

Verlorene Seelen
von einer Kundin/einem Kunden aus Absdorf am 23.07.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Eine Frau betrügt ihren Ehemann - Pawel ist Künstler und birgt einige Geheimnisse - Bertl ist unglücklich verheiratet und gefrustet - zwei Männer treffen sich auf einer Bushaltestelle und beginnen ein Gespräch - drei Geschichten, drei Leben, eine Sommernacht in Wien und eine unbeteiligte Erzählerin... Gleich vorweg muss ich ... Eine Frau betrügt ihren Ehemann - Pawel ist Künstler und birgt einige Geheimnisse - Bertl ist unglücklich verheiratet und gefrustet - zwei Männer treffen sich auf einer Bushaltestelle und beginnen ein Gespräch - drei Geschichten, drei Leben, eine Sommernacht in Wien und eine unbeteiligte Erzählerin... Gleich vorweg muss ich mitteilen, dass ich dieses Buch in weniger als einem Tag geradezu verschlungen habe. Dies vor allem aufgrund des besonderen Schreibstils. Nicht nur, dass in diesem Roman eine außenstehende, unbeteiligte Erzählstimme zu Wort kommt, was für mich bisher ein ganz unbekanntes Stilmittel ist, mir aber sehr gut gefallen hat. Auch die Sprache an sich ist besonders, nämlich besonders "österreichisch" und somit kurz, knapp, teilweise plump, aber aus dem Leben gegriffen. Weiters hat mir die Gliederung gut gefallen, da die Autorin zwischen dem gegenwärtigen Geschehen hinsichtlich des Zusammentreffens der beiden Männern und Rückblenden in die Leben der handelnden Personen springt. Auch der Bezug zu Wien hat das Buch für mich besonders gemacht und liebe ich die wahren Ausführungen im Zusammenhang mit dieser Stadt. Die Geschichte selbst plätschert so dahin, wird aber im Laufe des Gelesenen immer intimer, direkter und fast schon vulgär, jedoch ohne wirklich anstößig zu werden, da für mich das Geschriebene einfach in diesem Rahmen realistisch wirkt. Das Ende kommt dann für mich doch eher unerwartet und mit ein wenig Interpretationsspielraum daher. Das Buch ist aber jedenfalls überaus spannend, da man so inmitten des Geschehens ist und unbedingt wissen will, welche Wendungen alles noch nimmt. Ich kann die Lektüre nur wärmstens empfehlen und bin sehr froh, diesen Schatz entdeckt zu haben!