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Morrison, T: Heimkehr

Roman. Deutsche Erstausgabe

Drei Jungs aus dem rassistischen Höllenloch Lotus, Georgia, haben sich freiwillig nach Korea gemeldet. Zwei kehren nicht zurück, der dritte, Frank «Smart» Money, führt nach dem Krieg zunächst ein haltloses Vagabundendasein und erlebt dabei den ungebrochen fortgesetzten Rassismus des weissen Amerika der fünfziger Jahre, aber auch die Selbsthilfeorganisationen der Schwarzen und deren Solidarität.

Kaum hat sich Frank unter prekären wirtschaftlichen und psychischen Umständen zu einem neuen Leben niedergelassen, da erreicht ihn die Nachricht, dass seine jüngere Schwester in Gefahr sei. Die Sorge um sie führt ihn zurück nach Lotus, zum Elternhaus und zu einem Geheimnis aus ihrer Kindheit, dem er bis zu seiner bitteren Enthüllung nachgeht.

«Heimkehr» setzt den mit «Jazz» begonnenen Zyklus fort, in dem Morrison die Situation der Schwarzen in einem jeweils anderen Jahrzehnt beleuchtet. Mit der ihr eigenen poetischen Sprachgewalt schildert die Nobelpreisträgerin in unvergesslichen Szenen den langen Kampf um Gerechtigkeit. Ein engagierter Roman über das Widerstehen, die Würde des Menschen und die Kraft der Wahrheit.
Rezension
Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de, 07.04.14
Amerikas literarische Grand Old Lady erzählt wieder eine aufwühlende Geschichte in ganz feinem Ton. Das Amerika der 1950er Jahre mit ihren ganzen Anfeindungen gegenüber Schwarzen, den Kampf gegen Windmühlen, dem einfachen Leben in dieser Zeit, und dem Aufarbeiten der Vergangenheit. Schnörkellos schön und spannend erzählt.
Portrait
Morrison, Toni
Toni Morrison wurde am 18.2.1931 in Lorain, Ohio, USA, als zweites von vier Kindern eines schwarzen Arbeiterehepaares geboren. Nach dem Besuch örtlicher Schulen 1949 Beginn des Studiums an der Howard University in Washington, DC. Erste Erfahrungen mit dem Südstaaten-Rassismus während einer Tournee als Mitglied der Universitätstheatergruppe. Ab 1953 Anglistikstudium an der renommierten Cornell University bis zum Magisterabschluss 1955. Lehrtätigkeit, zunächst an der Texas Southern University (1955-1957), danach an der Howard University (1957-1964). Ehe mit dem jamaikanischen Architekten Harold Morrison, aus der zwei Söhne hervorgehen. Nach der Scheidung 1964 Rückkehr nach Lorain. 1965 Umzug nach New York und Lektorentätigkeit beim Verlag. Random House. Schrieb Geschichten, aus denen sie schliesslich ihren ersten Roman entwickelte. 1970 Debüt als Romanautorin.Zu ihren bedeutendsten Werken zählen u. a. "Sehr blaue Augen", "Solomons Lied" "Menschenkind", "Jazz", "Paradies" und die Essaysammlung "Im Dunkeln spielen" über die Antinomien von weisser und schwarzer Kultur. Sie zählt seit langem zur Garde der bedeutendsten Autoren Amerikas. 1980 Mitglied des National Council on the Arts. 1981 in die American Academy of Arts and Letters aufgenommen. Seit 1989 Professorin für afroamerikanische Literatur an der Princeton University, NJ. Auszeichnungen: National Book Critics' Circle Award (1978); American-Academy-and-Institute-of-Arts-and-Letters Award für Erzählliteratur (1980); Cleveland Arts Award für Literatur (1980); Robert F. Kennedy Book Award (1988); Melcher Book Award (1988); Unitarian Universalist Award (1988); Nobelpreis für Literatur (1993); Commandeur des Arts et des Lettres, Frankreich (1993).
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 154
Erscheinungsdatum 07.03.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-498-04525-8
Verlag Rowohlt Verlag
Maße (L/B/H) 21.1/13.4/2 cm
Gewicht 260 g
Originaltitel Home
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Thomas Piltz
Verkaufsrang 50990
Buch (gebundene Ausgabe)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
3 Bewertungen
Übersicht
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1
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0

von einer Kundin/einem Kunden am 22.05.2017
Bewertet: anderes Format

Das Buch erzählt über das Zurückfinden zu sich selbst und Genesung von zwei zerstörten Seelen: schonungslos, erschütternd und ergreifend.

von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Drei junge Männer melden sich freiwillig für Korea. Nur einer kommt zurück. Eindrucksvoller Roman. Nachdenkliche Studie. Nicht zum zwischendurch lesen.

„Sie standen da wie Männer“
von Martina Meyen aus Sankt Augustin am 26.05.2014
Bewertet: Hörbuch (CD)

Nach Hause kommen war für mich bisher immer ein schönes und positives Gefühl und hatte etwas Tröstliches. Für Frank Money ist es ganz anders. Er zog von Hause weg in den Krieg und kommt als gebrochener Mensch zurück. Mit seinen 24 Jahren wirkt er so viel älter. Er findet sich in seinem Leben nicht mehr zu recht. Gelegenheitsjobs... Nach Hause kommen war für mich bisher immer ein schönes und positives Gefühl und hatte etwas Tröstliches. Für Frank Money ist es ganz anders. Er zog von Hause weg in den Krieg und kommt als gebrochener Mensch zurück. Mit seinen 24 Jahren wirkt er so viel älter. Er findet sich in seinem Leben nicht mehr zu recht. Gelegenheitsjobs halten ihn über Wasser, seine Beziehung ist am Ende. Die Sorge um seine jüngere Schwester Cee rüttelt ihn auf, gibt ihm die Kraft, sich auf den Weg nach Hause in das verhasste Lotus zu machen, um seine geliebte Schwester zu retten. Auch sie ist geflohen … vor der Gleichgültigkeit der Eltern, vor dem Hass der Großeltern … in eine Ehe, die von Anfang zum Scheitern verurteilt war. So lerne ich die Vergangenheit der Money-Geschwister aus verschiedenen Perspektiven kennen. Das Schicksal bringt die beiden Geschwister wieder zusammen, doch der Weg dahin ist steinig. Toni Morrison hat eine wunderschöne Sprache gefunden für diese traurige und ergreifende Geschichte und macht die schwere Kost damit etwas erträglicher. Trotzdem musste ich meinen Ohren immer wieder Hörpausen gönnen um dann erneut einzutauchen in eine Geschichte voller Elend, Misshandlung, Wut und Verzweiflung. Ein großer Teil ist in der Erzählerperspektive verfasst und wird von Doris Wolters vorgelesen. Sie hat sich hier wieder einmal selbst übertroffen. Sie liest so nuanciert, so gefühlvoll. Dieser Stimme muss man einfach zuhören und sie macht auch dieses Hörbuch zu etwas Besonderem. Einige Passagen werden von Frank in der Ich-Form erzählt und diese Passagen liest André Benndorff. Auch er hat mich überzeugt. Seine Stimme ist etwas härter als die seiner Mitstreiterin und wirkt auf mich noch eindringlicher. Er gibt der Seelenqual von Frank eine Stimme und auch das hat mich sehr beeindruckt. Toni Morrison erzählt sehr dicht und packt so viel in 160 Seiten bzw. drei CDs. Und dann … im letzten Drittel ... siegt die Zuversicht, Frank und Cee sind endlich angekommen … bei sich und auch in Lotus, der verhassten Heimatstadt. Und so ist das Nachhausekommen letztendlich auch hier schön … nach einem langen Umweg.