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Die Tänzerin Barberina
Adolf Pauls "Die Tänzerin Barberina" entfaltet das Leben der berühmten Ballerina Barbara Campanini, genannt La Barberina, als kunstvoll komponiertes historisches Charakterbild. Im Mittelpunkt stehen Glanz und Zwiespalt einer Künstlerin, deren Körper, Ruhm und Begehren im höfischen Europa des 18. Jahrhunderts zum Gegenstand politischer und gesellschaftlicher Projektionen werden. Paul verbindet biographische Überlieferung, kulturhistorisches Kolorit und psychologisch zugespitzte Szenenführung zu einer Prosa, die zwischen Künstlerroman, Hofroman und historischer Novelle steht. Adolf Paul, deutsch-schwedischer Schriftsteller, Dramatiker und Kulturvermittler, bewegte sich selbst in den europäischen Kunstmilieus seiner Zeit und war mit Fragen künstlerischer Existenz, öffentlicher Wirkung und persönlicher Freiheit vertraut. Sein Interesse an Musik, Theater und den Lebensformen schöpferischer Persönlichkeiten erklärt die Wahl Barberinas als Sujet: In ihr konnte er die Faszination der Bühne ebenso gestalten wie die Abhängigkeit der Kunst von Macht, Gunst und gesellschaftlicher Inszenierung. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die historische Literatur nicht bloss als Kostümstück verstehen, sondern als Untersuchung kultureller Kräfte. "Die Tänzerin Barberina" bietet ein eindringliches Bild weiblicher Berühmtheit, höfischer Machtmechanismen und künstlerischer Selbstbehauptung. Wer sich für Tanzgeschichte, das friderizianische Zeitalter oder literarische Künstlerporträts interessiert, findet hier eine ebenso elegante wie nachdenkliche Lektüre.
Buch (Taschenbuch)
ab Fr.21.90