August Schmölzer wurde 1958 in der Steiermark geboren. Dem breiten Publikum ist er als Schauspieler in „Schindlers Liste“ bekannt, und aus vielen anderen Filmen und Fernsehspielen wie „Der Chinese“ nach dem Roman von H. Mankell. „Der Totengräber im Buchsbaum“ ist Schmölzers erster Roman. Seine Sprache ist frei von Gefälligkeiten, nicht elegant, aber abwechslungsreich und kraftvoll wie die Landschaft seiner Heimat.
In dem Bergdorf, in das Josef nach dem Krieg zurückkehrt, wird ein Junge ermordet. Die Menschen, durch Krieg und Elend ohnehin misstrauisch, reagieren auf die immer selbe Weise: mit Unruhe und Vorurteilen. Josef, der als Totengräber arbeitet, entzieht sich diesen Mechanismen, indem er sich seiner eigenen Geschichte stellt.
In fortdauernden Zwiegesprächen mit Michael, dem Jungen, der vor seinen Augen getötet wurde, entwickelt er seine Trauer und sein Nachdenken. Auch Ragusa, die Jugendliebe Josefs, steht über den Feindseligkeiten und bekennt sich als stolze Witwe zur Liebe ihres Lebens. Gemeinsam entflieht das nicht mehr junge Paar der Enge des Bergdorfs – Richtung Süden.