JL

Judith Leopold

Judith Leopold wurde 1983 in einem Wiener Krankenhaus geboren. Nach einem Kaiserschnitt beim ersten Kind kam sie in der folgenden Schwangerschaft zur Hausgeburt und somit zu Hebamme Margarete. Sie hat Komparatistik studiert und lebt mit ihrer Familie in Wien, wo sie seit über zwölf Jahren als Onlineredakteurin im Kulturbereich tätig ist. Bei der edition riedenburg hat sie bereits "Zu Hause geboren" veröffentlicht mit dem ersten Teil der Geschichten von und mit Hebamme Margarete.

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Kerstin unscripted Produktbild: Kerstin unscripted

Kerstin unscripted

Bitte entschuldige, ich glaub, ich kenn dich.

Über Machtmissbrauch, Resilienz und den Menschen, der hinter der Schlagzeile steht: Kerstin
Kerstin Opiela wird 1991 geboren, wächst in Wien auf, geht zur Schule, erlebt aber eine Kindheit, die weit von einer Bilderbuchvorstellung entfernt ist. Da ist ein Vater, der nicht da ist, und eine Mutter, die Betreuungspflichten nicht wahrnehmen kann und darf, Armut, Kinderheime, die höchstens Aufbewahrungsstätten sind. Es folgen Obdachlosigkeit und Teenager-Schwangerschaft und Teenager-Mutterschaft – zwei Dinge, die niemals Hand in Hand gehen dürften, es aber tun. Kerstin stolpert von einer gewaltvollen Beziehung in die nächste. Die Lücken und Bruchstellen im System – im vermeintlichen Sozialstaat – werden deutlich. Wie schnell es gehen kann, dass jemand nicht aufgefangen wird, erst recht.

The good, the bad & the reality tv
Kerstins Teilnahme bei „Teenager werden Mütter“ verändert schliesslich (fast) alles. Sie wird zum Reality-TV-Star, zu einer der bekanntesten Figuren Österreichs, „liefert“ Drama und Einschaltquoten im sogenannten „Trash-TV“. Was einerseits eine Einladung zur Massenkritik und Belustigung bietet, ist andererseits ein Sprungbrett, eine neue Möglichkeit, das Leben wieder selbst gestalten zu können.
Doch wie geht man damit um, wenn so viele glauben, alles über einen zu wissen? Und wie findet man zurück zu sich selbst in all dem Trubel – mit einer Vergangenheit, die immer gegenwärtig ist?

Das Erzählen der eigenen Geschichte wird zum emanzipatorischen Akt – und: macht richtig viel Mut!
Heute geht es Kerstin darum, Mut zu machen. Den Mädchen und Frauen, die Ähnliches erleiden, denen, die von Gewalt betroffen sind. Und dabei auch die Kontrolle über das Narrativ rund um ihre Person zurückzuerlangen. Sie spricht über die unzähligen Momente, in denen sie stark sein musste, sich allein fühlte, über die Momente, in denen sie trotz allem optimistisch in die Zukunft blickte. Leser*innen lernen die Kerstin hinter der Kulisse – hinter der Schlagzeile – kennen. Kerstins Ziel: Jenen Hoffnung zu geben, die nicht mehr weiterwissen, und eine Stimme zu sein für die, die keine eigene haben. Das hier ist ihre Geschichte.
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