Lotte Schwarz (1910–1971) wuchs in Hamburg auf. 1934 emigrierte sie in die Schweiz und heiratete 1944 den Schweizer Architekten Felix Schwarz (1917–2013). 1938–1948 war sie als Bibliothekarin im Schweizerischen Sozialarchiv in Zürich, danach als freiberufliche Werbetexterin und Autorin tätig.
Mario Lüscher lebt und arbeitet in Winterthur als Autor, Herausgeber, Übersetzer und führt die Publikationsplattform Edition / Büro Tincatinca.
Christiane Uhlig ist Historikerin mit Forschungsschwerpunkt osteuropäische, jüdische und Schweizer Geschichte des 20. Jahrhunderts. 2012 erschien von ihr die Biografie «Jetzt kommen andere Zeiten». Lotte Schwarz (1910–1971) (Chronos Verlag, 2012).
Lisette, eine junge Hamburgerin, emigriert im Sommer 1934 aus politischen Gründen nach Zürich, wo sie Arbeit und Unterkunft in der Pension Comi findet. Diese wird vom russisch-jüdischen Ehepaar Paksmann geführt, das einst selbst geflüchtet ist und sich den immer zahlreicher eintreffenden Flüchtlingen verbunden fühlt. In der Pension kommt auch Nissim Nachtgeist unter, Jurastudent aus Deutschland, der gerne Schauspieler geworden wäre und nun illegal Schweizer Berufsmäntel näht. Aber auch Signora Teresa mit den leuchtenden roten Haaren, Jüdin und ausgestossen aus der Kommunistischen Partei, Oberregierungsrat Eiser, der alle, die nach ihm angekommen sind, als persönliche Bedrohung empfindet und Vicky, «eine Achteljüdin» aus dem Rheinland, die samstags die Damen der Pension mit einer Schönheitspflege verwöhnt, leben hier.
Die Pension Comi hat es tatsächlich gegeben, und Lotte Schwarz erzählt die Geschichten der Menschen, die dort Vertreibung und Krieg zu überstehen und jene im Gastland geforderte seelische Schwerarbeit zu leisten versucht haben: «Hoffen, warten, dankbar bleiben.»