Michael Ehnert ist einer der vielseitigsten Hamburger Künstler – Schauspieler, Kabarettist, Regisseur, Produzent und Drehbuchautor. Er wurde mit dem Deutschen Kabarettpreis, dem Deutschen Kleinkunstpreis und dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet. Kaum verwunderlich also, dass er die düstere Geschichte der Wache 16 immer wieder auch mit trockenem Humor erzählt. Dem Publikum ist Ehnert bekannt durch seine legendären Arbeiten mit dem Bader-Ehnert-Kommando, seine preisgekrönten Solo-Performances, die Duo-Programme mit seiner Frau Jennifer und nicht zuletzt durch zahlreiche Fernsehrollen. Er ist in Hamburg-Mümmelmannsberg aufgewachsen und hat viele Jahre im Schanzenviertel und auf St. Pauli gelebt. Sein Debüt-Roman »Hamburg, Wache 16« ist sein persönlichstes Projekt und seinem Vater, Walter Ehnert, gewidmet.
1976. Der 23-jährige Polle wird gegen seinen Willen an die härteste Polizeiwache des Landes versetzt: die 16 in Hamburg St.-Pauli. Was ihm hier im Einsatz begegnet, geht oft weit über die Grenze des Erträglichen hinaus: Verwahrlosung, Gewaltverbrechen, Missbrauch, Menschenhandel. Die in der Polizeischule erlernten Einsatzregeln erweisen sich auf dem Kiez als nahezu unbrauchbar, und die alteingesessenen 16er haben sich längst einen eigenen Moralkompass geschaffen. Zum Mentor wird Polle der erfahrene Strassenbulle Werner, der wie ein alter Westernsheriff ausschliesslich nach seinen eigenen Regeln entscheidet. Und gleichzeitig hat der Leitwolf der 16er alles, was Polle sich wünscht: eine attraktive Ehefrau, zwei Kinder, ein eigenes Haus und nicht nur drei Sterne auf dem Diensthemd, sondern den uneingeschränkten Respekt der Strasse.
Hamburg, Wache 16 ist ein gross angelegtes Zeit- und Sittengemälde der 1970er Jahre auf dem Hamburger Kiez und ein vielgestaltiges Epos aus dem Rot- und Blaulichtmilieu. Während um ihn herum der Krieg zwischen Zuhältern und Hells Angels eskaliert, muss Polle sich am Ende zwischen zwei Familien entscheiden: der eigenen und der Bullenfamilie.