Norbert Loidol: Kunsthistoriker, geboren 1969 in Linz.
Studium der Alten Geschichte, Altertumskunde, Papyrologie und Epigraphik und der Geschichte an der Universität Wien. Sponsion zum Magister der Philosophie 1995.
Tätigkeit als Kurator bei den OÖ. Landesausstellungen 1998 „Land der Hämmer - Heimat Eisenwurzen“ im Innerberger Stadel in Weyer, 2008 „Salzkammergut“ im Seeschloss Ort, 2009 „Mahlzeit!“ im Zisterzienserstift Schlierbach und 2013 „Alte Spuren – Neue Wege“ („Davné stopy - Nové cesty“) in Freistadt und Bad Leonfelden. Kuratierung und Konzept der Ausstellungen 2012 „Verbündet, verfeindet, verschwägert. Bayern und Österreich. Von Napoleon bis heute“ in Braunau, 2012 „Porsche – Design, Mythos und Innovation“ in Linz sowie der Landesausstellung 2016 „Mensch und Pferd. Kult und Leidenschaft“ in Stadl-Paura und Lambach.
NS-Provenienzforschung an der OÖ. Landesbibliothek, Denkmalprojekte in Oberösterreich (Gotik, Renaissance, Kriegerdenkmäler).
Gastvortragender für Kunstgeschichte der Antike und des Mittelalters an der Kunstuniversität Linz 2002/03.
Mitarbeit an der Redaktion und Herausgabe von kulturhistorischen Publikationen (Ausstellungskatalogen, Festschriften), zahlreiche wissenschaftliche Beiträge (u. a. zum Eisernen Vorhang, zum gotischen Bildhauer Hans Peurlin dem Mittleren, zu den Renaissancebildhauern Hans Pötzlinger und Friedrich Thön, zu Michael Blümelhuber und der Steyer „Schule“ der Stahlbildhauerei).
Der spätere Künstler, Stahlbildhauer und Dichter Michael Blümelhuber erblickte am 23. September 1865 in der Nähe von Steyr im Haus Unterhimmel Nr. 26 (heute Steinbruchweg Nr. 2) bei Christkindl als Sohn eines Messerschmiedgesellen und Vorarbeiters in der Säbelschmiede des Bernhard Wilhelm Ohligs das Licht der Welt. Der in seinen Jugendjahren von Beeinträchtigungen geplagte Mann entwickelte sich durch Begabung und grossen Fleiss zu einer Einzelpersönlichkeit, der es gelang, die Errichtung des Meister-Ateliers in Steyr (Eröffnung: 1910. Seit 1926 OÖ. Landeskunstschule für Stahlschnitt) durchzusetzen, das den institutionellen Rahmen für eine künstlerische Bewegung bot, die parallel zu den Zielen der Wiener Werkstätte eine Erneuerung der Kunst auf der Basis handwerklicher Gediegenheit anstrebte und damit einen unverwechselbaren und prägenden Beitrag zur Kunst- und Kulturgeschichte Oberösterreichs geleistet hat. Eines seiner Hauptwerke ist der Schlüssel für den Mariä-Empfängnis-Dom in Linz aus Anlass von dessen Weihe 1924. Die von Michael Blümelhuber, unterstützt von Hans Gerstmayr, Ferdinand Anders, Hans Kröll und Franz Xaver Ledl als Mitarbeitern, initiierte künstlerische Tradition, entfaltete breite Wirksamkeit und wird vor Ort vor allem an der Abteilung Art and Design der Höheren Technischen Bundeslehranstalt in Steyr hochgehalten und weiterentwickelt.