Zuletzt erschienen
Alpziit - Alpsommer im hinteren Lauterbrunnental / Alp summer in the rear Lauterbrunnen Valley
Seit Generationen wird auf einer Alp des hinteren Lauterbrunnentals im Berner Oberland im Sommer Alpkäse hergestellt. Sandrin Feuz, eine junge Älplerin, führt die Alpwirtschaft nach jahrhundertealter Tradition weiter.
Jeweils nach der Schneeschmelze zügelt Sandrin vom Betrieb in Stechelberg auf die Alp. Mit dabei sind 12 Milchkühe, 11 Evolener Mutterkühe (eine selten gewordene, alte Schweizer Rasse), 12 Ziegen, ein Pony und ein Esel sowie ein paar Hühner und natürlich der liebe Hirtenhund „Blue“.
Um den ganzen Sommer über genügend Gras für die Tiere zu finden, zieht die Älplerin immer wieder auf andere Alpweiden (Staffeln), dorthin, wo die besten Gräser und Kräuter wachsen. Die Tiere fressen ausschliesslich, was auf den Alpweiden wächst. So entfaltet der aus der Milch gewonnene Käse seine natürliche Einzigartigkeit.
Die Käseherstellung auf der Alp erfolgt noch gleich wie anno 1805, als die Alphütte im Schiirboden gebaut wurde. Einzig notwendige Anpassungen, um den heutigen hygienischen Vorschriften zu genügen, wurden im Laufe der Zeit vorgenommen. Der Tag der Älplerin beginnt zwischen 4 und 5 Uhr in der Früh. Die Tiere werden gemolken und versorgt, anschliessend unter einfachsten Bedingungen der Käse im alten Kupferkessel über der offenen Feuerstelle hergestellt. Gross ist der Aufwand, um danach alle Gerätschaften gründlich zu reinigen. Am Abend werden die Kühe und Ziegen ein zweites Mal gemolken. Auch tagsüber gibt es immer viel zu tun. Die täglich produzierten Käselaibe werden für 2 Tage in einer Salzmischung eingelegt, um dem Käse den typischen Geschmack zu geben, anschliessend werden sie täglich mit einer geheimen Mischung eingerieben. Die Tiere sind zu versorgen, Holz für das Feuer muss gehackt und Zäune geflickt werden. Im Spätsommer wird an den steilen Hängen geheut (Wildheuen). Die langen Tage enden nach getaner, harter Arbeit gegen 10 Uhr abends.
Während des Sommers produziert Sandrin aus der Rohmilch täglich mehrere Ziegenkäse, zwei Berner Alpkäse (AOP) und Ziger. Insgesamt kommen so über 100 Alpkäse und etwa 300 Ziegenkäse zusammen. Diese finden zum Ende der Alpzeit den Weg ins Tal für den Verkauf und zum Verzehr.
Dieser Bildband zeigt Eindrücke aus dem Leben der jungen Älplerin Sandrin. So aktuell diese auch sind, vermitteln sie doch einen Blick in eine längst vergangene Zeit. Dank Älplern und Älplerinnen wie Sandrin, die mit Hingabe die alten Traditionen, ihre Tiere und unsere Alpen pflegen, haben wir auch heute noch das grosse Glück, diese traumhaft schönen Landschaften und einen Käse von ausserordentlicher Qualität geniessen zu dürfen.
Ein grosser Dank gebührt Sandrin Feuz, die uns den Sommer 2023 über einen Einblick in ihr Leben als Älplerin im hinteren Lauterbrunnental erlaubte und uns mit ihrer fröhlichen und natürlichen Art an ihrem entbehrungsreichen, einfachen und doch so glücklichen Alltag auf der Alp teilhaben liess.
Die Bilder zu diesem Buch entstanden im Sommer 2023 im hinteren Lauterbrunnental, zusammen mit der Älplern Sandrin Feuz und dem Fotografen René Pfluger.
Dieses Buch ist eine Ode an Sandrins Alpziit.
Buch (Taschenbuch)
Fr.54.90