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Roque Dalton

Geboren 1935 als Roque Dalton García in San Salvador. Studium der Rechtswissenschaften und der Anthropologie in El Salvador, Chile und Mexiko. Wegen seiner politischen Aktivitäten in den Reihen der Kommunistischen Partei El Salvadors mehrmals inhaftiert, zweimal sogar mit der Todesstrafe belegt, aber auf wundersame Weise – 1960 durch den Sturz des damaligen Präsidenten; 1965 durch ein Erdbeben, das die Gefängnismauer zum Einsturz brachte – vor der Exekution gerettet.

Dalton lebte in Mexiko, in der CSSR und die längste Zeit in Kuba im Exil, bereiste ganz Lateinamerika und Europa, auch Österreich, ehe er 1973 heimlich nach El Salvador zurückkehrte und sich der Guerrillabewegung revolutionare Volksarmee (ERP) anschloss. Wegen »ideologischen Abweichlertums« wurde er vom Leitungsgremium des ERP zum Tode verurteilt und am 10. Mai 1975 erschossen. Seine sterblichen Überreste sind bis heute nicht gefunden worden.

Roque Dalton: i Fusilemos la noche! Erschießen wir die Nacht! von Roque Dalton

Neuerscheinung

Roque Dalton: i Fusilemos la noche! Erschießen wir die Nacht!
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Roque Dalton gilt als der Bertolt Brecht oder Jura Soyfer Lateinamerikas. Er setzte sich ab von der hymnischen Dichtung in der Tradition Pablo Nerudas, integrierte etwa als erster Dichter Mittelamerikas die Sprache der Strasse, der Spelunken, Bordelle und Gefängnisse in seine Lyrik. Darüber hinaus war er ein Pionier linker Geschichtsschreibung und Kulturforschung. Sein Leben und Werk steht – exemplarischer noch als das Che Guevaras – für den Versuch, neokoloniale Unterdrückungsstrukturen mit literarischen, politischen und militärischen Mitteln zu bekämpfen, aber auch für die Widersprüche und Konflikte, in die man dabei geraten kann.

Dem Buch liegt eine DVD mit dem gleichnamigen Film von Tina Leisch bei (spanische Originalversion mit dt., engl., franz., ital., türk. Untertiteln), der 2014 mehrfach ausgezeichnet wurde, u. a. mit dem Jurypreis des Cine Las Americas International Film Festivals in Austin/Texas/USA und dem Preis für den besten langen Dokumentarfilm beim Ojo Cojo International Filmfestival Madrid ‒ »wegen seiner Fähigkeit, auf kreative und dynamische Art das Leben und die Worte Daltons 40 Jahre nach seinem Tod auferstehen zu lassen«.

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