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Flucht ist ein feiges Wort
Werburg Doerr schreibt literarisch dicht und eindringlich in einer ernüchtert klaren Sprache über ihr eigenes Schicksal der Flucht und das Gefühl, alles zu verlieren. Ihr geht es dabei um die Stärke, trotz des Verlustes verzeihen und menschenzugewandt bleiben zu können. Ihr eigenes Leben lehrte sie die Überzeugung, nie einen Menschen, der auf der Flucht ist, abzuweisen. Das Buch ist eine starke Friedensbotschaft. Es ist ein Buch der Versöhnung und der Demut. Und ein Buch, das hinterfragt und relativiert, was wirklich wichtig ist, wenn man alles verliert. Was bleibt? Vom Status, Geld, Macht, grossen Plänen, wenn alles auf ein paar Habseligkeiten reduziert auf einen Pferdewagen geworfen wird und das blosse Überleben ein Zufall ist?
Werburg Doerr erzählt einmal mehr ein Schicksal der Flucht nach dem Zweiten Weltkrieg – aber in einer Eindringlichkeit und Ehrlichkeit, die sprachlos macht. Sie zeigt, dass sie eine grosse, unsentimentale Erzählerin ist. Wer die politische Kultur Deutschlands seit 1945 und unsere Befindlichkeiten angesichts neuer globaler Kriege und Vertreibungen verstehen will, muss dieses Buch lesen.
Buch (Paperback)
Fr.27.90