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Profilbild von Gerhard Brantschen Gerhard Brantschen Filiale: Buchhandlung Stauffacher
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Meine letzte Rezension Tanners Erde von Lukas Maisel
Da staunt Bauer Ernst Tanner nicht schlecht, als er eines Tages mitten auf seinem Feld ein grosses Loch findet. Gross genug, dass ein Mensch hineinfallen könnte. Er behält den sonderbaren Fund erstmal geheim und deckt die Öffnung mit einer Plane ab. Da muss es schon irgendeine logische Erklärung geben, denkt er sich. Als dann aber seine Frau beinahe ins Loch fällt, wird ihm bewusst, dass das ganze irgendwie gefährlich ist, und meldet es der Polizei. Diese nimmt ihn erst nicht so ganz ernst, begleitet aber Tanner schlussendlich doch noch zu seinem Feld. Aha! Das ist wirklich ein Loch! Der Bereich um die Öffnung wird abgesperrt und ein wissenschaftliches Expertenteam herbeigeholt. Auch die haben keine wirkliche Erklärung. Da aber ein grosser Teil von Tanners Ackerland abrutschen könnte, wird die Absperrung erweitert. Dies hat Auswirkungen auf Tanners Ernte. Um einen grossen Bereich geschrumpft, sieht er das Problem, dass seine Ernte nicht mehr reichen wird, um über den Winter zu kommen. Dann lehnt die Gemeindeversammlung auch noch einen Kredit ab, um das Land zu sanieren. Tanner steht das Wasser bis zum Hals... Lukas Maisels Novelle über den Bauern Tanner und dem Loch in seinem Feld ist eine kurze aber amüsante Geschichte mit einem Hauch Helvetismus. Es behandelt auch gleich ein seit Jahren aktuelles Thema: der Kampf des Bauerntums ums Überleben. Auch Tanners Wegschauen am Anfang des Buches, dem Ignorieren des Lochs und dem "Es wird schon irgendwie gehen" ist typisch Schweizerisch. Dass dann auch noch in der Gemeindeversammlung diskutiert wird und ein Kredit zur Sanierung Tanners Ackerlandes abgelehnt wird, ist eine Karikatur. Lieber drüber reden und ewig diskutieren, statt etwas zu machen. Das Buch ist somit durchaus selbstironisch zu verstehen. Die Sprache ist locker und leicht, teilweise heiter. Es macht Spass, dieses Buch zu lesen. Und beim Lesen kann mensch sich richtig in Tanner hineinversetzen und mitleiden. Dieses Buch kann und sollte in einer einzigen Lese-Session genossen werden, um die grösstmögliche Wirkung zu erzielen.
ab Fr. 33.90
Tanners Erde
5/5
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Tanners Erde

Da staunt Bauer Ernst Tanner nicht schlecht, als er eines Tages mitten auf seinem Feld ein grosses Loch findet. Gross genug, dass ein Mensch hineinfallen könnte. Er behält den sonderbaren Fund erstmal geheim und deckt die Öffnung mit einer Plane ab. Da muss es schon irgendeine logische Erklärung geben, denkt er sich. Als dann aber seine Frau beinahe ins Loch fällt, wird ihm bewusst, dass das ganze irgendwie gefährlich ist, und meldet es der Polizei. Diese nimmt ihn erst nicht so ganz ernst, begleitet aber Tanner schlussendlich doch noch zu seinem Feld. Aha! Das ist wirklich ein Loch! Der Bereich um die Öffnung wird abgesperrt und ein wissenschaftliches Expertenteam herbeigeholt. Auch die haben keine wirkliche Erklärung. Da aber ein grosser Teil von Tanners Ackerland abrutschen könnte, wird die Absperrung erweitert. Dies hat Auswirkungen auf Tanners Ernte. Um einen grossen Bereich geschrumpft, sieht er das Problem, dass seine Ernte nicht mehr reichen wird, um über den Winter zu kommen. Dann lehnt die Gemeindeversammlung auch noch einen Kredit ab, um das Land zu sanieren. Tanner steht das Wasser bis zum Hals... Lukas Maisels Novelle über den Bauern Tanner und dem Loch in seinem Feld ist eine kurze aber amüsante Geschichte mit einem Hauch Helvetismus. Es behandelt auch gleich ein seit Jahren aktuelles Thema: der Kampf des Bauerntums ums Überleben. Auch Tanners Wegschauen am Anfang des Buches, dem Ignorieren des Lochs und dem "Es wird schon irgendwie gehen" ist typisch Schweizerisch. Dass dann auch noch in der Gemeindeversammlung diskutiert wird und ein Kredit zur Sanierung Tanners Ackerlandes abgelehnt wird, ist eine Karikatur. Lieber drüber reden und ewig diskutieren, statt etwas zu machen. Das Buch ist somit durchaus selbstironisch zu verstehen. Die Sprache ist locker und leicht, teilweise heiter. Es macht Spass, dieses Buch zu lesen. Und beim Lesen kann mensch sich richtig in Tanner hineinversetzen und mitleiden. Dieses Buch kann und sollte in einer einzigen Lese-Session genossen werden, um die grösstmögliche Wirkung zu erzielen.

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