Meine letzte RezensionDie Katze der seltsamen Kindervon Petra Soukupová
Mila freut sich auf die letzte Ferienwoche mit ihren Eltern und ihren Freunden Katka und Peter. Doch kaum sind sie im Ferienhaus angekommen, verhält sich Katka merkwürdig. Sie hat auf nichts Lust: weder auf das Schwimmbad noch auf das Trampolin. Nicht einmal die Katze, die plötzlich im Garten auftaucht, kann sie aus ihrer Reserve locken. Mila und Peter hingegen sind sofort fasziniert und folgen der Katze in den Nachbarsgarten, wo sie auf Luisa und Eli treffen. Doch auch den beiden, die hier ebenfalls nur ihre Ferien verbringen, gehört die Katze nicht. Also machen es sich die vier zur Aufgabe, herauszufinden, wo sie hingehört, und sie nach Hause zu bringen. Das gestaltet sich allerdings schwieriger als gedacht. Denn nicht nur ihre eigenen Eigenheiten und Unsicherheiten stehen ihnen dabei im Weg, sondern auch die Erwachsenen, von denen sie mehr Widerstand als Unterstützung erfahren.
«Die Katze der seltsamen Kinder» ist eine tiefgründige Geschichte über Freundschaft, Solidarität und Akzeptanz und ein weiteres Abenteuer aus der Reihe «Die seltsamen Kinder». Mila, Katka, Peter, Eli und Luisa kämpfen mit ihren ganz eigenen Problemen: mit Ängsten, Wutausbrüchen und Scham, aber auch mit dem wachsenden Frust darüber, von den Erwachsenen nicht ernst genommen zu werden.
Petra Soukupová zeichnet ihre Figuren mit grosser Authentizität und Tiefgang. Ihr Schreibstil ist atmosphärisch und lässt viel Raum für die Gedanken und Gefühle der Kinder. Zwar hat es einen Moment gedauert, bis ich mit allen Charakteren warm geworden bin, doch mit der Zeit konnten sie mich immer mehr für sich einnehmen.
Ein aussergewöhnlicher und vielschichtiger Roman, der zum Nachdenken über unsere Gesellschaft, gegenseitige Akzeptanz und ein solidarisches Miteinander anregt. Besonders gefallen hat mir, dass die Geschichte ihre jungen Figuren mit all ihren Ecken und Kanten ernst nimmt und dabei zeigt, wie wichtig es ist, einander zuzuhören und füreinander einzustehen. Kein leichtes Kinderbuch für zwischendurch, sondern eines, das nachhallt und noch über die letzte Seite hinaus beschäftigt. Aus meiner Sicht eher für ältere Leserinnen und Leser ab 11 Jahren, gerne zum gemeinsamen Lesen in der Familie.