Dream Theater
1. In The Presence Of Enemies [Part 1]
Produktdetails
Medium
CD
Anzahl
1
Hersteller
Warner MusicSprache
Englisch
Komponiert von
Dream Theater
Erscheinungsdatum
27.09.2013
EAN
0016861799229
Kundinnen und Kunden meinen
Großartiges Album!
Bewertung am 15.01.2021
Bewertungsnummer: 562827
Bewertet: Musik (CD)
Man muss schon weit zurückgehen, um in der Diskographie der Prog-Götter ein Album zu finden, auf das sich so gut wie jeder einigen konnte. Das letzte Werk, das fast alle zufriedenstellte, war "Scenes from a memory". Seit dem dieses Überalbum im Jahre 1999 erschien, wurden alle Veröffentlichungen mehr oder weniger kontrovers diskutiert. Zu überladen, zu hart oder zu belanglos waren in chronologischer Reihenfolge die Vorwürfe, mit denen sich die entsprechenden Alben konfrontiert sahen.
Sicherlich wird es auch über "Systematic chaos" kritische Stimmen geben, aber mit der Zeit wird sich höchstwahrscheinlich bestätigen, dass es, wenn nicht gar das beste, doch wenigstens das konsensfähigste Album seit "Scenes from a memory" ist. Dies liegt vor Allem in dem enormen Abwechslungsreichtum begründet. Auf "Systematic chaos" bieten Dream Theater alles auf, wofür sie in ihrer über 20jährigen Bandgeschichte berühmt wurden. Hier gibt gewaltige Epen ("In the presence of enemies I + II) genauso wie schöne Balladen ("Forsaken"), Härte ("The dark eternal night"), Melancholie ("Repentance") und Experimentierfreude ("Prophets of war"). Fans der ersten Stunde (und insbesondere von "Images & words") werden die Rückkehr zu großen Melodien begrüßen. Mit "The ministry of lost souls" haben Dream Theater einen ihrer besten Longtracks geschaffen. Gänsehaut pur!
"Octavarium" war bei weitem kein schlechtes Album, auch wenn es den ein oder anderen Ausfall beinhaltete. Im Vergleich mit "Systematic chaos" geht es aber ziemlich unter. Auch wenn es in den letzten Jahren nicht immer den Anschein machte: Dream Theater bleiben fest im Prog-Sattel, geben ihrem an vorderster Front laufenden Gaul die Sporen und reiten einer sonnigen Zukunft entgegen.
Der Zug fährt wieder
Thomas Zörner aus Lentia am 15.01.2021
Bewertungsnummer: 606324
Bewertet: Musik (CD)
Nach dem etwas enttäuschenden "Octavarium" kehren Dream Theater mit "Systematic Chaos" zu ihren alten Tugenden zurück und befahren eine ähnliche Schiene wie bei "Train of Thoughts". Zwar erinnernd "In The Presence of Enemies" noch leicht an den schwächeren Vorgänger, aber der Song macht doch alles richtig und weiß sogar zu überraschen als nach 5 instrumentalen Minuten doch tatsächlich noch Gesang einsetzt. "Forsaken" ist eine tempotechnisch gedrosselte Halbballade, deren wunderbarer Chrous zu überzeugen weiß, aber sie steht doch etwas im Schatten des, für Dream Theater Verhältnisse fast schon brachialen, "Constant Motion". James LaBrie macht uns in den Strophen den James Hetfield zu musikalischem Background, der gefährlich nach "Battery" von Metallicas "Master of Puppets" riecht. Spätestens beim wiederum genialen Refrain wird man auch diesen Song lieben. In Sachen Härte setzt das folgende "The Dark Eternal Night" aber noch eins drauf, vor allem wenn Drummer Portnoy die Vocals übernimmt, die er sich mit LaBrie diesmal teilt. Allerdings ist seine stimmliche Leistung keinesweg der des letzteren gewachsen. Portnoy wäre vielleicht ein guter Shouter, das Singen sollte er aber dem guten James überlassen. "Repentance" ist der große Ruhepol der Platte, der das 12 Punkte Programm der Anonymen Alkoholiker weiterstrickt, welches sich über mehrere Alben erstreckt. Das Intro klingt allerdings gefährlich nach Tool. Auf Ruhe folgt die große Überraschung. "Prophets of War" wendet sich vom Progressive Metal ab und wendet sich dem Prog Rock zu. Wer an Muse denkt, ist auf dem richtigen Weg, der Song könnte komplett aus der Feder von Matt Bellamy stammen. Man merkt schon Zitate anderer Bands werden auf "Systematic Chaos" groß geschrieben. "The Ministry of Lost Souls" ist aber wieder ganz Dream Theater und wieder etwas ruhiger, bevor es in einem Gefrickel-Instrumental-Outro explodiert. Der Kreis schließt sich schließlich mit Part II des Openers, womit das Gesamtwerk "In The Presence of Enemies", welches live stehts in einem Stück gespielt wird, auf über 25 Minuten kommt. "Systematic Chaos" lässt mich beruhigt aufatmen. Offensichtlich war "Octavarium" ein einmaliger Ausrutscher und ich hoffe auf mehr Album der "Train of Thoughts" Richtung, wie eben dieses.