F. W. Murnaus erste erhaltene Regiearbeit nimmt Motive seiner späteren Meisterwerke vorweg: Wie in Sunrise reisst eine verführerische Frau einen Mann aus seinen geordneten Verhältnissen, der Gegensatz von Stadt und Land wird ausgespielt, und Conrad Veidts stilisierte Darstellung eines Blinden wirkt wie ein Vorläufer von Nosferatu. Die zum grössten Teil auf das Kameranegativ zurückgreifende digitale Rekonstruktion zeigt den Film wieder in seiner ursprünglichen visuellen Brillanz. Wie das Kammerspiel Scherben, das ebenfalls auf einem Drehbuch von Carl Mayer basiert, wurde Der Gang in die Nacht als "meisterhaftes Filmwerk" gefeiert, das nicht auf äusserliche Sensationen setzt, sondern seine Spannung mit rein kinematographischen Mitteln entwickelt und auf Zwischentitel weitgehend verzichten kann. Die Doppel-DVD bietet ungewöhnliche Musikbegleitungen für beide Filme.
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