Die gute Nachricht ist, dass wir uns in jedem Moment dafür entscheiden können, antirassistisch zu handeln. Denn »rassistisch« und »antirassistisch« sind keine festgeschriebenen Identitäten, und wir können unsere Haltung jederzeit ändern. In seinem »New York Times«-Nummer-1-Bestseller behauptet Ibram X. Kendi, Historiker, Professor an der Boston University, Schwarz, auch von sich selbst, früher Rassist gewesen zu sein. In seinem so brillanten wie mitreissenden Buch zeigt er anhand der eigenen Geschichte, dass Neutralität im Kampf gegen Rassismus keine Option ist: Wir sind in unserer Ignoranz so lange Teil des Problems, bis wir Teil der Lösung werden und aktiv antirassistisch handeln. Kendi entwirft ein grundlegend neues Verständnis von Rassismus - was er ist, wo er sich verbirgt, wie er zu identifizieren ist und was wir dagegen tun können. Denn wir sind entweder rassistisch oder antirassistisch, dazwischen gibt es nichts. Es reicht deshalb nicht, kein Rassist zu sein, wir müssen alle Antirassisten werden.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
5/5
24.03.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Anleitung,eine Biografie,ein...
Eine Anleitung,eine Biografie,ein wichtiges Buch gegen Rassismus. Sehr eingängig geschrieben, zeigt der Autor auf, welche Denkmuster uns beim Alltagsrassismus leiten und wie wir sie tagtäglich zu ändern angehen können.
Hilal Türe
aus Bielefeld
5/5
05.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Horizonterweiternde Thesen zu Rassismus mit all seinen Facetten
Zum Inhalt:
Ibrahim X. Kendi ist aktuell der umstrittenste Rassismusforscher unserer Zeit. Wie der Titel schon sagt, geht es in seinem neuesten Buch um den effektivsten Weg, Rassismus zu begegnen. Nicht rassistisch zu sein, genügt nach Kendis Ansicht nicht. Denn im Kern seien auch diskriminierungsfeindliche Ansätze, die die Aufhebung sozialer Benachteiligung fordern, immer noch rassistisch, da sie mit Assimilation einhergehen. Vielmehr zeigt Kendi, dass unsere Gesellschaft einen deutlichen Wandel zum Antirassismus durchlaufen muss. In diese hitzige Diskussion sind zudem autobiographische Anekdoten aus dem Familienleben und der Kindheit Kendis eingebettet, womit der Autor direkte Vergleiche zieht und Beispiele aus dem realen Leben für seine Thesen liefert.
Meine Leseerfahrung:
"Wie im Kampf gegen eine Sucht erfordert Antirassismus ständige Selbstkontrolle, kontinuierliche Selbstkritik und regelmäßige Selbsterforschung."
Ich habe bisher kein aufrichtigeres Buch über Rassismus gelesen, das den Kern der Thematik dermaßen gut erfasst und die unterschiedlichen Facetten von rassistischer Gesinnung so punktgenau definiert. Kendi berichtet als Rassismusforscher überzeugend von Fallbeispielen, die er teilweise mit Anekdoten aus dem eigenen Leben unterstreicht. Angefangen von der Jugend seiner Eltern erzählt er aus der damaligen Zeit und was "Schwarzsein" in Amerika durch die Jahrzehnte bedeutet hat bzw. immer noch bedeutet. Dabei zeigt er auf, dass auch die Schwarzen nicht vor Rassismus gefeit sind. Denn rassistische Gedanken hat jeder, ganz gleich, welche Hautfarbe er hat. Wichtig ist, diese Einstellung zu erkennen und im Ansatz zu ändern.
Kendi gibt dafür zunächst genaue Definitionen, woran man beispielsweise biologischen, kulturellen oder verhaltenstechnischen Rassismus erkennt. Auf der anderen Seite wird erklärt, wie ein Antirassist in derselben Position denkt und handelt. Diese Gegenüberstellung zeigt schon für sich, dass Rassismus ein grundlegendes Problem unserer Gesellschaft ist, das ausgemerzt werden muss. Besonders gut gefielen mir die historischen Fakten, die Kendi über die Ursprünge des ersten "Racializen" gibt. Beispielsweise war mir neu, dass die grundlegende rassistische Vorstellung im Sklavenhandel durch spanisch/portugiesische Kolonisatoren erfolgte, um ihre Geschäfte mit nur afrikanischen Menschen zu legitimieren.
Dieses Buch gehört daher durchaus in die anspruchsvollere Kategorie der Rassismusliteratur und verlangt viel Aufmerksamkeit beim Lesen. Das Gelesene ist aber äußerst wichtig und nicht nur für die aktuelle Situation in der amerikanischen Gesellschaft relevant. Auch hier in Deutschland müssen wir uns fragen, ob wir alle uns genug Mühe geben, antirassistisch zu sein. Denn das ist notwendig, um Rassismus von Grund auf zu bekämpfen. Neutralität reicht hier definitiv nicht aus. Wer sich intensiv mit dieser Thematik beschäftigt, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Für mich persönlich hat Kendi völlig neue Blickwinkel aufgezeigt und meine Perspektive ein Stück weit verändert.
Fazit:
Kendi findet in diesem Buch deutliche Worte für rassistische Gesinnung und liefert mutige und resolute Lösungsansätze, die in der Zukunft für viel Diskussion sorgen werden. Zudem ist es äußerst prägend für die persönliche Weiterentwicklung jedes Menschen, um eine vorurteilsfreie Gesellschaft zu schaffen, und hat damit einen wichtigen Platz in der Rassismusliteratur.
Bewertung
aus München
5/5
27.10.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein bewegendes Buch, das schonungslos mit allen Klischees aufräumt!
Im Buch „How to be an Antiracist“ erzählt Ibram X. Kendi in bewegender Art und Weise vom seinen eigenen Erfahrungen von Rassismus und arbeitet dabei auch ganz klar heraus, dass niemand, selbst er als Afroamerikaner, nicht davor gefeit ist, rassistisches Gedankengut zu hegen. Ganz im Gegenteil zur landläufigen Meinung. Auch damit räumt dieses Buch auf eine fesselnde Art und Weise mit einer schonungslosen Selbstreflexion des Autors selbst auf und lässt dem Leser nur noch wenig Raum für ein „Verkriechen in der Komfortzone“, wohin wir wohl alle gerne entschwinden wollen würden, Anbetracht dieses durchaus unbequemen Themas...
Ein wirklich empfehlenswertes Buch, wenn man mehr über das Themenfeld ‚Rassismus‘ erfahren möchte und ein für alle mal mit falschen Klischees abschließen will.
Ashelia
5/5
12.10.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wichtiges und lehrreiches Werk!
Ibram X. Kendi beschreibt in seinem sehr ausführlichen Werk auf einer wissenschaftlicheren Ebene welche Formen des Rassismus es gibt. Dabei bringt er auch seine eigene Lebensgeschichte und die Geschichte des Rassismus ein, sodass eine interessante Mischung entsteht, bei der man Ibrams eigenen Prozess hin zum Anti-Rassisten miterlebt. Es wird deutlich, dass der Beginn der Selbstreflexion keineswegs auch der Startpunkt eines anti-rassistischen Lebens ist. Vielmehr ist es ein stetiger Lernprozess.
Bezogen ist der Rassismus hier auf die USA und erklärt dadurch, wieso Rassismus dort solch gravierende Ausmaße angenommen hat. Allein deshalb finde ich das Werk sehr empfehlenswert! Aber auch die verschiedenen Formen des Rassismus bzw. auf welche Merkmale sich Rassismus beziehen kann, werden sehr ausführlich beschrieben und liefern gemeinsam mit wissenschaftlichen Erkenntnissen dem*der Leser*in einen erheblichen Wissens-Mehrwert.
Sprachlich ist es insgesamt etwas anspruchsvoller, da Ibram X. Kendi zur klaren Abgrenzung seiner Darstellungen stets die verschiedenen Formen des Rassismus benennt, wodurch manche Sätze etwas verworren klingen. Dennoch empfand ich das Werk nie als zäh, was v.a. durch die eingestreuten persönlichen Erfahrungen gelingt.
Wer schon immer wissen wollte, wieso auch Schwarze und PoC in den USA jemanden wie Trump wählen, sollte dieses Buch unbedingt lesen! Ich habe über das politische und gesellschaftliche System der USA viel dazu gelernt!
Leas Libraryy
5/5
21.09.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch sollte wirklich jeder lesen
Das Buch ist in mehrere Kapitel aufgeteilt, die jeweils ein anderes Unterthema behandeln. So befasst sich der Autor wirklich mit den verschiedensten Arten und Formen von Rassismus, wie beispielsweise Kultur, Biologie und Colourismus, und geht sehr ausführlich auf diese ein. Am Anfang eines jeden Themas/Kapitels stehen verschiedene Definitionen, die auch in dem jeweiligen Kapitel wieder weiter erklärt werden.
Was mir besonders gefallen hat war die Abwechslung zwischen Biografie und Sachbuch bzw. Fakten. Ich fand es unglaublich mutig, dass der Autor so offen und ehrlich über seine Vergangenheit und die seiner Eltern redet. Dies tut er wirklich sehr authentisch und er spricht auch von seinen eigenen Fehlern und wie er selbst es geschafft hat, zum Antirassisten zu werden. Außerdem zieht sich dank der biographischen Inhalte ein roter Faden durch das Buch, was dieses weniger trocken gemacht hat.
Das einzige, was ich zu bemängeln habe, ist der Schreibstil des Autors, was jedoch nur mein Befinden widerspiegelt. Ich hatte am Anfang Probleme, in das Sachbuch einzusteigen, da der Schreibstil doch etwas gewöhnungsbedürftig und nicht gerade sehr direkt war. Allerdings ist es bei diesem Thema natürlich auch sehr schwer, direkt auf den Punkt zu kommen und ab S.100 hatte ich mich auch an den Schreibstil und die Art der Erklärungen gewöhnt.
Inhaltlich möchte ich natürlich nicht so viel vorwegnehmen. Ich kann jedoch sagen, dass dieses Buch sehr lehrreich ist und jedem die Augen öffnen kann. Man sieht Dinge aus ganz verschiedenen Blickwinkeln und setzt sich mit diesem schrecklichen, jedoch aktuellen Thema nochmals deutlicher auseinander.
Fazit
Dieses Buch empfehle ich wirklich jedem, egal ob man gerne Sachbücher liest oder nicht. Das Thema hätte nicht besser erklärt werden können und ich habe aus diesem Buch wirklich viel mitgenommen. Es reicht nicht einfach nur „nicht rassistisch“ zu sein. Wir alle müssen Antirassistisch werden und uns aktiv mit der Thematik befassen.
4 Sterne!