Pol Pots Lächeln

Eine Reise durch das Kambodscha der Roten Khmer

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Im August 1978 reiste eine Viererdelegation der Schwedisch-Kambodschanischen Freundschaftsgesellschaft ins Demokratische Kampuchea. Sie berichteten von Aufbruch und glücklichen Menschen. Obwohl sie ein Land durchquerten, dessen Bevölkerung von Pol Pots Regime unterdrückt, ausgebeutet und ermordet wurde.

Peter Fröberg Idling versucht, das Nebeneinander dieser verschiedenen Wahrheiten zu begreifen. Er reist durch Bibliotheken, Archive und nach Kambodscha, sucht die damals Reisenden auf, ebenso kambodschanische Täter, Mitläufer und Opfer. Seine literarische Reportage wirft Fragen auf: Wollten sie damals nicht verstehen? Wurden Zweifel ausgeblendet, im Dienste einer Ideologie? Aber auch: Was kann ich heute wissen oder was ist es, das ich nicht sehe?

Portrait
Fröberg Idling, Peter
Peter Fröberg Idling, 1972 in Schweden geboren, ist Schriftsteller und Literaturkritiker und lebt in Stockholm. Er studierte Rechtswissenschaften und arbeitete ab 2001 zwei Jahre in Kambodscha für eine Menschenrechtsorganisation. Seine Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Pol Pots Lächeln war für den Jan Michalski Literaturpreis und den Ryszard Kapuscinski-Preis für literarische Reportagen nominiert.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 352
Erscheinungsdatum 24.06.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-293-20697-7
Verlag Unionsverlag
Maße (L/B/H) 19/12.3/3.2 cm
Gewicht 390 g
Originaltitel Pol Pots leende
Auflage 1
Übersetzer Andrea Fredriksson-Zederbauer
Verkaufsrang 80524
Buch (Taschenbuch)
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Wo haben sie hingeschaut?
von einer Kundin/einem Kunden am 18.07.2013
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Jan Myrdal, Per Ollov Enquist, Brigitta Dahl (später Vorsitzende des schwedischen Parlaments) und Noam Chomsky reisten im August 1978 nach Kambodscha. Damals unter Bruder Nr.1 vulgo Pol Pot leidend. Der durch Zufall wieder entdeckte damalige positive Reisebercht erweckt viele Fragen. Der Bericht, sowieso nur im Kontext seiner Ze... Jan Myrdal, Per Ollov Enquist, Brigitta Dahl (später Vorsitzende des schwedischen Parlaments) und Noam Chomsky reisten im August 1978 nach Kambodscha. Damals unter Bruder Nr.1 vulgo Pol Pot leidend. Der durch Zufall wieder entdeckte damalige positive Reisebercht erweckt viele Fragen. Der Bericht, sowieso nur im Kontext seiner Zeit verständlich, schildert ein friedvolles Land voll von Dammbauten, Fabrikanlagen, Reisfeldern. Kein Wort über die Gräuel. Idling geht auf Spurensuche, hoch interessant, ein Buch gegen das Verrgessen.

Collagetechnik erschwert die Verarbeitung
von Herbert Huber aus Wasserburg am Inn am 24.04.2013
Bewertet: Buch (gebunden)

Vier schwedische Intellektuelle reisten 1978 auf Einladung ins Kambodscha der Roten Khmer. Sie sahen lachende Kinder und eine heile Welt. Wir wissen heute, dass damals dort mit knüppelharter Hand regiert wurde. Wir wissen von Unterdrückung bis zur Vernichtung im kambodschanischen Foltergefängnis S-21. Der Autor Peter Fröberg I... Vier schwedische Intellektuelle reisten 1978 auf Einladung ins Kambodscha der Roten Khmer. Sie sahen lachende Kinder und eine heile Welt. Wir wissen heute, dass damals dort mit knüppelharter Hand regiert wurde. Wir wissen von Unterdrückung bis zur Vernichtung im kambodschanischen Foltergefängnis S-21. Der Autor Peter Fröberg Idling fragte sich, wie die vier Schweden so eklatant getäuscht werden konnten. Jan Myrdal, einer der damals Mitreisenden, weigert sich bis heute, einen Fehler einzusehen. Idling setzt den damaligen Reiseberichten die neuere Geschichte Kambodschas und die Lebensgeschichten einiger politisch Verantwortlichen entgegen. Hilfreich ist dazu ein Personenverzeichnis und eine Landkartenskizze zu Beginn von Pol Pots Lächeln. Der Autor reiste selbst ins Königreich Kambodscha auf den Spuren der damaligen Reisenden und versuchte damals Beteiligte zu interviewen. In Collagetechnik fügt der Autor zwischen die Berichtsfetzen Schnipsel mit Parolen der Roten Khmer ein. Plastisch vergleicht er die damaligen Lager in Kambodscha mit denen der Nazis. Da ich weder die Geschichte Südostasiens noch das Geschehen dort in den Siebzigern gut kannte, lernte ich durch die Lektüre einiges dazu. Doch leider vereitelte die in anderen Besprechungen gelobte Collagetechnik bei mir mehr. Der Autor springt zwischen den Handlungs– und Geschichtssträngen kleinräumig: jedes der 265 Kapitelchen geht von zwei Zeilen bis vier Seiten, meist sind es knappe zwei. Man folgt den zeitlichen Sprüngen vom 21. Jhdt. zu 1970, Mitte 20. Jhdt., 1975, 1978, 1963, 1973, 1967, 1999. Ich konnte den Faden nicht immer aufnehmen. Damit verbunden sind Ortssprünge: Schweden, Frankreich, Kambodscha. Das i-Tüpfelchen sind kurze Kapitel, wie z.B. das 27., deren Herkunft völlig offen ist. Kursiv gesetzt!? Bedeutet – was? Das Kapitel 76 schildert den entsetzlichen Tod deines Mannes, der sich selbst verbrannt hatte. Der Berichterstatter wird von einem Straßenjungen um sein Mobiltelefon gebeten. Wo und wann spielt diese tragische Szene? Und wozu? Vieles bleibt offen, zumindest für mich. Die politische Täuschung wurde in Pol Pots Lächeln durch die genannten Techniken auf das literarische Feld übertragen. Das Konzept einen schwierigen, komplizierten politischen Konflikt literarisch aufzubereiten gelang nicht. Sachbuch, Bericht, Reportage und Roman in 256 kleinen Portionen geht nicht zusammen. Wer es jedoch schafft all die zeitlichen Stränge wieder zusammen zu fügen, kann sich ein eigenes Bild über Kambodscha und Täuschungsmechanismen machen.