Produktbild: Pol Pots Lächeln

Pol Pots Lächeln »Die Täuschung geht immer weiter als der Verdacht.« François de La Rochefoucauld — Eine Reise durch das Kambodscha der Roten Khmer. Mit einem Vorwort von Steve Sem-Sandberg. Mit einem Vorwort von Steve Sem-Sandberg

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.06.2015

Verlag

Unionsverlag

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

19/12.3/3.2 cm

Gewicht

390 g

Farbe

Melone / Anthrazit

Auflage

3

Originaltitel

Pol Pots leende (2006)

Übersetzt von

Andrea Fredriksson-Zederbauer

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-293-20697-7

Beschreibung

Rezension

»Ein Buch gegen das Vergessen, das einen lehrt, der fremden wie der eigenen Wahrnehmung zu misstrauen.« ("Wiener Zeitung")
»Es ist diese eine quasi universelle Geschichte hypermoralischer Ignoranz, von der zu befürchten steht, dass ihr letztes Kapitel lange noch nicht geschrieben ist.« ("Neue Zürcher Zeitung")
»Pol Pots Lächeln ist so sprunghaft wie die Recherchen des Autors, ist so widersprüchlich wie seine Funde und in seiner erzählerischen Dichte und zugleich dokumentarischen Lückenhaftigkeit so mitreissend anstrengend, dass beim Lesen bisweilen der Atem schneller geht und der Kopf schmerzt. Weil Nachdenken anstrengend ist, aber man ohne Denken den Widersprüchen der Geschichte nicht beikommt.« ("Berliner Zeitung")
»Peter Fröberg Idling fragt nicht nach Schuld, sondern beschreibt, wie bei seinen eigenen Nachforschungen immer mehr Fragen auftauchten und immer weniger sichere Antworten bleiben.« ("3sat Kulturzeit")
»Mit seinem Buch beschreibt Peter Fröberg Idling also nicht nur den Irrtum einiger Individuen, sondern den einer ganzen Generation westlicher Linker. Dennoch hat er keine Anklageschrift geschrieben und auch keine Abrechnung mit den 68ern. Sein Buch ist nicht politisch motiviert. Stattdessen ist er daran interessiert, wie die Wahrnehmung der Reisegruppe so unvereinbar abweichen konnte von jener, die heute über die Roten Khmer in den Geschichtsbüchern steht. >Die Montagetechnik ist keine blosse Spielerei, sondern der angemessene Ausdruck für Idlings suchende und tastende Annäherung an den unverständlich gewordenen Blickwinkel Myrdals und seiner Genossen. Idling misstraut sich selbst und hört nicht auf, Fragen zu stellen. Die Lektüre von Pol Pots Lächeln ist ein Genuss. Nicht zuletzt, weil sie zeigt, was Journalismus jenseits von Meinungen, Schnellschüssen und Rechthabereien sein kann.« ("Spiegel Online")
»Idling versucht nicht, Widersprüchlichkeiten zu glätten, er gesteht seine Hilflosigkeit angesichts der vielen unbeantworteten Fragen ein. Das Drama Kambodschas wird von ihm gewissermassen internalisiert, indem er darauf mit einer eigenen existenziellen und geistigen Krise antwortet.« ("Jan Michalski Literaturpreis")
»Mit seiner unkonventionellen und fesselnden Herangehensweise an die Geschichte legt Idling die Dynamik politischer Selbsttäuschung offen.«

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.06.2015

Verlag

Unionsverlag

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

19/12.3/3.2 cm

Gewicht

390 g

Farbe

Melone / Anthrazit

Auflage

3

Originaltitel

Pol Pots leende (2006)

Übersetzt von

Andrea Fredriksson-Zederbauer

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-293-20697-7

EU-Ansprechpartner

Unionsverlag AG
Siemensstr. 16
35463 Fernwald
DE
mail@unionsverlag.ch

Herstelleradresse

Verlag C.H.Beck oHG
Neptunstraße 20
8032 Zürich
CH
produktsicherheit@beck.de

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Ich sehe was, was Du nicht…

Almut Scheller-Mahmoud aus Hamburg am 24.01.2024

Bewertungsnummer: 2837193

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ich sehe was, was Du nicht siehst. 
 Oder die Parabel von den Blinden Männern und dem Elefanten. Das im Jahre 2006 veröffentlichte Buch ist eine hoch interessante Lektüre, wenn auch nicht einfach zu lesen, da sie zeitlich hin und her schwankt, sich auf vielen kleinen Impressionen aufbaut, die oft nicht leicht zuzuordnen sind. Gerade wenn man mit der Geschichte Kambodschas wenig vertraut ist. Hoch interessant besonders auf der politisch-gesellschaftlichen Ebene: die Entstehung einer sozialistischen Bauernrepublik, die sich auf den Umbau der Gesellschaft und Ausmerzung von „nicht passenden“ Menschen und Traditionen fokussiert. Ausgeübt durch einen kleinen Kreis von Mächtigen, während die Masse des Volkes ohne Stimme und Rechte bleibt. Die Herrschaft der Roten Khmer im fernen Kambodscha verlief kaum wahrgenommen von der Welt, zu sehr war man noch mit den Relikten des Vietnamkrieges beschäftigt. In den vier Jahren der Herrschaft eines steinzeitlichen Kommunismus werden fast 2 Millionen Menschen umgebracht, gefoltert, vernichtet. „Killing Fields“ der Grausamkeit einer Tabula rasa: Phnom Penh verschwindet vom Erdboden mit seinen Ärzten und Anwälten, Optikern und Künstlern, Lehrern und Studenten. Es gibt keine Gerichte mehr, keine Schulen, keine Kran- kenhäuser, Kinos, Cafés, keine Post und kein Telefon. Es gibt keine Gesetze mehr. Nichts Gedrucktes. Eine Revolution, die nicht zu einem bürokratischen Monster mit 1001 Formularen wird, sondern zu Überleben und Sterben. Menschen werden zu Dünger für die Reisfelder. Es gibt Zwangsarbeit, Krankheit, Folter, Hunger und Kannibalismus. Vier Schweden aus dem Schwedisch-Kambodschanischen Freundschaftskreis bereisen 1978 das Land, berichten von fröhlichen zufriedenen Menschen, mit denen sie sprechen, sind begeistert von den Erfolgen und bemerken nicht, dass sie wie Journalisten heutzutage in vielen Krisengebieten „embedded“ sind. Sie sehen, was sie sehen sollen. Und was sie sehen wollen. Peter Fröberg Idling ist ein Kenner Kambodschas, er hat selbst dort gelebt und versucht mit diesem Buch die Mixtur von ideologischer Blindheit, der Illusion Potemkin’scher Dörfer und gelungener Manipulation aufzuzeigen. Er nimmt uns mit auf eine Tour d’horizon durch die Geschichte Kambodschas, vermischt seine eigenen intensiven Eindrücke mit denen seiner vier Landsleute: Reisende mit unterschiedlicher Optik - die berühmten Rosaroten Brillen. Es gelingt dem Autor, seine Eindrücke, Jahre später nach der Reise der „Polit-Touristen“, auf den gleichen Pfaden, teilweise sogar mit den gleichen Menschen von damals Gespräche führend, vergleichend zu vermitteln. Die Lektüre zeigt klar, wie schnell man leichtgläubig auf ideologische Irrwege geraten kann, aber auch, dass nicht alle von dem einmal eingeschlagenen linksintellektuellen Pfad abweichen wollen: die heutige (2006) Reaktion der vier schwedischen Reisenden zeigt eine gewisse Engstirnigkeit. Um die eigenen blinden Flecken in Erfahrungen und Beurteilungen von Menschen und Gescheh- nissen zu hinterfragen und aufzuspüren, ist dieses Buch eine Art Lehrbuch. Heute im Zeichen von Fake News und manipulierten Videos mehr denn je. Die Puzzleteile von überbordenden, oft subjektiven Informationen und Nachrichten mit Skepsis sortieren. Wachen Auges. Mit offenem Geist. Und geschärftem Gehör.

Ich sehe was, was Du nicht…

Almut Scheller-Mahmoud aus Hamburg am 24.01.2024
Bewertungsnummer: 2837193
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ich sehe was, was Du nicht siehst. 
 Oder die Parabel von den Blinden Männern und dem Elefanten. Das im Jahre 2006 veröffentlichte Buch ist eine hoch interessante Lektüre, wenn auch nicht einfach zu lesen, da sie zeitlich hin und her schwankt, sich auf vielen kleinen Impressionen aufbaut, die oft nicht leicht zuzuordnen sind. Gerade wenn man mit der Geschichte Kambodschas wenig vertraut ist. Hoch interessant besonders auf der politisch-gesellschaftlichen Ebene: die Entstehung einer sozialistischen Bauernrepublik, die sich auf den Umbau der Gesellschaft und Ausmerzung von „nicht passenden“ Menschen und Traditionen fokussiert. Ausgeübt durch einen kleinen Kreis von Mächtigen, während die Masse des Volkes ohne Stimme und Rechte bleibt. Die Herrschaft der Roten Khmer im fernen Kambodscha verlief kaum wahrgenommen von der Welt, zu sehr war man noch mit den Relikten des Vietnamkrieges beschäftigt. In den vier Jahren der Herrschaft eines steinzeitlichen Kommunismus werden fast 2 Millionen Menschen umgebracht, gefoltert, vernichtet. „Killing Fields“ der Grausamkeit einer Tabula rasa: Phnom Penh verschwindet vom Erdboden mit seinen Ärzten und Anwälten, Optikern und Künstlern, Lehrern und Studenten. Es gibt keine Gerichte mehr, keine Schulen, keine Kran- kenhäuser, Kinos, Cafés, keine Post und kein Telefon. Es gibt keine Gesetze mehr. Nichts Gedrucktes. Eine Revolution, die nicht zu einem bürokratischen Monster mit 1001 Formularen wird, sondern zu Überleben und Sterben. Menschen werden zu Dünger für die Reisfelder. Es gibt Zwangsarbeit, Krankheit, Folter, Hunger und Kannibalismus. Vier Schweden aus dem Schwedisch-Kambodschanischen Freundschaftskreis bereisen 1978 das Land, berichten von fröhlichen zufriedenen Menschen, mit denen sie sprechen, sind begeistert von den Erfolgen und bemerken nicht, dass sie wie Journalisten heutzutage in vielen Krisengebieten „embedded“ sind. Sie sehen, was sie sehen sollen. Und was sie sehen wollen. Peter Fröberg Idling ist ein Kenner Kambodschas, er hat selbst dort gelebt und versucht mit diesem Buch die Mixtur von ideologischer Blindheit, der Illusion Potemkin’scher Dörfer und gelungener Manipulation aufzuzeigen. Er nimmt uns mit auf eine Tour d’horizon durch die Geschichte Kambodschas, vermischt seine eigenen intensiven Eindrücke mit denen seiner vier Landsleute: Reisende mit unterschiedlicher Optik - die berühmten Rosaroten Brillen. Es gelingt dem Autor, seine Eindrücke, Jahre später nach der Reise der „Polit-Touristen“, auf den gleichen Pfaden, teilweise sogar mit den gleichen Menschen von damals Gespräche führend, vergleichend zu vermitteln. Die Lektüre zeigt klar, wie schnell man leichtgläubig auf ideologische Irrwege geraten kann, aber auch, dass nicht alle von dem einmal eingeschlagenen linksintellektuellen Pfad abweichen wollen: die heutige (2006) Reaktion der vier schwedischen Reisenden zeigt eine gewisse Engstirnigkeit. Um die eigenen blinden Flecken in Erfahrungen und Beurteilungen von Menschen und Gescheh- nissen zu hinterfragen und aufzuspüren, ist dieses Buch eine Art Lehrbuch. Heute im Zeichen von Fake News und manipulierten Videos mehr denn je. Die Puzzleteile von überbordenden, oft subjektiven Informationen und Nachrichten mit Skepsis sortieren. Wachen Auges. Mit offenem Geist. Und geschärftem Gehör.

Ich sehe was, was Du nicht siehst. 
 Oder die Parabel von den Blinden Männern und dem Elefanten.

Almut Scheller-Mahmoud aus 21109 Hamburg am 24.01.2024

Bewertungsnummer: 2115794

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Das im Jahre 2006 veröffentlichte Buch ist eine hoch interessante Lektüre, wenn auch nicht einfach zu lesen, da sie zeitlich hin und her schwankt, sich auf vielen kleinen Impressionen aufbaut, die oft nicht leicht zuzuordnen sind. Gerade wenn man mit der Geschichte Kambodschas wenig vertraut ist. Hoch interessant besonders auf der politisch-gesellschaftlichen Ebene: die Entstehung einer sozialistischen Bauernrepublik, die sich auf den Umbau der Gesellschaft und Ausmerzung von „nicht passenden“ Menschen und Traditionen fokussiert. Ausgeübt durch einen kleinen Kreis von Mächtigen, während die Masse des Volkes ohne Stimme und Rechte bleibt. Die Herrschaft der Roten Khmer im fernen Kambodscha verlief kaum wahrgenommen von der Welt, zu sehr war man noch mit den Relikten des Vietnamkrieges beschäftigt. In den vier Jahren der Herrschaft eines steinzeitlichen Kommunismus werden fast 2 Millionen Menschen umgebracht, gefoltert, vernichtet. „Killing Fields“ der Grausamkeit einer Tabula rasa: Phnom Penh verschwindet vom Erdboden mit seinen Ärzten und Anwälten, Optikern und Künstlern, Lehrern und Studenten. Es gibt keine Gerichte mehr, keine Schulen, keine Kran- kenhäuser, Kinos, Cafés, keine Post und kein Telefon. Es gibt keine Gesetze mehr. Nichts Gedrucktes. Eine Revolution, die nicht zu einem bürokratischen Monster mit 1001 Formularen wird, sondern zu Überleben und Sterben. Menschen werden zu Dünger für die Reisfelder. Es gibt Zwangsarbeit, Krankheit, Folter, Hunger und Kannibalismus. Vier Schweden aus dem Schwedisch-Kambodschanischen Freundschaftskreis bereisen 1978 das Land, berichten von fröhlichen zufriedenen Menschen, mit denen sie sprechen, sind begeistert von den Erfolgen und bemerken nicht, dass sie wie Journalisten heutzutage in vielen Krisengebieten „embedded“ sind. Sie sehen, was sie sehen sollen. Und was sie sehen wollen. Peter Fröberg Idling ist ein Kenner Kambodschas, er hat selbst dort gelebt und versucht mit diesem Buch die Mixtur von ideologischer Blindheit, der Illusion Potemkin’scher Dörfer und gelungener Manipulation aufzuzeigen. Er nimmt uns mit auf eine Tour d’horizon durch die Geschichte Kambodschas, vermischt seine eigenen intensiven Eindrücke mit denen seiner vier Landsleute: Reisende mit unterschiedlicher Optik - die berühmten Rosaroten Brillen. Es gelingt dem Autor, seine Eindrücke, Jahre später nach der Reise der „Polit-Touristen“, auf den gleichen Pfaden, teilweise sogar mit den gleichen Menschen von damals Gespräche führend, vergleichend zu vermitteln. Die Lektüre zeigt klar, wie schnell man leichtgläubig auf ideologische Irrwege geraten kann, aber auch, dass nicht alle von dem einmal eingeschlagenen linksintellektuellen Pfad abweichen wollen: die heutige (2006) Reaktion der vier schwedischen Reisenden zeigt eine gewisse Engstirnigkeit. Um die eigenen blinden Flecken in Erfahrungen und Beurteilungen von Menschen und Gescheh- nissen zu hinterfragen und aufzuspüren, ist dieses Buch eine Art Lehrbuch. Heute im Zeichen von Fake News und manipulierten Videos mehr denn je. Die Puzzleteile von überbordenden, oft subjektiven Informationen und Nachrichten mit Skepsis sortieren. Wachen Auges. Mit offenem Geist. Und geschärftem Gehör.

Ich sehe was, was Du nicht siehst. 
 Oder die Parabel von den Blinden Männern und dem Elefanten.

Almut Scheller-Mahmoud aus 21109 Hamburg am 24.01.2024
Bewertungsnummer: 2115794
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Das im Jahre 2006 veröffentlichte Buch ist eine hoch interessante Lektüre, wenn auch nicht einfach zu lesen, da sie zeitlich hin und her schwankt, sich auf vielen kleinen Impressionen aufbaut, die oft nicht leicht zuzuordnen sind. Gerade wenn man mit der Geschichte Kambodschas wenig vertraut ist. Hoch interessant besonders auf der politisch-gesellschaftlichen Ebene: die Entstehung einer sozialistischen Bauernrepublik, die sich auf den Umbau der Gesellschaft und Ausmerzung von „nicht passenden“ Menschen und Traditionen fokussiert. Ausgeübt durch einen kleinen Kreis von Mächtigen, während die Masse des Volkes ohne Stimme und Rechte bleibt. Die Herrschaft der Roten Khmer im fernen Kambodscha verlief kaum wahrgenommen von der Welt, zu sehr war man noch mit den Relikten des Vietnamkrieges beschäftigt. In den vier Jahren der Herrschaft eines steinzeitlichen Kommunismus werden fast 2 Millionen Menschen umgebracht, gefoltert, vernichtet. „Killing Fields“ der Grausamkeit einer Tabula rasa: Phnom Penh verschwindet vom Erdboden mit seinen Ärzten und Anwälten, Optikern und Künstlern, Lehrern und Studenten. Es gibt keine Gerichte mehr, keine Schulen, keine Kran- kenhäuser, Kinos, Cafés, keine Post und kein Telefon. Es gibt keine Gesetze mehr. Nichts Gedrucktes. Eine Revolution, die nicht zu einem bürokratischen Monster mit 1001 Formularen wird, sondern zu Überleben und Sterben. Menschen werden zu Dünger für die Reisfelder. Es gibt Zwangsarbeit, Krankheit, Folter, Hunger und Kannibalismus. Vier Schweden aus dem Schwedisch-Kambodschanischen Freundschaftskreis bereisen 1978 das Land, berichten von fröhlichen zufriedenen Menschen, mit denen sie sprechen, sind begeistert von den Erfolgen und bemerken nicht, dass sie wie Journalisten heutzutage in vielen Krisengebieten „embedded“ sind. Sie sehen, was sie sehen sollen. Und was sie sehen wollen. Peter Fröberg Idling ist ein Kenner Kambodschas, er hat selbst dort gelebt und versucht mit diesem Buch die Mixtur von ideologischer Blindheit, der Illusion Potemkin’scher Dörfer und gelungener Manipulation aufzuzeigen. Er nimmt uns mit auf eine Tour d’horizon durch die Geschichte Kambodschas, vermischt seine eigenen intensiven Eindrücke mit denen seiner vier Landsleute: Reisende mit unterschiedlicher Optik - die berühmten Rosaroten Brillen. Es gelingt dem Autor, seine Eindrücke, Jahre später nach der Reise der „Polit-Touristen“, auf den gleichen Pfaden, teilweise sogar mit den gleichen Menschen von damals Gespräche führend, vergleichend zu vermitteln. Die Lektüre zeigt klar, wie schnell man leichtgläubig auf ideologische Irrwege geraten kann, aber auch, dass nicht alle von dem einmal eingeschlagenen linksintellektuellen Pfad abweichen wollen: die heutige (2006) Reaktion der vier schwedischen Reisenden zeigt eine gewisse Engstirnigkeit. Um die eigenen blinden Flecken in Erfahrungen und Beurteilungen von Menschen und Gescheh- nissen zu hinterfragen und aufzuspüren, ist dieses Buch eine Art Lehrbuch. Heute im Zeichen von Fake News und manipulierten Videos mehr denn je. Die Puzzleteile von überbordenden, oft subjektiven Informationen und Nachrichten mit Skepsis sortieren. Wachen Auges. Mit offenem Geist. Und geschärftem Gehör.

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