Daniel Hell ist emeritierter Professor für Psychiatrie an der Universität Zürich. Er war von 1984 bis 1991 Chefarzt der psychiatrischen Klinik in Schaffhausen, ab 1991 ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (Burghölzli). Nach seiner Emeritierung 2009 leitete er das Kompetenzzentrum für Depression und Angst an der Privatklinik Hohenegg in Meilen am Zürichsee. Heute führt er dort eine psychiatrisch-psychotherapeutische Praxis. Er ist auch Autor mehrerer Fach- und Sachbücher zu psychischen Problemen.
Von seiner Geburt bis zum Tod bleibt der Mensch psychisch fragil - seine lebenslange Entwicklung ist wenig linear, sondern von Einbrüchen und Aufbrüchen geprägt. Menschliche Fragilität kann dabei sowohl Ausgangspunkt von Lernerfahrungen und schöpferischer Tätigkeit als auch von psychischen Bruchereignissen und Fragmentierungen sein. Der Mensch ist psychisch besonders fragil, weil er sich selbst erkennen und sich auch selber infrage stellen kann.
Daniel Hell nähert sich der psychischen Dynamik der Fragilität auf systematische Weise und spürt ihren entwicklungspsychologischen, soziokulturellen und psychotherapeutischen Perspektiven nach. Im Bewusstsein ihrer langen Kulturgeschichte zielt er vor allem auf die Frage, wie ein konstruktiver Umgang mit dieser humanen Besonderheit aussehen kann. Dabei gelangt er zu neuen Einsichten mit Blick auf psychische Erkrankungen.