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Eduard Bernstein

Eduard Bernstein, geb. 6.1.1850; gest. 18.12.1932 Berlin: Journalist und sozialdemokratischer Politiker, "zählte schon vor dem 1. Weltkrieg zu denjenigen Sozialisten, die aufgrund ihres reformistischen Konzepts die zwischen Sozialdemokratie und Pazifismus bestehenden Schranken zu überwinden vermochten ... Als erster Sozialdemokrat seit 1912 in der Friedens-Warte publizierend, verteidigte er den wissenschaftlichen Pazifismus von A.H. Fried ... Obwohl er den Kriegskrediten zustimmte, erkannte er früh im kaiserlichen Deutschland den eigentlichen Schuldigen am Ausbruch des Ersten Weltkrieges und schloss sich als eines der ersten zehn Mitglieder dem Bund Neues Vaterland (BNV) an. Auch der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG) trat er bei. 1915 wurde er Mitglied des 'Internationalen Rates', eines Organs der im Frühjahr in Den Haag gegründeten Zentralorganisation für einen dauernden Frieden. Am 19. Juni 1915 veröffentlichte er mit H. Haase und K. Kautsky in der Leipziger Volkszeitung den Aufruf 'Das Gebot der Stunde', in dem ein sofortiger Verständigungsfrieden gefordert wurde. Als einen der 40 Unterzeichner des Gründungsaufrufes der Zentralstelle Völkerrecht (ZV) wählte ihn deren Gründungsversammlung 1916 in die Geschäftsleitung. 1917, als er sich der USPD anschloss, gehörte er zu den Teilnehmern des Kongresses zum Studium der Grundlagen eines künftigen Friedens in Bern. Im gleichen Jahr entwarf Bernstein eine 'sozialdemokratische Völkerpolitik', deren Ziel ein demokratisch fundierter 'Bund der Völker' sein sollte. - Nach 1918 war Bernstein ... Mitglied der Geschäftsleitung der DFG. Ebenso gehörte er dem Internationalen Ehrenausschuß des ... Bundes für Menschheitsinteressen an und war Mitglied des Präsidiums der Deutschen Liga für Völkerbund (DLV). Bernstein, der unbeirrbar an der Feststellung der Alleinschuld Deutschlands am Krieg festhielt, registrierte - vor allem auf dem im Juni 1919 stattfindenden Parteitag der SPD - enttäuscht den Unwillen der Partei, dieser Forderung zu entsprechen ..." (Lothar Wieland, in: H. Donat/K. Holl: Die Friedensbewegung. Handlexikon 1983). Peter Bürger (geb. 1961 in Eslohe/Sauerland), katholischer Theologe (Studium Bonn, Paderborn, Tübingen 1982-1987), Krankenpfleger (Examen 1991), mehre psycho-soziale Berufsfelder; seit 2003 freier Publizist. Mitgliedschaften: Internationale katholische Friedensbewegung pax christi (ab 1980); Internationaler Versöhnungsbund (deutsche Sektion); DFG-VK; Solidarische Kirche im Rheinland; Ökumenisches Institut für Friedenstheologie. - Forschungen zu "Krieg und Massenkultur"; Bertha-von-Suttner-Preis (Film & Medien, 2006); außerdem zahlreiche Veröffentlichung zur Regionalgeschichte Südwestfalen und Themen der niederdeutschen Literatur (Rottendorf-Preisträger).

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Ferdinand Lassalle: Eine Würdigung des Lehrers und Kämpfers Produktbild: Ferdinand Lassalle: Eine Würdigung des Lehrers und Kämpfers

Ferdinand Lassalle: Eine Würdigung des Lehrers und Kämpfers

Eduard Bernstein: Ferdinand Lassalle: Eine Würdigung des Lehrers und Kämpfers Erstdruck: Berlin, Paul Cassirer, 1919. Neuausgabe, herausgegeben von Karl-Maria Guth, Berlin 2026. Der Text dieser Ausgabe wurde behutsam an die neue deutsche Rechtschreibung angepasst. Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt. Henricus - Edition Deutsche Klassik GmbH Ferdinand Lassalle war kein stiller Theoretiker, sondern ein Mann, der Geschichte erzwingen wollte. Mit glänzender Bildung, leidenschaftlicher Redekunst und unbeirrbarem Machtwillen trat er in eine Zeit, in der die deutsche Arbeiterklasse noch zwischen liberaler Bevormundung, politischer Ohnmacht und sozialer Not gefangen war. Eduard Bernstein schildert, wie Lassalle aus diesen Verhältnissen heraus eine neue politische Kraft formte: selbstbewusst, kämpferisch und auf eigene Rechte pochend. Die Würdigung verfolgt Lassalles Weg von der frühen intellektuellen Prägung über den Hatzfeldt-Prozess und die Revolutionserfahrungen bis zu den grossen Reden, dem »Offenen Antwortschreiben« und der Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins. Dabei entsteht das Bild eines aussergewöhnlichen Agitators, der Arbeiter nicht bemitleiden, sondern politisch organisieren wollte. Bernstein zeigt jedoch auch die Schatten dieser Grösse: den Hang zur Selbstinszenierung, den autoritären Führungsanspruch, die riskante Nähe zur Macht und jene persönliche Leidenschaft, die Lassalles Leben in ein tragisches Ende trieb. »Ferdinand Lassalle: Eine Würdigung des Lehrers und Kämpfers« ist das Porträt eines Mannes, der Aufbruch und Widerspruch in sich vereinte. Es erzählt von der Entstehung einer Bewegung, von der Macht politischer Sprache und von einem Leben, das nur neununddreissig Jahre dauerte, aber die deutsche Sozialdemokratie dauerhaft prägte.
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