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Band 22
Die Legende vom Hermunduren
Ein erster Angriff auf den Fourvière und die Mauern der Stadt scheiterte. Sogleich gelangten Gerüchte von Verrat in den Umlauf, erzeugten Risse im Bündnis der Fürsten und sorgten für unüberbrückbare Hindernisse. Vindex Kontrahent Castius Delvaux, Fürst der Sequaner, gewann Zulauf. Weil beide nach einem Imperium Gallicum strebten, prägten sich Feindschaften aus. Wertvolle Zeit ging verloren, wurde anderen Ortes aber genutzt. Galba, Statthalter der Provinz Hispania Tarraconensis, nahm sich des seitens Vindex unterbreiteten Angebotes zur Herrschaft in Rom an und schwang sich zum ‚Legatus Senatus Populique Romani’ auf. So zum Usurpator geworden, musste er das Heer aus Germania fürchten. Verginius Rufus, dessen Feldherr, hätte Galbas Träume leicht platzen lassen können. Zögerte Verginius mit seinem Feldzug etwa, hielt er Nero die Treue oder wollte er Vindex und dessen Aufstand verschonen? Sich selbst, trotz seiner militärischen Macht, nicht als nächsten Kaiser sehend, verkündete er, jeden Usurpator Roms vernichten zu wollen! Dabei übersah er, welcher Winkelzüge sich Galba bedienen könnte. Galbas Anspruch wurde vom Senat gehört, aber Verginius Macht übersehen… Als das Heer aus Germania dann keinesfalls überstürzt nach Gallien zog, spitzte sich die Situation unter den Aufständischen zu. Erst verliess der von Vindex getäuschte Hermundure Gerwin den plötzlich nach einer Herrschaft strebenden Feldherrn, dann liess Vindex unter fadenscheinigen Gründen den eigenen Sohn in Ketten legen und letztlich täuschte er auch die Fürsten… Selbst das Fanal der Belagerung von Lugdunum schien bedeutungslos geworden, schob sich doch der Stamm der Sequaner und deren Stadt Vesontio, am Weg der Legionen nach Lugdunum gelegen, in den Mittelpunkt. Wie sollte Verginius mit Vesontio und dem Stamm umgehen, musste er diese doch in seinem Rücken zurücklassen, wollte er den Aufstand der Gallier vernichten…
Buch (Taschenbuch)
ab Fr.29.90