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Inge Deutschkron

Inge Deutschkron, 1922 in Finsterwalde geboren, in Berlin aufgewachsen, überlebte die Nazizeit, indem sie sich über zwei Jahre mit ihrer Mutter versteckte. Nach dem Krieg ging sie für einige Zeit nach England, war dann Bonn-Korrespondentin für eine grosse israelische Zeitung, zog nach Tel-Aviv und lebt heute in Berlin. Sie hat zahlreiche Bücher geschrieben, u.a. »Ich trug den gelben Stern«, »Ihrer war die Hölle« und »Die stillen Helden«. 1994 erhielt sie den Moses-Mendelssohn-Preis für Toleranz, 2008 den Carl-von-Ossietzky-Preis und 2018 die Ehrenbürgerwürde Berlins..
Abbas Khider, 1973 in Bagdad geboren, floh nach Haft und Folter aus dem Irak, seit 2000 in Deutschland, studierte Literatur und Philosophie und lebt jetzt als freier Schriftsteller deutscher Sprache in Berlin. 2017 erhielt er den Adelbert-von-Chamisso-Preis für sein Gesamtwerk. Seine Bücher u.a.: »Der falsche Inder«, »Die Orangen des Präsidenten« (Edition Nautilus), »Deutsch für alle. Das endgültige Lehrbuch« (2019) und 2020 »Palast der Miserablen« (beide Hanser).

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Ich trug den gelben Stern

Ein Dokument über Entrechtung, Verfolgung, Deportation und Tod, über Illegalität und Identitätsverlust und zugleich stiller menschlicher Hilfsbereitschaft. Viele Angehörige der älteren Generation erinnern sich noch daran, wie die Nazis ihre Kindheit missbrauchten, ohne dass sie dies damals erfassen konnten. Wie aber erlitten die Söhne und Töchter jüdischer Eltern diese Zeit? Inge Deutschkron, in Berlin aufgewachsen, musste erfahren, was es heißt, ein jüdisches Kind zu sein. Zunächst bedeutete dies nur, nicht mit Gleichaltrigen spielen zu können, vom Schwimm- und Sportunterricht ausgeschlossen zu sein, mehrmals die Schule zu wechseln und in andere Stadtviertel umziehen zu müssen. Allmählich kommt die Angst vor Verhaftungen hinzu, und bald wird der Familie klar, dass es sich um eine planmäßige Diskriminierung handelt, an deren Ende die totale Menschenverachtung und Mord stehen. Der Ausbruch des Krieges verhindert die Emigration. Ab 1941 mussten die Juden den gelben Stern tragen, die ersten Deportationen unter den 66.000 Berliner Juden setzten ein. Die verzweifelte Angst vor dem offenbar unausweichlichen Schicksal wurde übermächtig. Für Inge Deutschkron und ihre Mutter begann nun ein Leben in Illegalität, unter fremder Identität, lebensbedrohend für sie selbst wie für ihre Freunde, die ihnen in menschlicher Solidarität Beistand gewährten. Nach Jahren der quälenden Angst vor der Entdeckung, haben sie schließlich den bürokratisierten Sadismus des nationalsozialistischen Systems überlebt: zwei unter 1.423 Juden in Berlin, die dem tödlichen Automatismus entronnen sind.
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