Jochen Schimmang (*1948) studierte Politische Wissenschaften und Philosophie an der FU Berlin und lebt als freier Schriftsteller und Übersetzer in Oldenburg. 2010 erhielt er den Rheingau Literatur Preis und 2012 den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar. 2019 wurde Jochen Schimmang mit dem erstmals verliehenen Walter Kempowski Preis für biografische Literatur des Landes Niedersachsen ausgezeichnet, 2021 erhielt er den Italo-Svevo-Preis für sein Lebenswerk. Zuletzt erschien »Abschied von den Diskursteilnehmern« (2024).
»Nie an die bedeutenden Orte des eigenen Lebens zurückkehren! Nichts wiedergewinnen wollen! Die Bilder von damals sind wahrer als die Wirklichkeit von heute.« - Diesem Credo zum Trotz erzählt Jochen Schimmang von vergangenen Orten, Zeiten und Menschen. Ob er den erstaunlichen Ehrgeiz nachzeichnet, mit dem sein Vater eine Karriere in den Höhen der öffentlichen Finanzverwaltung betrieb, ob er sich an einen Sommernachmittag 1955 im Freibad zwischen Kriegsversehrten erinnert oder an seine Streifzüge durch die Sehnsuchtslandschaft Ruhrgebiet in den 1970er Jahren; ob er in einer Hommage an seinen Schriftstellerkollegen Jürgen Becker feststellen muss, dass die Nachkriegszeit niemals aufhört, oder einem Badegast bei der Heimkehr in die See folgt: Seine Erzählungen zeigen einen wachen Beobachter und grossen literarischen Chronisten.
»Jochen Schimmang ist ein existenzieller Autor. Er hat eine Literatur geschaffen, die ihre jeweilige Zeit, ihren jeweiligen Ort transzendiert.« Sieglinde Geisel, Laudatio zum Italo-Svevo-Preis 2021