Martin Curi, geboren 1975 in Freising/Bayern, lebt seit 2002 in Rio de Janeiro, wo er an der Bundesuniversität UFF in Niterói mit einer anthropologischen Arbeit zum Thema Fussballfans promoviert hat. Andere Schwerpunkte seiner Arbeit sind Sportgrossereignisse und die Geschichte des brasilianischen Fussballs. Weitere Bücher von ihm sind 'Football in Brazil' (Routledge, 2013) und 'Enquanto a Copa não chega' (EdUFF, 2013). Ausserdem hat er in den Fussballzeitschriften '11Freunde', 'Rund“, 'Stadionwelt' und 'Ballesterer' veröffentlicht.
In fussballhistorisch interessierten Kreisen ist Arthur Friedenreich eine sagenumwobene Figur. Er gilt vielen als Stürmer mit den meisten Pflichtspieltoren aller Zeiten (mehr noch als der grosse Pelé) und als Erfinder verschiedener technischer Kabinettstückchen, die heute zum Handwerkszeug eines jeden Fussballers gehören. Über den 'wahren' Friedenreich ist dagegen wenig bekannt. Der Sohn eines deutschen Einwanderers und einer schwarzen Brasilianerin zählte im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zweifellos zu den besten Spielern der Welt. In Brasilien nannte man ihn 'Goldfuss', in Uruguay den 'Tiger', bei einem Gastspiel in Frankreich gar den 'Roi du Football'. Als Farbiger musste er aber auch den offenen Rassismus in der brasilianischen Gesellschaft erleben, der seine grosse Karriere immer wieder gefährdete. Dem auch in Brasilien heute fast vergessenen Pionier setzt diese Biografie ein verdientes Denkmal.