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Neben der Krone
Im Zentrum stehen drei Formen unterschätzter Herrschaftsarbeit: Erstens die Verbindungs‑Diplomatie, mit der viele Herrscherinnen Familien‑ und Staatenbündnisse webten, die später als „natürliche“ geopolitische Konstellationen ausgegeben wurden, obwohl sie in Wahrheit das Ergebnis von Arrangements, Adoptiv‑Blutsbanden und Hof‑Intrigen waren. Zweitens die Verwaltung und Rechtsprechung, in denen Kaiserinnen und Regentinnen oft als Vormünder über Nachfolger oder als regierende Mit‑Herrscherinnen faktisch die Staatsmaschinerien lenkten, während die offizielle Geschichtsschreibung nur die männlichen Oberherren zählte. Drittens die symbolische Prägung von Zeit, Religion und Ritual, in der weibliche Herrscherinnen Gottesgnadentum, Heilige Schrift und Staatsmythos mitnarrteten, so dass ihr Geschlecht in der Erinnerung als „Ausnahme“ erscheint, während doch sie die Narrative setzen, die sonstigen Männern später als Selbstverständlichkeit gelten.
Buch (Taschenbuch)
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