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Paul Leppin

Paul Leppin entstammte ärmlichen Verhältnissen. Zwar besuchte er das Gymnasium bis zur Matura, war danach jedoch gezwungen, eine Stelle bei der Prager Post- und Telegrafendirektion anzunehmen. Er war bis zu seiner vorzeitigen Pensionierung im Jahre 1928 als Beamter tätig. Neben dieser bürgerlichen Existenz begann er früh mit dem Schreiben. Um die Jahrhundertwende galt Leppin, der u. a. mit Victor Hadwiger, Gustav Meyrink, Richard Dehmel und Else Lasker-Schüler befreundet war, als einer der Protagonisten der literarischen Bewegung "Jung-Prag" und pflegte auch enge Beziehungen zu tschechischen Autoren. Nach dem deutschen Einmarsch in die Tschechoslowakei im Jahre 1939 wurde er von der Gestapo verhaftet und erlitt nach der Freilassung einen Schlaganfall. Leppin starb an den Spätfolgen einer Syphilis-Erkrankung. Leppins literarisches Werk umfasst Romane, Erzählungen, Gedichte und Theaterstücke. Seine exzentrischen Prosawerke erzielten häufig wegen ihrer freizügigen Behandlung erotischer Themen Skandalerfolge; in seiner späten Lyrik, in der er sich vor allem mit seiner Heimatstadt Prag beschäftigt, fand der Autor hingegen zu einem ausgeglicheneren und melancholischen Ton.

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Severins Gang in die Finsternis: Ein Prager Gespensterroman Produktbild: Severins Gang in die Finsternis: Ein Prager Gespensterroman

Severins Gang in die Finsternis: Ein Prager Gespensterroman

Severins Gang in die Finsternis: Ein Prager Gespensterroman entfaltet die Geschichte eines Mannes, der durch nächtliche Gassen, Erinnerungen und Begierden in eine zunehmend unheimliche Innenwelt hinabsteigt. Prag erscheint dabei nicht bloss als Schauplatz, sondern als labyrinthischer Seelenraum, in dem erotische Versuchung, Schuld, Verfall und Spuk ineinander übergehen. Leppins Prosa verbindet fin-de-sièclehafte Décadence mit symbolistischer Verdichtung und frühexpressionistischer Nervosität; sie steht im Kontext der deutschsprachigen Prager Moderne, nahe bei Meyrinks Phantastik und doch eigenständig melancholisch. Paul Leppin, 1878 in Prag geboren und 1945 dort gestorben, war eine zentrale Gestalt der deutschböhmischen Literatur und der Prager Bohème. Als Autor, Beamter und Grenzgänger zwischen bürgerlicher Existenz und künstlerischem Aussenseitertum kannte er jene soziale und seelische Zwischenlage, die seinen Roman prägt. Die mehrsprachige, kulturell gespannte Stadt, ihre katholischen Schatten, jüdischen Nachbarschaften, Kaffeehäuser und dunklen Vorstädte lieferten ihm das Material für eine Literatur des Begehrens und der Entfremdung. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die phantastische Literatur nicht als blossen Schauder, sondern als Erkenntnisform verstehen. Wer an der Prager Moderne, an literarischen Traumlandschaften und an der Darstellung einer von Eros und Tod bedrängten Subjektivität interessiert ist, findet hier ein intensives, kunstvoll komponiertes Werk. Leppins Roman belohnt langsames Lesen: Jede Gasse, jede Begegnung, jedes Gespenst verweist auf die brüchige Tiefe der modernen Seele.

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