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Sergij Bulgakov

Sergei Nikolajewitsch Bulgakow * 16.jul./ 28. Juli 1871 greg. in Liwny (1), Gouvernement Orjol, Russisches Kaiserreich; † 13. Juli 1944 in Paris war ein russischer Ökonom und orthodoxer Theologe.

Es gibt zwei Versionen über das Geburtsdatum Bulgakovs – 16./28. Juni oder Juli.
Bulgakov erwähnt seinen Geburtstag in einem Tagebucheintrag vom 15./28. Juli 1923 in Prag: „Morgen ist mein Geburtstag, ich werde 52 Jahre alt. Dank sei dem Herrn, der mir das Leben geschenkt, mir Sein Wohlgefallen erwiesen, Seine Gaben über mich ausgegossen und mich bis jetzt auf meinem Lebensweg behütet hat!” in: Prot. Sergij Bulgakov, Iz pamjati serdca, Orel 2001, 63.
Die "Juni"-Version in Umlauf gebracht haben die Nonne Elena und Lev Zander in ihren biographischen Berichten über Sergij Bulgakov.
Auf Bulgakovs Grabstein in Paris ist ebenfalls der 16./28. Juli vermerkt.

Die zwei Städte von Sergij Bulgakov

Neuerscheinung

Die zwei Städte
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Sergij Bulgakovs (1871–1944) Aufsatzsammlung „Die zwei Städte. Studien zur Natur gesellschaftlicher Ideale“ erschien 1911 in Moskau. Der damalige Professor für Politische Ökonomie ist leidenschaftlich von dem Anliegen geleitet, die prägende Rolle des Christentums bei der Entwicklung der europäischen Wirtschafts- und Soziallehren und den geschichtsmächtigen christlichen Beitrag zur Entfaltung des Prinzips der Menschenwürde und sozialer Gerechtigkeit aufzuweisen. Sein starker Bezug zur wissenschaftlichen Produktion in Deutschland wird im bibliographischen Apparat deutlich.
In „Die zwei Städte“ entwickelt Bulgakov – inspiriert durch Augustinus und dessen Werk De Civitate Dei – Ansätze einer Geschichtstheologie für die Moderne. Er legt einen christlichen Gegenentwurf zum atheistischen „historischen Materialismus“ vor – eine Theologie der Kultur, die Religion und Moderne in konstruktive Verbindung bringt. Bulgakovs Paradigma ist das Gleichnis der verlorenen Söhne: Der humanistische Mensch hatte das Vaterhaus verlassen, um schliesslich dorthin zurückzukehren, wo er neben dem freudigen Vater auch auf den neidischen Bruder, den reaktionären Kirchenvertreter, trifft: „Werden die beiden Brüder sich versöhnen und einander verstehen?“ Können sie gemeinsam eine Kultur der künftigen Stadt (Hebr 13,14) schaffen?

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