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Uwe Kolbe

Uwe Kolbe, 1957 in Ostberlin geboren, übersiedelte 1988 nach Hamburg und lebt heute in Dresden. Seit 2007 war er mehrfach als »Poet in Residence« in den USA. Für seine Arbeit wurde er u.a. mit dem Stipendium der Villa Massimo, dem Preis der Literaturhäuser, dem Heinrich-Mann-Preis und dem Lyrikpreis Meran ausgezeichnet. Im S. Fischer Verlag erschienen zuletzt: der Roman »Die Lüge« (2014), der Essay »Brecht. Rollenmodell eines Dichters« (2016) sowie die Gedichtbände »Lietzenlieder« (2012), »Gegenreden« (2015),  »Psalmen« (2017) und »Das Alter der Elbe« (2026). Literaturpreise (Auswahl):1988 Nicolas-Born-Preis für Lyrik1992 Stipendium der Villa Massimo1992 Berliner Literaturpreis1993 Friedrich-Hölderlin-Preis der Universität und der Universitätsstadt Tübingen2006 Preis der Literaturhäuser2012 Heinrich-Mann-Preis2012 Lyrikpreis Meran2014 Menantes-Preis für erotische Literatur2015 Reiner-Kunze-Preis2016 Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung

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Erasmus Schröter Produktbild: Erasmus Schröter

Erasmus Schröter

„Vom ursprünglich hergestellten Buch „Nachts“ besass ich noch 2 Stück. Es war 1982 in einer Auflage von 100 Exemplaren herausgegeben worden, gedruckt und gebunden in der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB). Die zwischen 1980 und 1981 entstandenen Fotografien gehören für mich zu den besten und eindrücklichsten Aufnahmen, die Erasmus – damals noch als sehr junger Mann – gemacht hat“, sagt seine Frau Annette Schröter. Die Bilder für dieses Buch hat Erasmus Schröter auf Infrarotfilm und mit der sogenannten „Schwarzblitz-Methode aufgenommen. Es wurde nie geklärt wie er damals an dieses Filmmaterial kommen konnte, er war aber von den Möglichkeiten dieser Technik fasziniert und nützte sie intensiv auf seinen Ausflügen in das Nachtleben der DDR, hauptsächlich in Leipzig. Zu sehen sind wartende Menschen, Ball- und Opernbesucher, Liebespaare, Tanzende, tätowierte Männer auf Jahrmärkten, Zirkusleute und Künstlerfeste. Die Aufnahmen – transzendent und verschwommen – erzeugen die Atmosphäre eines surrealen Theaters. „Lange Nacht“ zeigt wie technische Experimentierfreudigkeit und Dokumentarfotografie neue visuelle Ebenen erzeugen können und ist gleichzeitig eine Erinnerung an das frühe künstlerische Schaffen des grossartigen Fotografen Erasmus Schröter.

Die Abbildungen und die Bildabfolge in diesem Buch versuchen soweit wie möglich das Originalbuch aus dem Jahr 1982 abzubilden. Jedoch sind nicht alle Bilder als Vorlagen erhalten geblieben und es tauchten im Archiv auch noch neue Bilder, die in „Nachts“ nicht enthalten waren auf, die nun integriert wurden. Dieses Buch ist also kein Faksimile und hat daher auch einen neuen Titel erhalten.

Erasmus Schröter (1956 – 2021) verliess die DDR 1985 aus Protest und kehrte in den 90ern in seine Heimatstadt Leipzig zurück. Neben seinem Beruf als Fotograf war er auch passionierter Sammler von DDR-Kinderspielzeug und DDR-Architekturpostkarten gewesen. Beides hat er auch immer wieder in seine Werke und Ausstellungen einfliessen lassen. Faszinierend an seinen Arbeiten ist das sie Alltagskultur mit einer unglaublich starken ästhetischen Verführungskraft verbinden.

Uwe Kolbe, bekannter Lyriker und Prosaautor, war in den 70er/80er Jahren mit Erasmus Schröter befreundet und z.T. Begleiter bei den Exkursionen in das Nachtleben der DDR. Sein Text beschreibt sehr treffend die gefühlten Realiäten dieser Zeit.
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Buch (Gebundene Ausgabe)

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