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Nina Vanessa Filiale: Orell Füssli Pfäffikon – EKZ Seedamm-Center
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Meine letzte Rezension Real Americans von Rachel Khong
Vorab: es ist nicht wirklich ein historischer Roman, denn eine Zeitebene befindet sich im Jahr 2030. Aber bei den hier anwählbaren Kategorien gab es keine, die ausschliessliche auf das Buch zutrifft. Der Verlag vermarktet das Buch im Rahmen einer neuen Initiative: Deutschland liest ein Buch. Offenbar sollen aktive und engagierte Leserinnen zu diesem Buch greifen und darüber diskutieren, online und im persönlichen Austausch. Der Verlag wirbt ausserdem mit “So ein Buch erscheint nur alle 10 Jahre”. Dies finde ich zu hoch gegriffen. Eine interessante und zum Nachdenken anregende Lektüre ist es dennoch. Für mich vergleichbar mit Richard Powers “Playground”. Es ist eine generationenübergreifende Geschichte. Mutter, Tochter und Sohn. Wir beginnen mit der Tochter. Sie lebt in New York als Praktikantin in einem Medienbetrieb. Sie ist chinesisch-stämmig, ihre Mutter ist nach Amerika eingewandert. Auf einer Party trifft sie einen europäisch-stämmigen Amerikaner, Erbe eines grossen Familienimperiums im medizinischen Bereich. Sie kommen zusammen und bekommen einen Sohn. Obwohl sie beide aufgeschlossen sind, und vor allem Lily ihre kulturelle Identität hinter sich lassen will (sie spricht kein Chinesisch, was ihr in China Town übelgenommen wird) scheitert die Beziehung. Lily zieht mit ihrem Sohn an die Westküste und verschweigt ihm die wahre Identität seines Vaters. Er jedoch will die Wahrheit herausfinden und macht heimlich einen DNA Test und bekommt dadurch die Möglichkeit, den langersehnten Kontakt herzustellen. Sein Vater freut sich und unterstützt ihn, auch mit seiner Bewerbung fürs College, wobei der Sohn - Nick - seiner Mutter Lily alles verschweigt. Als Lily herausfindet, wer ihren Sohn fördert, rückt sie mit einer unglaublichen Geschichte heraus. Ihre Mutter ist Genetikerin und hat mit den Maiers (den Eltern des Vaters) zusammengearbeitet. Dies ist der Grund, weshalb Lily den Kontakt zu ihrer Mutter abgebrochen hat. Diese ist nicht unfroh, denn Muttersein war nie ihr Lebensziel. Aber gegen Ende ihres Lebens möchte sie dann doch ins Reine kommen mit ihrer Tochter und ihrem Enkel. Der Roman erzählt auf sehr eindrückliche Weise die Konflikte, die zwischen den Generationen entstehen, und hier noch um die Zone Herkunft und Integration, willentlich und unwillentlich, erweitert werden. Ein Porträt einer Familie, die schwierige Zeiten erlebt und aber intensiv um ihr Selbstwertgefühl kämpft.
ab Fr. 19.00
Produktbild Real Americans
4/5
  • Nina Vanessa
  • Buchhändler/-in

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4/5

Real Americans

Vorab: es ist nicht wirklich ein historischer Roman, denn eine Zeitebene befindet sich im Jahr 2030. Aber bei den hier anwählbaren Kategorien gab es keine, die ausschliessliche auf das Buch zutrifft. Der Verlag vermarktet das Buch im Rahmen einer neuen Initiative: Deutschland liest ein Buch. Offenbar sollen aktive und engagierte Leserinnen zu diesem Buch greifen und darüber diskutieren, online und im persönlichen Austausch. Der Verlag wirbt ausserdem mit “So ein Buch erscheint nur alle 10 Jahre”. Dies finde ich zu hoch gegriffen. Eine interessante und zum Nachdenken anregende Lektüre ist es dennoch. Für mich vergleichbar mit Richard Powers “Playground”. Es ist eine generationenübergreifende Geschichte. Mutter, Tochter und Sohn. Wir beginnen mit der Tochter. Sie lebt in New York als Praktikantin in einem Medienbetrieb. Sie ist chinesisch-stämmig, ihre Mutter ist nach Amerika eingewandert. Auf einer Party trifft sie einen europäisch-stämmigen Amerikaner, Erbe eines grossen Familienimperiums im medizinischen Bereich. Sie kommen zusammen und bekommen einen Sohn. Obwohl sie beide aufgeschlossen sind, und vor allem Lily ihre kulturelle Identität hinter sich lassen will (sie spricht kein Chinesisch, was ihr in China Town übelgenommen wird) scheitert die Beziehung. Lily zieht mit ihrem Sohn an die Westküste und verschweigt ihm die wahre Identität seines Vaters. Er jedoch will die Wahrheit herausfinden und macht heimlich einen DNA Test und bekommt dadurch die Möglichkeit, den langersehnten Kontakt herzustellen. Sein Vater freut sich und unterstützt ihn, auch mit seiner Bewerbung fürs College, wobei der Sohn - Nick - seiner Mutter Lily alles verschweigt. Als Lily herausfindet, wer ihren Sohn fördert, rückt sie mit einer unglaublichen Geschichte heraus. Ihre Mutter ist Genetikerin und hat mit den Maiers (den Eltern des Vaters) zusammengearbeitet. Dies ist der Grund, weshalb Lily den Kontakt zu ihrer Mutter abgebrochen hat. Diese ist nicht unfroh, denn Muttersein war nie ihr Lebensziel. Aber gegen Ende ihres Lebens möchte sie dann doch ins Reine kommen mit ihrer Tochter und ihrem Enkel. Der Roman erzählt auf sehr eindrückliche Weise die Konflikte, die zwischen den Generationen entstehen, und hier noch um die Zone Herkunft und Integration, willentlich und unwillentlich, erweitert werden. Ein Porträt einer Familie, die schwierige Zeiten erlebt und aber intensiv um ihr Selbstwertgefühl kämpft.

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