Meine letzte RezensionBlood of Gods & Girlsvon K. L. Kaine
(Kann Spoiler enthalten.)
Der Klappentext allein hat Hoffnung auf eine spannende Geschichte gemacht! Und das haben wir auch bekommen, die Storyline mit den gelegentlichen Rückblenden war spannend, untehaltsam und feministisch: wie erwartet.
Was mich leider nicht ganz überzeugen konnte, war die Sprache. Manche Sätze waren etwas holprig oder manchmal zu kurz oder zu simpel. Ich habe fast das Gefühl, dass es eine super Dilogie hätte geben können und dafür mit genaueren Beschreibungen, die es uns Lesenden ermöglicht hätten, noch tiefer in die Geschichte einzutauchen.
Aufgrund ihrer manchmal fast naiven Ansichten hatte ich zeitweise fast vergessen, dass die Protagonistin 19 ist. Vielleicht lässt sich ihre Naivität auch auf ihr abgeschirmtes, fast schon isoliertes Aufwachsen zurückführen. Dennoch hätte das Leben auf der Strasse sie meiner Meinung nach reifer machen müssen, in gewissen Punkten hat es das auch, aber an anderen (wichtigen) Punkten scheint dies leider nicht so zu sein.
Ich hatte generell das Gefühl, die Figuren nicht so tief zu kennen, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Hintergründe für ihr Handeln und warum sie sich so verhielten, wie sie es taten, wurden zwar erklärt, aber nicht auf eine Weise, die mich ihnen nähergebracht hätte. Es wurde mir eher erzählt, warum sie so handelten, anstatt es mir zu zeigen. Daher machte die romantische Beziehung zwischen Nisha und Devance für mich auch nicht ganz Sinn und wirkte unnötig. Gerade in einem Buch über die female empowerment gab es keinen Bedarf für eine weitere heteronormative Liebesgeschichte. Auch wenn es ihr durch den Befreiungsschlag offen stand zu heiraten und lieben wen sie will.
Was mir jedoch gefallen hat, war, dass es nicht um Frauen gegen Männer ging, sondern um ein harmonisches Zusammenleben aller, OHNE Unterdrückung. (Was ja auch die Mission von Feminismus ist.)
Die Handlung um die unscheinbare Protagonistin, die entdeckt, dass sie etwas Besonderes ist (was hier aber gut umgesetzt wurde, da nicht nur sie etwas Besonderes ist, sondern alle Frauen), und den love interest, der offenbar alle betrogen hat und angeblich doch böse ist, dabei aber ein doppeltes Spiel gespielt hat und eigentlich gut ist, ist ein allzu bekanntes Muster in dystopischen Romanen.
Trotzdem hat mir das Buch gefallen, auch mit dem Gedanken, dass es ein Jugendbuch ist und vielleicht der erste dysopische Roman für einige davon. Trotzdemn gibt es von mir nur 3.5 Sterne.