Der Verleger Alfred Janssen und die Reformbewegung Mit uns zieht die neue Zeit
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Sprache:Deutsch
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
01.01.1994
Abbildungen
mit Abbildung
Herausgeber
Hermann Kühn + weitereVerlag
Traugott BautzSeitenzahl
208
Maße (L/B)
22.5/15.6 cm
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-88309-047-4
Die drei Hauptteile beginnen jeweils mit einer allgemeinen Vorbemerkung. Das Aufblühen des (Kunst-)Zeitschriftenwesens gegen Ende des 19. Jahrhunderts wird allerdings nur erwähnt, nicht beschrieben oder begründet. Die Einführung zum Hauptteil über die schöngeistige und Sachbuchliteratur ist knapp, umfasst aber das Wesentliche. Dem Teil über die Reformautoren in Janssens Verlag ist mit dem Abschnitt "Der Drang nach pädagogischem Fortschritt in Hamburg und Bremen" eine besonders lange Einführung vorangestellt.
Die Autoren werden, ihrer Bedeutung für den Verlag entsprechend, jeweils mit Lebensdaten und biographischem Hintergrund ausgestattet. Auffällig ist eine ungleiche Gewichtung: Zu den meisten Autoren, wie etwa zu Carl Adolf Mönckeberg, findet sich auch Persönliches und Privates; der für Janssens Verlag mindestens ebenso bedeutende Heinrich Scharrelmann erscheint ausschliesslich als Autor und Reformpädagoge - vielleicht weil sich Pieler bei Scharrelmanns Charakterisierung nur auf die grundlegende Arbeit von Dirk Hagener zur Bremer Reformbewegung in der Kaiserzeit und auf die Darstellung der Bremer Lehrerschaft bis 1933 von Hinrich Wulff stützt. Jedoch angesichts der Bedeutung, die Pieler Scharrelmann als meistverkauftem Autor des Janssen-Verlages zuerkennt, hätte Wilhelm Müllers Dissertation über Scharrelmann von 1979 hinzugezogen werden sollen. Ebenso fehlt im Literaturverzeichnis die 1986 erschienene Monographie von Renate Bienzeisler über den zweiten wichtigen Bremer Reformpädagogen, mit dem Janssen zusammenarbeitete: Fritz Gansberg. Ausserdem hätte sich Pieler zu dem mehrfach erwähnten "Bremer Schulstreit" nicht nur auf die Sekundärliteratur beziehen, sondern den Verhandlungsbericht gleichen Titels von 1907 einsehen können.
Neben Primär- und Sekundärliteratur nutzte der Autor für seine Arbeit zahlreiche wichtige Quellen, vor allem den in der Hamburger StUB verwahrten Nachlass Janssens und dessen Notizen aus einem persönlichen Nachlass, den seine Erben zur Auswertung zur Verfügung stellten. Trotzdem bleibt Alfred Janssen als Person etwas unscharf, z.B. in seiner politischen Einstellung (lehnte er "die Sozialdemokratie" tatsächlich strikt ab?). Anschaulich wird eine Verlegerpersönlichkeit mit sozialem Engagement, die sich der Jugend- und Volksbildung verschrieb und damit finanziell nur mässigen Erfolg hatte. Janssens Bedeutung ist bis heute noch nicht ganz zu ermessen. Er gab jungen Reformern die Chance zu veröffentlichen und so ihr Gedankengut in die pädagogische Diskussion einzubringen. Es war daher hohe Zeit, Janssens Wirken darzustellen, und dafür ist Peter-Hubertus Pieler sehr zu danken.
Sylvelin Wissmonn
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