Das Volk der Europäischen Union. Zu Inhalt und Kritik eines normativen Begriffs.
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
02.10.2000
Verlag
Duncker & HumblotSeitenzahl
447
Maße (L/B/H)
23.3/16.1/2.2 cm
Gewicht
596 g
Auflage
1
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-428-10211-2
Die Rechtsordnung entspricht allerdings nicht dem freiheitlichen Ideal. Die Unionsbürgerschaft vermittelt allein eine Angehörigkeit. Gegenüber dem Ideal einer materiellen Bürgerstellung weist sie erhebliche Defizite auf, z. B. die Möglichkeit der Inländerdiskriminierung. Noch schlechter ist die Rechtsstellung von Drittstaatern, die wegen ihrer dauerhaften Ansässigkeit im politischen Gemeinwesen den Angehörigen rechtlich gleichzustellen sind. Daher stellt die Gesamtheit der Unionsangehörigen (»Volk der EU«) keine abschliessende Definition des für die Verfassung- und Gesetzgebung zuständigen Subjekts dar.
Unnötig sind auch andere Voraussetzungen, die an das zur Verfassung- und Gesetzgebung zuständige Subjekt gestellt werden, wie eine bestimmte Motivation zur Teilnahme am politischen Prozess, eine gemeinsame Kultur, eine gemeinsame Abstammung oder eine gemeinsame Sprache. Häufig widersprechen diese Kriterien sogar der Idee der Selbstbestimmung, die der Volksbegriff eigentlich fördern soll. Denn sie schliessen Menschen vom politischen Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozess aus, die nach dem freiheitlichen Ideal einzubeziehen sind. Entsprechende Volksbegriffe sind abzulehnen. Daher ist es auch unerheblich, dass ihr Vorliegen in der EU bestritten wird.
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