Ein Cochlea-Implantat (CI) ist ein Gerät der High-Tech-Medizin, mit dem man gehörlosen Menschen wieder zum Hören verhelfen kann. Gehörlos geborene Kinder, die mit Hilfe eines CI zu einer möglichst unauffälligen Sprachkompetenz gelangen sollen, müssen nicht nur das Lautinventar ihrer Sprache erwerben, sondern auch die sogenannten ?prosodischen Strukturen?, i.e. jene Prinzipien, nach denen Einzellaute zu Silben, und diese wiederum nach sprachspezifischen Betonungsregeln zu grösseren rhythmischen Einheiten zusammengefügt werden. Die empirische Grundlage dieser Einzelfallstudie bildet ein circa 700 Items umfassendes Korpus spontaner Wortproduktionen über einen Beobachtungszeitraum von vier Jahren. Die Ergebnisse der Analyse deuten darauf hin, dass der Entwicklungsverlauf meines Probanden nur teilweise dem normalhörender Kinder folgt, da Phänomene beobachtet werden konnten, die dem normalen Prosodieerwerb fremd sind. Somit ist es in dieser Studie gelungen, ein möglicherweise typisches prosodisches Entwicklungsprofil von Kindern mit CI aufzuzeigen. Die anfangs devianten prosodischen Phänomene konnten allerdings von meinem Probanden dank einer frühzeitigen Implantation überwunden werden.
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