Mit der Wahl Angela Merkels zur Bundeskanzlerin fand die Regierungsbildung des Jahres 2005 nach langwierigen Verhandlungen ihren Abschluss. Die CDU- Chefin steht seither an der Spitze einer Grossen Koalition, einem Bündnis, das im Vorfeld der Bundestagswahlen von zahlreichen Spitzenpolitikern noch strikt abgelehnt wurde. Obwohl häufig als ,,demokratische Todsünde" tituliert, feierte die Grosse Koalition nicht erst im Jahr 2005 ihre Premiere auf Bundesebene. Denn bereits 1966, also 40 Jahre zuvor,einigten sich die Spitzenpolitiker von CDU/CSU und SPD ebenfalls auf ein gemeinsames Bündnis. Schon damals fand der Zusammenschluss der beiden grossen Volksparteien ein sehr verhaltenes Echo. So sprach etwa der Schriftsteller Günter Grass von einer "miesen Ehe" und beschwor die SPD, dieses Bündnis nicht einzugehen. Jenseits aller Wortgefechte und Beschwörungen vergleicht dieses Buch u.a. Beweggründe, Koalitionsverhandlungen, Kabinettbildung und sachpolitische Auseinandersetzungen, die 1966 wie 2005 in die Grosse Koalition mündeten . Vorangestellt ist diesem Vergleich ein theoretischer Prolog, in dem relevante Begrifflichkeiten und Theorien vorgestellt und diskutiert werden.
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