Jergeschew, N: ,Ich liebe Edgar Poe nicht, er hat mir niemal
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
07.02.2009
Verlag
GRINSeitenzahl
48
Maße (L/B/H)
21/14.8/0.3 cm
Gewicht
83 g
Auflage
3. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-640-26064-5
entstanden, implizieren undurchsichtige und surreal erscheinende Welten, die im Verbund mit
ihren Titelangaben selbigen Eindruck vervielfachen - eine Implosion im Auge des
Betrachters! Da nun die Betrachtung der Titel-Werk-Beziehung im Falle des Künstlers durch
die Verneinung der blossen Wiedergabe der Realität als Deutungsakt schlechthin angesehen
werden kann, soll die vorliegende Ausarbeitung dazu dienen, grundsätzliche Manifestationen
Odilon Redons im Kontext der Beziehungen zwischen 'Realität' und Kunst, Sprache und
Phantasie zu verdeutlichen, dabei im Auge behaltend, welche wesentlichen Einflüsse Redon
in seinen jungen Jahren erfahren hat. Aus den Ansprüchen, die Redon hierbei an seine eigene
Kunst stellt, erwächst ebenso das Verständnis der Beziehung zwischen Bildmotivik und
Bildsprache, die Konzeption der Redonschen Bildtitel und deren Wichtigkeit, wobei man stets
im Hinterkopf behalten muss, das jener in unmittelbarer Kenntnis von zeitgenössischen
Schriften eines u.a. Charles Baudelaires und Gustave Flauberts direkt mit einer
Verbalisierung unbewusster Visionen in Kontakt kam. Aus welchen Motivationen heraus hat
Redon seine Werke betitelt? Welches Betitelungssystem hat er entwickelt? Und wie haben
sich seine Motivationen zur Titelgebung und die Titel in ihrer Wirkung selbst in die
Rezeption derer niedergeschlagen? Da das Oeuvre seiner graphischen Arbeiten, der in meiner
Ausführung behandelten Noirs, circa 500 Blätter umfasst, habe ich mich dazu entschlossen,
jene so eben gezeichneten Fragestellungen an Hand ausgewählter Arbeiten zu beleuchten,
nämlich der graphischen Blätter, die in Verbindung mit dem literarischen Werk des
Amerikaners Edgar Allan Poe stehen. Diese Auseinandersetzung ist Stoff für eine der
womöglich kontroversesten Rezeptionen des graphischen Oeuvres Redons, da es nicht
möglich ist, Titel so wie Werk formal eigenständig und folgernd in Beziehung zu betrachten,
da "[...] the specific discourse of artists' own words, and the structures of criticality that
stitch the work of art into systems of meanings." den Umgang mit genau diesem Gleichnis in
Frage stellen. Redon wird 1909, mehr als zwanzig Jahre nach der Veröffentlichung des
Albums A Edgar Poe, seine Affinitäten zu jenem Schriftsteller negieren, in dem er ohne Scherz behauptet: "Ich liebe Edgar Poe nicht. Er hat mir niemals plastische Phantasien
vermittelt."
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