Sind Verhaltenstherapie und Zwang – wie immer wieder behauptet – unvereinbar? Schliessen sich Freiheitsentzug und Beziehungsarbeit gegenseitig aus? Endet die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in geschlossenen Heimen sogar in der Deformation ihrer Persönlichkeit? In der Kinder- und Jugendhilfe werden diese Fragen seit Jahrzehnten mit immer wieder wechselnden Vorzeichen heftig diskutiert. Nur auf wissenschaftlich belastbare Daten kann sich eigentlich niemand berufen. Bernhard Stadlers empirisch fundierte Studie zu dieser Thematik schliesst damit eine Forschungslücke und widerlegt so manches Vorurteil. Am Beispiel des Mädchenheims Gauting und seiner Arbeit mit dissozialen Mädchen zeigt er, in welchen Fällen freiheitsentziehende Massnahmen in der Jugendhilfe helfen können und wo nicht. Er bezieht dazu subjektive Einschätzungen der Jugendlichen und ihrer Betreuer ebenso ein wie Testergebnisse, Interviews und die Diagnosen eines externen Instituts.
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