Rezension
»›Das Meisterstück‹ ist ein Lehrstück über die Funktion der Justiz, und zwar ein sehr komisches. Jetzt durchkreuzen sich oben und unten noch turbulenter: Unten Leibowitz, der eine gewisse Bergamote mit viel Geld und Hohn dazu bewegen möchte, so zu posieren wie ›Emma‹ auf dem Bild Egon Schieles, das er so liebt: ›Eine Jugendliche mit langen roten Haaren, der Rock geschürzt‹. Für den Einbrecher und Neofaschisten Lazar, der das Gemälde aus dem Depot eines Kollegen als Verhandlungsgut für einen Deal vor den verbundenen Augen Justitias sichergestellt hat, ›die Kleine die ihre Muschi lüftet‹. Kunstliebhaber unter sich. Obend die Creme der französischen Anwaltschaft, und dazwischen weitere moderne rabelaissche Figuren. Hinter dem turbulenten Chichi und Froufrou, arbeitet sich allmählich Ebene zwei ans Tageslicht: eine üble Subgeschichte der französisch-deutschen Beutekunst(ko)operationen unter Hitler und Pétain, bei denen die Franzosen gar nicht so schlecht wegkamen – als Sammler selbstverständlich. Herrlich frech ist das erzählt, unumwunden immer auf den wunden Punkt: Cayre ist Superklasse.« ("Die Zeit")
»Dieser Krimi lebt vom rasanten Erzähltempo, unerwarteten Volten und frechem Witz, der vielleicht manchem zart besaiteten Leser etwas zu direkt und offenherzig daherkommt. Trotzdem eine vergnügliche Lektüre über ein ernstes Thema.« ("Buchprofile")
»Ob es sich um einen Krimi im strengen Sinn handelt, darüber mögen die Puristen des Genres streiten. Spannend zu lesen, rotzfrech, witzig und nicht zuletzt gut übersetzt, ist dieses kleine 151 Seiten starke Buch allemal. Warum kriegt kein deutscher Autor so etwas hin?« ("Jüdische Zeitung")
»Mit spitzer Feder und einem sicheren Blick für die Skurrilitäten dieser Welt schildert Hannelore Cayre die Machenschaften zynischer Juristen und korrupter Politiker. Ihre Abneigung gilt den Heuchlern, Karrieristen und unbelehrbaren Rechten, während sie für die menschlichen Fehlbarkeiten der kleinen Leute eine nonchalante Nachsicht an den Tag legt. Alles in allem ein närrischer Lesespass, von dem man sich unbedingt mehr wünscht.« ("Kölner Stadt-Anzeiger")
»Ganz grossartig, wie die französische Strafverteidigerin Hannelore Cayre in ihren Kriminalromanen kleines Deliquententum, Anstaltsalltag, Vorstadtirssin und grosse Geschichte mit dem Medium ihres schrägen Strafverteidigers Leibowitz zusammenbringt, und zwar auf richtig schön bissige Art und Weise.« ("Funkhaus Europa, WDR")
»Wie die Pariser Strafverteidigerin ihren Plot quasi nebenbei in die Weltempfindung eines kleinen Mannes einbettet, der sich durchwursteln muss, ist bewundernswert und literarisch herausragend. Vorsicht: sehr abgebrüht!« ("Buchmarkt")
»Hannelore Cayre beschreibt schonungslos und lakonisch, politisch nicht immer korrekt, den tristen Alltag der Verlierer in dieser Gesellschaft; mit beissender Ironie geisselt sie die Heuchelei der Bessergestellten. Ihr zynischer, desillusionierter Serienheld hat Kultpotenzial; er wird überall sein Publikum finden.« ("ekz Bibliothekenservice")
»Auch der zweite Roman der Französin Hannelore Cayre rund um den ›Lumpenadvokaten‹ (so der Titel von Band eins) ist frech, politisch völlig unkorrekt, höchst amüsant und mitten aus dem Leben gegriffen. Sie greift mit pointierter Schreibe ein sehr heikles Thema auf: die Beutekunst. Mittels Erpressung, Courage und einer guten Portion Bösartigkeit sorgt Leibowitz für Gerechtigkeit – selbstverständlich auch in eigener Sache. Nur seine sexuellen Phantasien, die rund um das Bild kreisen, bleiben trotz aller Anstrengungen Phantasien. Selbst ein Schlitzohr wie Leibowitz kann nicht alles haben.« ("Kleine Zeitung")
»Ich–Erzähler Leibowitz hat den flotten, harten Sound eines Mannes, den nichts mehr überraschen kann. Oder fast nichts: Denn in welchem Masse französische Kollaborateure während des Zweiten Weltkriegs Kunst abgegriffen haben, die in jüdischem Besitz war, das erschüttert auch ihn.« ("Frankfurter Rundschau")