Der packendste und temporeichste Roman des grossen Carlos Ruiz Zafón, der mit den beiden Weltbestsellern ›Der Schatten des Windes‹ und ›Das Spiel des Engels‹ Millionen Leser auf der ganzen Welt in den Bann schlug.
Jäh wird das traumschöne Barcelona aus dem Schlummer gerissen und zum Schauplatz eines rasanten Abenteuers: Als Fermín, ein charmanter Herumtreiber, überraschend Besuch von einem mysteriösen Fremden bekommt, holen ihn finstere Intrigen aus der Zeit des Spanischen Bürgerkriegs ein. Sie bedrohen nicht nur sein Leben und Liebesglück, sondern schlingen sich bald auch um das Glück seiner Freunde … Spannender als je zuvor entführt uns Carlos Ruiz Zafón mit erzählerischem Furor in eine magische Geschichte von Verfolgung, Liebe und Freundschaft.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Hortensia13
5/5
15.07.2021
Buch (Taschenbuch)
Die Frage nach dem Namen
Als eines Tages ein mysteriöser Fremder in der Buchhandlung Sempere Fermín aufsucht, holt ihn die Vergangenheit ein. Sie bedroht sogar nun sein Lebensglück. Er erinnert sich an sein Leben während der Zeit des Spanischen Bürgerkriegs und muss sich nun den Folgen stellen. Doch kann er zulassen, dass seine Freunde für ihn büssen müssen?
Mir gefiel dieser dritter Band von Carlos Ruiz Zafóns Bestseller-Reihe "Der Friedhof der vergessenen Bücher" sehr. Im Vergleich zum Vorgänger war die Geschichte realitätsnaher, nicht so stark mit mystischen Elementen verwoben und man kam den Lieblingscharakteren Vater und Sohn Sempere und Fermín sehr nahe. Dieses Buch schlägt einen tollen Bogen zu Band 1 und 2 und rundet alles ab. Ich bin nun gespannt auf die Fortsetzung, ob sie sich in allem gut einfügt und wie alles sich weiterentwickeln wird.
Mein Fazit: Bislang mein Lieblingsbuch der Reihe. Wortgewandt wird man ins vergangene Barcelona versetzt und Band 1 und 2 erhälten eine Brücke. 5 Sterne mit Leseempfehlung.
KittyCatina
5/5
24.11.2019
Buch (Taschenbuch)
Spannend, dramatisch, großartig
Es ist 1957, kurz vor Weihnachten, als ein mysteriöser Mann die Buchhandlung Sempere & Söhne betritt, eine teure Ausgabe des „Grafen von Monte Christo“ kauft und diese mit einer Widmung für Fermín zurücklässt. Als Daniel ihn kurz darauf auf diesen Mann anspricht, verschließt sich Fermín, bis er jedoch nicht mehr anders kann, als die Wahrheit zu erzählen, davon, welch schreckliche Dinge er erlebt hat und noch viel mehr. Und wieder einmal wird das Leben aller völlig auf den Kopf gestellt.
Schon lange wollte ich diese großartige Reihe über verschiedene, miteinander verschlungene Ereignisse und Schicksale im Barcelona des zwanzigsten Jahrhunderts weiterlesen, hatte aber immer ein bisschen Respekt davor. Nun war es jedoch endlich und ganz spontan Zeit für Band drei, den ich tatsächlich an nur einem Tag beendet habe.
Carlos Ruiz Zafón hat einen sehr feurigen Schreibstil mit lockerem Wortwitz, oft ausgelöst durch humorvolle, manchmal auch skurrile Vergleiche und Metaphern. Wenn er seine Charaktere philosophieren lässt, ist dies nicht langweilig, sondern extrem unterhaltsam und ich konnte einfach nicht genug davon bekommen. Er schreibt aber auch wahnsinnig spannend und mitreißend und man merkt, dass er Sprache einfach einzusetzen weiß.
Und auch die Geschichte war wieder großartig. Wer die Reihe kennt weiß, dass sie nicht in chronologischer Reihenfolge erzählt wird, sondern die Handlungen der jeweiligen Bände miteinander verbunden sind. In diesem hier geht es nun wieder mehr um Daniel von der Buchhandlung Sempere & Söhne, dem Protagonisten aus Band eins, aber vor allem um Fermín und dessen Vergangenheit. Allerdings kommen auch wieder Charaktere aus den anderen Bänden vor und auch deren Geschichten, die auf geniale Weise mit dieser hier verknüpft sind. Dabei ist dieses Buch wieder von der ersten bis zur letzten Seite ausgesprochen spannend, dramatisch und auch emotional. Denn es gibt einmal mehr eine Menge Freundschaft, Familie und Liebe, aber ebenso Geheimnisse, Verrat und Mord. Das einzige, was dieses Mal nicht so sehr zum tragen kam, war der mystische Faktor, aber er hat mir auch nicht so sehr gefehlt und ich bin mir sicher, dass dieser im vierten Band wieder mehr zum Vorschein kommen wird.
Die Charaktere sind in diesem Buch ebenfalls wieder super gut geschrieben, wirken sehr realistisch und sind greifbar. Daniel ist hier zu einem jungen Mann herangereift, der Verantwortung übernehmen muss, aber auch mit einer dramatischen Wahrheit konfrontiert wird, der es sich zu stellen gilt. Mein Liebling ist allerdings Fermín, dessen Freund, der mit einer witzigen Wortgewandtheit zu bestechen weiß und den man einfach in sein Herz schließen muss.
Alles in allem ist Carlos Ruiz Zafón auch mit diesem Buch ein super packender und mitreißender Roman gelungen, der die Schicksale verschiedener Menschen eindrucksvoll miteinander verbindet und ein Netz spinnt, welches den Leser in seinen Bann zieht. Eine absolute Leseempfehlung!
Miri
4/5
05.09.2020
Buch (Taschenbuch)
"Das Schicksal (macht) keine Hausbesuche, (...) man (muss) zu ihm gehen." (297)
Tolle Familiengeschichte rund um Daniel und die Familienbuchhandlung voller schräger Charaktere ( in der Hauptrolle Fermin) und Geheimnisse, die alle einen Nenner gemeinsam haben: Isabelle Sempere. Trotz der ernsthaften Ereignissen, schwierigen Zeiten und grauenhaften Erlebnissen mancher Protagonisten verlieren diese nie den Humor. Auch wenn dieser Humor öfters sehr trocken daherkommt, verleiht er der Szene das gewisse Etwas, sehr authentisch und charmant. Der Autor entführt uns nach Barcelona in 1940 bzw. in die späten 50er Jahre und lässt uns in die dunklen Gassen der Stadt reinblicken. Auch wenn ich hin und wieder das Gefühl hatte, dass sich die Geschichte in die Länge zog und nicht alle Fragen beantwortet wurden, würde ich nichts an dieser Geschichte ändern, sie macht neugierig auf die weiteren Bände in diesem Zyklus.
Juti
aus HD
4/5
19.12.2018
Buch (Taschenbuch)
Spannende Bürgerkriegsgeschich…
Spannende Bürgerkriegsgeschichte Beim dritten Band der Barcelona-Krimis ging dem Autor leider die Luft aus. Der erste Teil bewegt wie immer. Ein Unbekannter kommt in die Buchhandlung von Daniel Sempere und seinem Vater, kauft ein teures, besonderes Buch und hinterlässt eine geheimnisvolle Botschaft für Daniels Freund Fermin. Fermin erzählt daraufhin, wer der geheimnisvolle Kunde war und wie er ihn im Gefängnis im spanischen Bürgerkrieg kennengelernt hat. Im Mittelpunkt kommt der Gefängnisdirektor Valls und was aus ihm nach dem Bürgerkrieg wurde. Im Trakt des Gefängnis befand sich auch der Dichter, der Fermin zur Flucht verhalf. Danach allerdings wird nicht deutlich, wieso der geheimnisvolle Kunde seinen Koffer noch im Bahnhofsschließfach abholen muss, er hatte vorher bereits viel Geld und über 100 Seiten Heiratsvorbereitung von Fermin sind einfach zu viel. 4 Sterne. Lieblingszitat: Manchmal denke ich, Darwin hat sich geirrt, und in Wirklichkeit stammt der Mensch vom Schwein oder vom Hund ab, denn in acht von zehn Hominiden steckt ein Schweinehund, der darauf wartet, rausgelassen zu werden. (S.43)
Raumzeitreisender
aus Ahaus
4/5
21.08.2016
Buch (Taschenbuch)
Weniger verzaubernde Magie,…
Weniger verzaubernde Magie, mehr harte Realität „Der Gefangene des Himmels“ ist der dritte Band aus dem Zyklus „Der Friedhof der vergessenen Bücher“ von Carlos Ruiz Zafón. Im Fokus steht die Lebensgeschichte von Fermin Romero de Torres. Das ist ein falscher Name, den er aus Sicherheitsgründen angenommen hat. Fermin, der in „Der Schatten des Windes“ als väterlicher Freund von Daniel Sempere eingeführt wurde, erweist sich mit Weisheit und feiner Ironie als Sympathieträger und schillernde Figur dieses Romans. Fermins Vergangenheit, die teilweise in dem Roman erzählt wird, ist bemerkenswert. Es war die Zeit nach dem Spanischen Bürgerkrieg und Fermin saß in dem Kastell auf dem Montjuïc ein. Die Behandlung der Gefangenen durch Direktor Mauricio Valls erinnert an den Vorhof zur Hölle. Im Gefängnis lernt Fermin den Schriftsteller David Martin, Autor von „Die Stadt der Verdammten“ und Protagonisten aus „Das Spiel des Engels“, kennen. Bei dessen psychischer Situation und seinen einschneidenden Erlebnissen ist es kein Zufall, dass dieser Selbstgespräche mit Corelli, einer unheimlichen Gestalt aus „Das Spiel des Engels“, führt. Querverbindungen zu den beiden früheren Bänden aus diesem Zyklus sind erkennbar. Diese bestehen nicht nur im Friedhof der vergessenen Bücher, sondern auch in einigen Protagonisten, wie z.B. Daniel Sempere, seine Mutter Isabella und David Martin. Entsprechend der Vorbemerkungen zum Roman können die Bände auch unabhängig voneinander bzw. jeder für sich allein gelesen werden. Das sehe ich nicht so. Um sich dem Geheimnis der Erzählungen nähern zu können, sollten alle drei Bände gelesen werden. In dem noch fehlenden vierten Band laufen hoffentlich die Fäden zusammen und werden letzte Geheimnisse gelüftet. Bei der Struktur der Bücher ist das aber nicht zwingend zu erwarten. Natürlich vergleicht man Bücher von Zafón mit „Der Schatten des Windes“, einem Werk, in dem Zafón Realismus und Magie auf unnachahmliche Weise miteinander vermischt und eine Atmosphäre schafft, die verzaubert. „Der Gefangene des Himmels“ ist realistischer als die beiden Vorgängerbücher und weniger Jugendbuch als „Der Schatten des Windes“. Wenngleich die Qualität des letztgenannten Buches nicht erreicht wird, ist „Der Gefangene des Himmels“ lesenswert. Zafón gehört zu den großartigen Autoren der Neuzeit.