Afroamerikanisches Christentum zwischen Protest und Assimilation - Studien zu Texten vor dem Bürgerkrieg
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
10.05.2004
Verlag
GRINSeitenzahl
143 (Printausgabe)
Dateigröße
2781 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638275279
Examensarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Amerikanistik - Kultur und Landeskunde, Note: 1,7, Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Seminar für Englische Philologie), Sprache: Deutsch, Abstract: In den USA, einem Land, dass sich selbst als sehr religiös betrachtet, spielte die
christliche Religion in der Vorkriegsdebatte über die Sklaverei eine wichtige Rolle, denn sie
wurde sowohl von den Weissen als auch von den Schwarzen zur Rechtfertigung ihrer
Positionen benutzt. Beiden Seiten war es wichtig, ihre christliche Moral zu verteidigen.
Abraham Lincoln formulierte treffend das Problem, mit dem sich die christlichen
Denominationen auseinandersetzen mussten: "Both read the same Bible and pray to the same
God; and each invokes His aid against the other. It may seem strange that any men should
dare to ask a just God's assistance in wringing their bread from the sweat of other men's
faces; but let us not judge not that we be not judged."1 Die afroamerikanischen Christen
mussten sich in besonderem Masse damit auseinandersetzen, dass ihre Peiniger dieselbe Bibel
als Basis für die Sklaverei benutzten, die sie als Hoffnungsträger erkannt haben. Die
Befürworter der Sklaverei fanden sowohl im Neuen als auch im Alten Testament Argumente
für ihre Standpunkte. Im Alten Testament wurden die Passagen zitiert, die von Kains und
Hams Verfluchung sprechen, und im Neuen Testament war die Ermahnung von Paulus an die
Diener, dass sie ihren Herren gehorchen sollen, eine zentrale Belegstelle.2 Ausserdem wurde
gezeigt, dass viele fromme biblische Charaktere, wie Abraham, selbst Sklaven besassen und
dass sich Jesus nicht explizit gegen die Sklaverei ausgesprochen hat, obwohl sie zu seiner Zeit
präsent war.
Die Predigten dienten dazu, die Schwarzen von ihrer Inferiorität zu überzeugen, die
angeblich gottgewollt war. Dieser Ausschnitt zeigt, wie der Katechismus der Sklaven aussah: [...] Man sieht daran, wie die Weissen die Bibel strategisch eingesetzt haben. Sie
vermittelten den Schwarzen nur diejenigen Passagen aus der Bibel, die als Beweis für ihre
Unterdrückung dienen konnten. Sie mussten davon überzeugt werden, dass ihre Hautfarbe
etwas Negatives ist, und dass Gott sie mit der Sklaverei bestraft hat. So wie die Weissen die
Erbsünde von Adam und Eva in sich trugen, trugen die Schwarzen angeblich die zusätzliche
Erbsünde Kains oder Hams. Es musste ihnen klargemacht werden, dass die Farbe Weiss rein ist,
die Farbe Schwarz hingegen unrein. Die meisten Schwarzen waren Analphabeten, das heisst,
dass sie die Bibel nicht selbstständig lesen konnten. [...]
1 John R. McKivigan and Mitchell Snay, eds., Religion and the Antebellum Debate over Slavery
(Athens: Univ. of Georgia Press, 1998) 1.
2 Eph. 6:5.
christliche Religion in der Vorkriegsdebatte über die Sklaverei eine wichtige Rolle, denn sie
wurde sowohl von den Weissen als auch von den Schwarzen zur Rechtfertigung ihrer
Positionen benutzt. Beiden Seiten war es wichtig, ihre christliche Moral zu verteidigen.
Abraham Lincoln formulierte treffend das Problem, mit dem sich die christlichen
Denominationen auseinandersetzen mussten: "Both read the same Bible and pray to the same
God; and each invokes His aid against the other. It may seem strange that any men should
dare to ask a just God's assistance in wringing their bread from the sweat of other men's
faces; but let us not judge not that we be not judged."1 Die afroamerikanischen Christen
mussten sich in besonderem Masse damit auseinandersetzen, dass ihre Peiniger dieselbe Bibel
als Basis für die Sklaverei benutzten, die sie als Hoffnungsträger erkannt haben. Die
Befürworter der Sklaverei fanden sowohl im Neuen als auch im Alten Testament Argumente
für ihre Standpunkte. Im Alten Testament wurden die Passagen zitiert, die von Kains und
Hams Verfluchung sprechen, und im Neuen Testament war die Ermahnung von Paulus an die
Diener, dass sie ihren Herren gehorchen sollen, eine zentrale Belegstelle.2 Ausserdem wurde
gezeigt, dass viele fromme biblische Charaktere, wie Abraham, selbst Sklaven besassen und
dass sich Jesus nicht explizit gegen die Sklaverei ausgesprochen hat, obwohl sie zu seiner Zeit
präsent war.
Die Predigten dienten dazu, die Schwarzen von ihrer Inferiorität zu überzeugen, die
angeblich gottgewollt war. Dieser Ausschnitt zeigt, wie der Katechismus der Sklaven aussah: [...] Man sieht daran, wie die Weissen die Bibel strategisch eingesetzt haben. Sie
vermittelten den Schwarzen nur diejenigen Passagen aus der Bibel, die als Beweis für ihre
Unterdrückung dienen konnten. Sie mussten davon überzeugt werden, dass ihre Hautfarbe
etwas Negatives ist, und dass Gott sie mit der Sklaverei bestraft hat. So wie die Weissen die
Erbsünde von Adam und Eva in sich trugen, trugen die Schwarzen angeblich die zusätzliche
Erbsünde Kains oder Hams. Es musste ihnen klargemacht werden, dass die Farbe Weiss rein ist,
die Farbe Schwarz hingegen unrein. Die meisten Schwarzen waren Analphabeten, das heisst,
dass sie die Bibel nicht selbstständig lesen konnten. [...]
1 John R. McKivigan and Mitchell Snay, eds., Religion and the Antebellum Debate over Slavery
(Athens: Univ. of Georgia Press, 1998) 1.
2 Eph. 6:5.
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