Zur Kurzgeschichte mit einer Interpretation der Kurzgeschichte 'Die drei dunklen Könige' von Wolfgang Borchert
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Sprache:Deutsch
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inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
09.03.2004
Verlag
GRINSeitenzahl
24 (Printausgabe)
Dateigröße
136 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638259965
Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,5, Pädagogische Hochschule in Schwäbisch Gmünd (Institut für Sprache und Literatur), Veranstaltung: Hauptseminar 'Kurzgeschichten der Nachkriegszeit', Sprache: Deutsch, Abstract: Die deutsche Kurzgeschichte ist eine vergleichsweise junge literarische Gattung. Sie
entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts und setzte sich im 20. Jahrhundert durch. Ihre
Blütezeit erlebte die deutschsprachige Kurzgeschichte nach dem 2. Weltkrieg. (vgl. Lorbe
1957) Aus technischer Sicht lässt sich dies dadurch erklären, dass Druckmaterial in der
Nachkriegszeit knapp war, die Autoren unter Zeitdruck schrieben, da neu ins Leben gerufene
Zeitungen und Magazine schnell kurze und abgeschlossene Erzählungen zur Veröffentlichung
benötigten und der Leser nicht mehr die Zeit und Musse hatte, sich in der Hektik des
Nachkriegsalltags mit "grossen" Formen epischer Prosa, wie der Novelle oder dem Roman,
auseinander zu setzen.
Aus historischer Sicht taucht die Kurzgeschichte mit dem Beginn der Moderne auf. Die
Erkenntnisse im Mikro- und Makrokosmos liessen den Menschen erkennen, dass es mehr gibt
als das, was er zu begreifen im Stande war und ist, und ihn seine Kleinheit und
Unbedeutsamkeit in Relation zum gesamten Universum einsehen. Dazu schreibt Ruth Lorbe:
"Die menschliche Zeit erscheint nicht mehr als die Mittelpunktszeit, die Entwicklungen
innerhalb der menschlichen Zeit schrumpfen zusammen ins Punktuelle, sie erscheinen nicht
mehr wichtig, ja, die Wichtigkeit, die man ihnen bisher zumass wird desillusioniert. Das
bedeutet das Ende der Entwicklungsromane, das Ende von Erzählungen, die Entwicklungen
darbieten.(...) Die Einzelgegenstände bekommen Gewicht." (Lorbe 1957, S. 64) Der Mensch
wird also auf sich selbst zurückgeworfen. Es findet eine Rückbesinnung auf den Augenblick
statt.
Ein dritter Erklärungsversuch - eine auch im Seminar entwickelte These - geht davon aus,
dass die deutsche Kurzgeschichte aus der Extremsituation kurz nach Beendigung des
2. Weltkrieges hervorgehen musste - so wie die amerikanische Short Story nach dem
amerikanischen Bürgerkrieg entstand. Nach dem Zusammenbruch des 3. Reiches, den Leiden
des Krieges und den menschenverachtenden Grausamkeiten der Hitlerdiktatur, war kein Platz
mehr für gross angelegte Romane und Erzählungen, die versuchten die Welt zu deuten oder zu
erklären, denn das, was geschehen war, konnte nicht aus dem Schock der Nachkriegszeit
heraus erklärt werden. Was blieb, war der Versuch sich mit dem Erlebten dadurch
auseinander zu setzen, es mitzuteilen und zu beschreiben, sei es aus Schuld, als Anklage oder aus Verzweiflung. [...]
entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts und setzte sich im 20. Jahrhundert durch. Ihre
Blütezeit erlebte die deutschsprachige Kurzgeschichte nach dem 2. Weltkrieg. (vgl. Lorbe
1957) Aus technischer Sicht lässt sich dies dadurch erklären, dass Druckmaterial in der
Nachkriegszeit knapp war, die Autoren unter Zeitdruck schrieben, da neu ins Leben gerufene
Zeitungen und Magazine schnell kurze und abgeschlossene Erzählungen zur Veröffentlichung
benötigten und der Leser nicht mehr die Zeit und Musse hatte, sich in der Hektik des
Nachkriegsalltags mit "grossen" Formen epischer Prosa, wie der Novelle oder dem Roman,
auseinander zu setzen.
Aus historischer Sicht taucht die Kurzgeschichte mit dem Beginn der Moderne auf. Die
Erkenntnisse im Mikro- und Makrokosmos liessen den Menschen erkennen, dass es mehr gibt
als das, was er zu begreifen im Stande war und ist, und ihn seine Kleinheit und
Unbedeutsamkeit in Relation zum gesamten Universum einsehen. Dazu schreibt Ruth Lorbe:
"Die menschliche Zeit erscheint nicht mehr als die Mittelpunktszeit, die Entwicklungen
innerhalb der menschlichen Zeit schrumpfen zusammen ins Punktuelle, sie erscheinen nicht
mehr wichtig, ja, die Wichtigkeit, die man ihnen bisher zumass wird desillusioniert. Das
bedeutet das Ende der Entwicklungsromane, das Ende von Erzählungen, die Entwicklungen
darbieten.(...) Die Einzelgegenstände bekommen Gewicht." (Lorbe 1957, S. 64) Der Mensch
wird also auf sich selbst zurückgeworfen. Es findet eine Rückbesinnung auf den Augenblick
statt.
Ein dritter Erklärungsversuch - eine auch im Seminar entwickelte These - geht davon aus,
dass die deutsche Kurzgeschichte aus der Extremsituation kurz nach Beendigung des
2. Weltkrieges hervorgehen musste - so wie die amerikanische Short Story nach dem
amerikanischen Bürgerkrieg entstand. Nach dem Zusammenbruch des 3. Reiches, den Leiden
des Krieges und den menschenverachtenden Grausamkeiten der Hitlerdiktatur, war kein Platz
mehr für gross angelegte Romane und Erzählungen, die versuchten die Welt zu deuten oder zu
erklären, denn das, was geschehen war, konnte nicht aus dem Schock der Nachkriegszeit
heraus erklärt werden. Was blieb, war der Versuch sich mit dem Erlebten dadurch
auseinander zu setzen, es mitzuteilen und zu beschreiben, sei es aus Schuld, als Anklage oder aus Verzweiflung. [...]
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