Eine Darstellung der Figur Wilhelm Tell von Schiller - Mythos vom Held der Freiheit
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
03.06.2008
Verlag
GRINSeitenzahl
23 (Printausgabe)
Dateigröße
155 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638057127
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,7, Universität Mannheim, Sprache: Deutsch, Abstract: Katharina Mommsen, Goetheforscherin an der Deutschen Akademie der Wissenschaften in Berlin, erinnert sich wie folgt an ihre Schweizer Schulzeit in den fünfziger Jahren "Die heutige Wissenschaft ist, beeindruckt von den Forschungen Karl Meyers, zum Schluss gekommen, die Existenz Wilhelm Tells als eine wahrscheinliche Möglichkeit zu betrachten"
Dieser Lehrsatz, der den damaligen Schülern bei der Behandlung von Schillers Tellstück vordiktiert wurde, ist beispielhaft für den Schweizer Umgang mit ihrem Ursprungsmythos. Jede historische Auseinandersetzung, die Zweifel an der Existenz des Nationalhelden aufkommen lässt, stösst bei den Eidgenossen auf Widerspruch. So glauben nach einer Umfrage der Schweizer Coopzeitung auch heute noch 60% der Schweizer an ihren historischen Landsmann Tell und man wird es nicht müde, wissenschaftlichen Zweifeln mit Schriften zu begegnen, die den selben Tenor wie das Buch vom Schweizer Claudio Schärer inne haben: Und es gab Tell doch. Neue Forschungsergebnisse zur Gründungsgeschichte der Eidgenossenschaft (Luzern: Harlekin 1986).
Tatsächlich ist die seriöse Wissenschaft jedoch zu dem Schluss gekommen, dass Wilhelm Tell als eine historische Person nicht nachweisbar ist, was jedoch nicht immer der Fall war.
Im Weissen Buch zu Sarnen (1470), eine der ältesten und umfassendsten Landesschroniken der Schweiz, oder etwa in Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (16. Jahrhundert) wird die Geschichte Wilhelm Tells als historische Realität geschildert. Beide Bücher dienten Schiller als primäre Quellen seines Studiums der Schweizer Geschichte. Sie spiegeln einen Trend zur Realperson Wilhelm Tell wieder, der bis ins 18. Jahrhundert hineinreichte, bevor erstmals historische Kritik am Mythos kratzte. So stellt Schneller 1834 in seinen wissenschaftlichen Recherchen bereits fest, ,, das sich sein (W. Tell's) Name in keinem Archiv der vier Urkantone finden liess". Zwar stösst Joseph Eutych Kopp bei "Dokumentenforschungen 1845 doch auf den Namen Tell im Urner Kirchenbuch (...), zögert aber nicht, diese Eintragung als Fälschung zu klassifizieren". [...]
Dieser Lehrsatz, der den damaligen Schülern bei der Behandlung von Schillers Tellstück vordiktiert wurde, ist beispielhaft für den Schweizer Umgang mit ihrem Ursprungsmythos. Jede historische Auseinandersetzung, die Zweifel an der Existenz des Nationalhelden aufkommen lässt, stösst bei den Eidgenossen auf Widerspruch. So glauben nach einer Umfrage der Schweizer Coopzeitung auch heute noch 60% der Schweizer an ihren historischen Landsmann Tell und man wird es nicht müde, wissenschaftlichen Zweifeln mit Schriften zu begegnen, die den selben Tenor wie das Buch vom Schweizer Claudio Schärer inne haben: Und es gab Tell doch. Neue Forschungsergebnisse zur Gründungsgeschichte der Eidgenossenschaft (Luzern: Harlekin 1986).
Tatsächlich ist die seriöse Wissenschaft jedoch zu dem Schluss gekommen, dass Wilhelm Tell als eine historische Person nicht nachweisbar ist, was jedoch nicht immer der Fall war.
Im Weissen Buch zu Sarnen (1470), eine der ältesten und umfassendsten Landesschroniken der Schweiz, oder etwa in Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum (16. Jahrhundert) wird die Geschichte Wilhelm Tells als historische Realität geschildert. Beide Bücher dienten Schiller als primäre Quellen seines Studiums der Schweizer Geschichte. Sie spiegeln einen Trend zur Realperson Wilhelm Tell wieder, der bis ins 18. Jahrhundert hineinreichte, bevor erstmals historische Kritik am Mythos kratzte. So stellt Schneller 1834 in seinen wissenschaftlichen Recherchen bereits fest, ,, das sich sein (W. Tell's) Name in keinem Archiv der vier Urkantone finden liess". Zwar stösst Joseph Eutych Kopp bei "Dokumentenforschungen 1845 doch auf den Namen Tell im Urner Kirchenbuch (...), zögert aber nicht, diese Eintragung als Fälschung zu klassifizieren". [...]
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