Rumpelstilzchen wollte das Kind der Königin. Er bekam es nicht. Jahrhunderte später schliesst ein anderes Wesen seiner Art einen neuen Pakt - und wird ebenfalls betrogen. Seitdem sucht es unablässig nach dem Kind ... Seit sie denken kann, ist Fina mit ihrer Mutter auf der Flucht. Doch jetzt, mit 19, will sie endlich ein richtiges Zuhause finden und zieht zu ihrer Grossmutter, die am Rand eines düsteren Moores lebt. Das Moor fasziniert Fina vom ersten Moment an - genau wie der geheimnisvolle Junge, der dort lebt. Weder Fina noch der Junge ahnen, dass sie beide nur Figuren in einem Spiel sind, das dem betrogenen Wesen endlich seinen Lohn bringen soll ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Manja Teichner
aus Krefeld
5/5
28.05.2021
Buch (Paperback)
Rumpelstilzchen für Erwachsene, große Klasse!
Der geheime Name stammt aus der Feder der Autorin Daniela Winterfeld. Sie ist auch unter den Namen Daniela Ohms bekannt und mit ihrem Roman Harpyienblut hat sie sich besonders in die Herzen der vor allem jüngeren Leser geschrieben.
Die Charaktere im Buch Der geheime Name sind alle samt wirklich einzigartig herausgearbeitet. Sie wirken lebendig und man kann sich richtig in sie reinfühlen.
Fina ist eine intelligente junge Frau, die gerade erst ihr Abitur gemacht hat. Doch ihr Leben hat auch Schattenseiten. Durch die ständige Flucht vor ihrem Vater kann sie keinerlei Freundschaften geschweige denn Beziehungen aufbauen. So ist sie ziemlich einsam und verlassen. Bei ihrer Großmutter findet Fina erstmals ein wirkliches Zuhause. Und mit dem Moor entdeckt sie den Ort, der sie bereits seit Jahren in ihren Träumen begleitet.
Mora is der Mann auf dem Moor. Er ist anfangs eher zurückhaltend, ja gar richtig ängstlich. Sein Herr, der sich der Geheime nennt, hat ihn großgezogen. Allerdings kennt Mora nur Gewalt und Unterdrückung. Als Fina in sein Leben tritt beginnt Mora sich zu wandeln. Er rebelliert gegen seinen Herren und ganz langsam kommt er so auch Fina immer näher. Mora ist ein Charakter, den man einfach mögen muss. Er schleicht sich ins Leserherz, ganz heimlich still und leise.
Der Geheime ist die Gefahr im Buch. Er besitzt magische Kräfte und scheinbar gibt es gegen ihn keine Gegenwehr. Oder etwa doch?
Auch die Nebenfiguren, wie Finas Mutter, den Postboten oder auch Finas Großmutter, hat Daniela Winterfeld ganz hervorragend dargestellt. Sie alle sind Teil der Geschichte und machen sie zu etwas Besonderem.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und flüssig. Die Umgebung der Lüneburger Heide beschreibt sie sehr bildhaft, man kann sich alles sehr gut vorstellen.
Die Handlung fesselt von Beginn an und die Spannungskurve bleibt immer konstant hoch. Man wird als Leser regelrecht in die Geschichte gezogen und kann gar nicht anders als immerzu weiterlesen.
Das Ende ist zwar an und für vorhersehbar aber durch geschickte Wendungen ist es am Ende dann doch noch überraschend.
Fazit:
Der geheime Name von Daniela Winterfeld ist ein fantastisches Buch!
Die einzigartigen Charaktere, die tolle Umgebung und eine Handlung die spannender nicht sein könnte überzeugen auf ganzer Linie.
Rumpelstilzchen für Erwachsene.
Unbedingt lesen!
DarkReader
aus Bochum
5/5
28.05.2021
Buch (Paperback)
Großartig!
*Heute back´ ich, morgen brau´ ich, übermorgen hol´ ich mir der Königin ihr Kind!
Ach, wie gut, dass niemand weiß, wie ich heiß, ja wie ich heiß!*
So weit eine Strophe des alten Kinderliedes vom Rumpelstilzchen, wie ich es noch aus meiner Kindheit kenne.
Hier in diesem Buch heißt der kleine, böse Wicht anders, doch sonst sind die beiden Wesen wohl irgendwie nah verwandt.
Uralt und wohl auch unsterblich wartet der Geheime, wie er sich nennt, auf eine Gelegenheit, an ein kleines Mädchen zu kommen. Die Gelegenheit bietet sich in Gestalt von Susanne, die - in schweren Geldnöten steckend - ihm ihr Erstgeborenes gegen Gold verspricht.
Doch sie betrügt das Wesen und das sinnt auf Rache - und darauf, das zu bekommen, was sie ihm versprach: ihre Tochter....
Seit sie denken kann, ist Fina mit ihrer Mutter auf der Flucht - angeblich vor ihrem grausamen Vater.
Doch als sie erwachsen ist, sträubt sie sich, will ein normales Leben führen wie Millionen andere junge Frauen auch und flieht zu ihrer Oma, die am Rand der Lüneburger Heide in der Nähe des Moores lebt. Als sie Mora kennen - und lieben lernt, weiß sie, dass sie nie wieder weglaufen will....
So beginnt die Autorin dieses wunderbaren Buches, Daniela Winterfeld, ihre Geschichte um die junge Fina und Mora, den Jungen aus dem Moor.
Ich muss sagen, dass mich nicht oft ein Buch dermaßen fesselt und in seinen Bann zieht wie dieses hier. Fast könnte man es magisch nennen, ich konnte kaum aufhören zu lesen.
In schönen Worten beschreibt die Autorin Orte, Plätze, Umgebung und Häuser der Proagonisten. Ich habe ein Faible für genaue Beschreibungen der Handlungsschauplätze eines Buches und mein Kopfkino kam hier voll auf seine Kosten.
Auch die genauen Beschreibungen der handelnden Personen waren einfach fantastisch, sowohl die ihres äußeren Erscheinungsbildes als auch die ihrer Gefühle, ihres Innenlebens.
Auf Grund des wundervollen Schreibstils der Autorin und eben dieser Beschreibungen wusste ich schon sehr früh im Buch, wem meine Sympathie gehörte und wen ich nicht leiden konnte.
Die Gefühle - Dilemmas, Hoffnungs- und Ausweglosigkeit, aber auch Freude, Glück, Liebe und Hass - vermittelt die Autorin so bildhaft, dass ich als Leser meinte, ich stehe neben den handelnden Personen und schaue ihnen zu, ein stummer Zeuge ihrer Qual, ihrer Freude, ihrer Liebe und Sehnsucht.
Dieses Talent, mich so fühlen zu lassen, hat längst nicht jeder der schreibenden Zunft und deshalb geht mein großes Kompliment an Daniela Winterfeld, die dieses großartige Buch geschrieben hat, dem ich gern mehr als 5 Sterne geben würde, denn die hätte allemal verdient.
Danke, Frau Winterfeld, für dieses wunderbare Buch!
Bewertung
4/5
10.08.2017
Buch (Paperback)
Fantastisch und märchenhaft, sehr...
Fantastisch und märchenhaft, sehr gut erzählt.
Wuschel
aus Nußloch
2/5
28.05.2021
Buch (Paperback)
Gute Idee, katastrophal umgesetzt.
Beschreibung:
„Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß!“ - Rumpelstilzchen, Gebrüder Grimm, lang ist’s her!
Die 19 jährige Fina ist seit sie denken kann mit ihrer Mutter auf der Flucht. Irgendwann beschließt das junge Mädchen, dass sie endlich zur Ruhe kommen möchte und nimmt reiß aus. Lange schon träumt Fina davon ihre Großmutter zu besuchen, also macht sie sich auf den Weg in die Lüneburger Heide. Dort erwartet sie neben ihrer Großmutter auch eine wunderbare Landschaft aus Feldern, Wiesen, einem urigen Wald und geheimnisvollen Moor. Sie lernt auf skurrile Weise einen jungen Mann kennen, der ihr etliche Rätsel aufgibt, denn er scheint die Welt außerhalb des Waldes nicht zu kennen. Während sich die beiden immer näher kommen, schmiedet das geheime Wesen, das von Finas Mutter betrogen wurde, einen perfiden Plan das ihm endlich seinen Lohn bringen soll.
Meinung:
„Märchenadaption, hurra!“
Leider nicht so ganz. Wohl waren der Ansatz und die Grundidee echt gut, aber die Umsetzung war es nicht. Die Charaktere sind einfach nicht greifbar. Mehr als einmal musste ich mir an den Kopf langen, wegen der Handlungen von Fina oder ihrer Eltern. Vermutlich ist Mora so ziemlich die authentischste und sympathischste Person in der ganzen Geschichte, dafür ist er extrem weltfremd. In vielerlei Hinsicht gab es Anlehnungen an das alte Märchen, was keineswegs schlimm ist, aber es wirkte zwanghaft.
Selbst der angenehme Schreibstil konnte die langatmigen Szenen nicht mehr retten. Ich habe auch keineswegs etwas gegen Liebesszenen, aber beim Lesen hatte ich oft das Bedürfnis einige Seiten weiter blättern. Etliche Male findet sich der Leser in ein und derselben Situation. Gerne würde ich jetzt darauf eingehen, einfach um zu verdeutlichen wie ich das meine, aber das wäre Spoiler. Kurz: Es hatte was von Ringelpiez ohne anfassen.
Der Anfang las sich noch recht viel versprechend, dann flaute es ab und ich hatte Hoffnung auf das Ende. Dieses jedoch kam Schlag auf Fall mit Rolle und Looping. Die Auflösung war aus meiner Sicht einfach nur katastrophal, dabei hatte ich wirklich Hoffnung. Darüber kann jeder denken wie er will, aber für mich war das so. Märchenfeeling kam an sich auch nicht wirklich auf.
Fazit:
Leider ganz anders als erwartet, darum gibt es von meiner Seite keine klare Leseempfehlung.