Zur Berichterstattung über Terrorismus in TV-Nachrichtensendungen am Beispiel der Terroranschläge in Kenia
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
10.04.2007
Verlag
GRINSeitenzahl
171 (Printausgabe)
Dateigröße
1140 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638621052
Magisterarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Medien / Kommunikation - Forschung und Studien, Note: 1,3, Friedrich-Schiller-Universität Jena (Medienwissenschaft), Sprache: Deutsch, Abstract: Nach der starken Kritik der Medienberichterstattung über den 11.09.2001, werden in der vorliegenden Arbeit theoretische Hintergründe ausgewählter Kritikpunkte betrachtet und an einem weiteren terroristischen Ereignis, den Anschlägen in Kenia am 28.11.2002, inhaltsanalytisch untersucht. Dabei wird vorab die Rolle der Nachrichtenfaktoren für die Selektion und Intensität der Berichterstattung betrachtet. Von besonderem Interesse für die Hauptuntersuchung ist, inwieweit negative Stereotype und/oder Feindbilder bezüglich der islamischen und arabischen Welt sowie Emotionalisierungstendenzen in den Nachrichten vorliegen. Zudem wird das Zusammenspiel von Formen der Emotionalisierung und Stereotypisierungen diskutiert. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen erwartete Tendenzen, natürlich in geringerem Ausmass als nach dem 11.09.2001. Der Nachrichtenwert des Ereignisses ist anfänglich sehr hoch, jedoch sinkt ab dem dritten Tag die Beachtung deutlich. Das Vorkommen emotionalisierender Mittel wird empirisch bestätigt. Nicht nur emotionale Sprache und Sprechweise, sondern vor allem Formen der expliziten Emotionalisierung sind vertreten. Damit wird die Vermutung bekräftigt, dass die Medien die, mit den terroristischen Ereignissen verbundene, beängstigende Stimmung aufgreifen. Ein direkter islamischer Feindbildaufbau ist zwar in der Berichterstattung nicht zu verzeichnen. Allerdings liegen latente negative Bewertungstendenzen sowie negative Stereotype bezüglich der arabischen und islamischen Welt vor. Eine meist narrativ inszenierte Fixierung auf Bin Laden und Al Qaida erfolgt oberflächlich und vernachlässigt kontextuelle Einordnungen. Trotz der kritischen Stimmen nach dem 11.09.2001 findet der geforderte Wandel in der Terrorismus-Berichterstattung nicht in gewünschtem Ausmass statt, denn die damals bemängelten Aspekte, wie starke Emotionalisierung, geringe journalistische Reflexion und mangelnde kontextuelle Einordnungen sind weiterhin vorzufinden. Dies lässt sich auf Veränderungen der Nachrichtengebung aufgrund der Kommerzialisierung zurückführen, denn solche Muster sind nicht auf diskursive Verständigung aus, sondern um Marktanteile bemüht. Zudem zeigen weitere Studien, dass sich auch die Salienz von Terrorismus in den Nachrichten seit dem 11.09. verdoppelt hat und eine erhöhte Bedrohungswahrnehmung in der Bevölkerung nicht im Verhältnis zu den tatsächlich stattfindenden Ereignissen steht, so dass die Berichterstattung nach wie vor kritisch beobachtet werden muss.
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